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des Jahres 2019 das Wort der Woche.

nicken (Deutsch)Bearbeiten

Verb, den Kopf bewegenBearbeiten

Person Wortform
Präsens ich nicke
du nickst
er, sie, es nickt
Präteritum ich nickte
Konjunktiv II ich nickte
Imperativ Singular nick!
nicke!
Plural nickt!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
genickt haben
Alle weiteren Formen: Flexion:nicken
 
[1] GIF-Animation, die eine nickende Geste veranschaulicht
[4] Clip, der eine Taube zeigt, die beim Gehen nickt;
Aufnahme von Benutzer ジダネ am 4. Mai 2007
[4] Clip, der Pferde zeigt, die beim Gehen nicken;
Aufnahme von Benutzer R-E-AL am 25. Mai 2010 in Altenbeken, NRW
 
[5] GIF-Animation eines nickenden Flugzeugs

Worttrennung:

ni·cken, Präteritum: nick·te, Partizip II: ge·nickt

Aussprache:

IPA: [ˈnɪkn̩], [ˈnɪkŋ̩]
Hörbeispiele:
Reime: -ɪkn̩

Bedeutungen:

[1] intransitiv: (zur Bejahung, Zustimmung, als Geste des Verstehens, als Gruß oder dergleichen) den Kopf kurz hintereinander senken und heben
[2] transitiv; gehoben: etwas durch die unter [1] beschriebene Kopfbewegung ausdrücken
[3] transitiv; Fußballjargon: (den Ball) mit der unter [1] beschriebenen Kopfbewegung irgendwohin köpfen
[4] intransitiv: (bei einigen Tieren, besonders Pferden) beim Gehen taktmäßig den Kopf senkend nach vorn strecken und hebend zurückziehen
[5] intransitiv; Technik: (von Fahrzeugen) sich fortbewegen und dabei gleichzeitig um die horizontale Querachse pendeln

Herkunft:

Bei dem über die mittelhochdeutsche Form nicken → gmh (vergleiche mittelniederdeutsches nicken → gml, mittelniederländisches nicken → dum und niederländisches nikken → nl) auf die seit dem 9. Jahrhundert[1][2] bezeugten althochdeutschen Formen hnicken → goh[1] und nicken → goh[1][3] zurückgehenden Erbwort handelt es sich um eine Intensivbildung[2]/Intensiv-Iterativ-Bildung[3][4] beziehungsweise um ein Kausativum mit Intensivgemination[1] zu dem unter neigen dargestellten Verb[1][2][3] und bedeutet demnach eigentlich ‚heftig oder wiederholt neigen[3] beziehungsweise ‚niedersinken machen, zur Verneigung bringen (als Zeichen der Unterwerfung)‘[1]. In früher Zeit findet sich das Verb in (vielfach übertragener) Verwendung, ausgehend von ‚transitiv: jemandem niederbeugen, niederdrücken; intransitiv: sich niederbeugen, niedersinken‘ zum Beispiel in den sowohl im Alt- als auch im Mittelhochdeutschen bezeugten Bedeutungen ‚beugen, niederbeugen; niederdrücken; abweichen‘ sowie ‚(durch Körper- beziehungsweise Kopfbewegung) sich hinneigen, sich neigen; zustimmen; zuerkennen‘ (vergleiche auch althochdeutsches bihnicken → goh und biknicken → goherdrücken; übertölpeln; überwältigen; verbergen‘ und daraus hervorgegangenes mittelhochdeutsches benicken → gmh ‚(sich) beugen; niederdrücken‘; althochdeutsches gihnicken → goh und ginicken → gohjemandem etwas antun; hart bedrücken; überwältigen‘ und daraus hervorgegangenes mittelhochdeutsches genicken → gmh ‚(sich) neigen; sinken; demütigen‘; althochdeutsches firhnicken → goh und firnicken → gohvernichten, zerstören; vereiteln‘ und daraus hervorgegangenes mittelhochdeutsches vernicken → gmhherabbeugen; unterdrücken; demütigen‘; althochdeutsches inthnicken → goh und intnicken → goh ‚sich niederlassen; niederkauern; senken‘ sowie althochdeutsches nidarhnicken → goh und nidarnicken → gohzusammenziehen; niederdrücken; übertölpeln‘).[1] Im Frühneuhochdeutschen schwächt sich diese Bedeutungsvielfalt ab.[1]

Synonyme:

[1] norddeutsch umgangssprachlich: nickkoppen/nickköppen

Sinnverwandte Wörter:

[1] bejahen, grüßen, zustimmen

Gegenwörter:

[1] (den Kopf) schütteln

Oberbegriffe:

[1, 3–5] bewegen
[2] ausdrücken

Unterbegriffe:

[1] abnicken
[1, 2] zunicken
[3] einnicken

Beispiele:

[1] Sie nickte nur, als man sie etwas fragte.
[1] „Ich faßte mir ein Herz und fragte geradezu, ob er von den Insurgenten sei. Er nickte.[5]
[1] bildlich: „Siehst du da oben das dünne Ausläuferchen mit seinen Blattknospen im Winde nicken?[6]
[1] „Er nickt dankbar zu allen erklärenden Einwürfen der Umstehenden, wischt sich über die Haare, tritt weg.“[7]
[1] „‚Isses so weit?‘ fragte sie. Ich nickte bloß.“[8]
[1] „Der nickte, wie er zuvor genickt hatte, wiederholte das Wörtchen Wranka, wie er auch die Namen der anderen Flißacken wiederholt hatte.“[9]
[1] „Ein wenig, glaubte ich, mochte sie mich doch; jedenfalls nickte sie, wenn sie mich auf Deck sah, sie lag in ihrem Decksessel und nahm sofort ihr Buch, aber winkte - ‚hello, Mister Faber!‘.“[10]
[1] „Einer fragte mich: ‚Kommst du zum zweitenmal hin?‘, und als ich nickte, sagte er: ‚Du kannst dich auf was gefaßt machen!‘“[11]
[2] „Er tritt ans Fenster und nickt sein erzwungenes Ja.“[12]
[2] „Gabriele, in ihrer lässigen Art, lächelte, nickte Zustimmung.“[13]
[3] „Im richtigen Sekundenbruchteil schraubt Max sich in die Höhe und nickt das nasse und schwere Leder zielsicher an Zeman vorbei ins Tor.“[14]
[4] „Wenn eine Taube gemächlich über die Strasse spaziert, nickt sie getreulich bei jedem Schritt.“[15]
[4] „Wenn sich Pferde im Schritttempo bewegen, nicken sie stets mit dem Kopf.“[16]
[5] „Denn je weniger ein Auto raucht und rauscht, wenn es in höhere Geschwindigkeitsbereiche kommt oder wackelt und nickt, wenn man wie Michael Schumacher durch die Kurven zieht, desto stärker werden die Fahrer dazu verleitet, schneller zu fahren.“[17]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] anerkennend, befriedigt, beifällig, entschieden, freudig, nachdenklich, verständnisvoll, zufrieden, zustimmend nicken; einmal, kurz, mehrmals, stumm nicken; grüßend nicken
[2] (jemandem) Beifall, Dank, Zustimmung nicken
[4] Pferde, Tauben nicken
[5] ein Auto, Flugzeug, Schiff nickt (leicht)

Wortbildungen:

[1] Nicken, Nicker
[5] Nickachse, Nickmoment, Nickwinkel

ÜbersetzungenBearbeiten

[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „nicken¹
[*] canoonet „nicken
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „nicken
[1] The Free Dictionary „nicken
[1–3] Duden online „nicken
[1, 2, 4] wissen.de – Wörterbuch „nicken¹
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „nicken
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalnicken
[1–5] Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 10 Bände auf CD-ROM ; mehr als 200 000 Stichwörter mit rund 90 000 Belegen aus mehreren Hundert Quellen ; vielfältige Recherchemöglichkeiten ; für MS Windows und Apple Macintosh. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 978-3-411-71001-0, Stichwort »¹nicken«.
[1–3] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 9. Auflage. Dudenverlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-411-05509-8, Stichwort »nicken«, Seite 1285.

Quellen:

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort „nicken“.
  2. 2,0 2,1 2,2 Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort »nicken«, Seite 652.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 5., neu bearbeitete Auflage. Band 7, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04075-9, Stichwort »nicken«, Seite 591.
  4. Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 10 Bände auf CD-ROM ; mehr als 200 000 Stichwörter mit rund 90 000 Belegen aus mehreren Hundert Quellen ; vielfältige Recherchemöglichkeiten ; für MS Windows und Apple Macintosh. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 978-3-411-71001-0, Stichwort »¹nicken«.
    Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 9. Auflage. Dudenverlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-411-05509-8, Stichwort »nicken«, Seite 1285.
    Duden online „nicken
  5. Werner Bergengruen: Das Tempelchen. Erzählung. 2. Auflage. Im Verlag der Arche, Zürich 1950, Seite 18 (Zitiert nach Google Books).
  6. Thomas Mann: Die Betrogene. Erzählung. 16.–20. Tausend, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1954, Seite 25 (Erstveröffentlichung 1953).
  7. Uwe Johnson: Das dritte Buch über Achim. Roman. [5. Auflage,] 21.–25. Tausend, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1962, Seite 272.
  8. Manfred Bieler: Bonifaz oder der Matrose in der Flasche. Roman. Hermann Luchterhand Verlag, Neuwied am Rhein/Berlin 1963, Seite 214 (Lizenzausgabe des Aufbau-Verlags, Berlin; Erstausgabe ebenda 1963).
  9. Günter Grass: Die Blechtrommel. Roman. 323.–372. Tausend, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1964, Seite 21 (Erstausgabe 1962).
  10. Max Frisch: Homo faber. Ein Bericht. 161.–180. Tausend [9. Auflage], Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1966, Seite 92 (Erstausgabe 1957).
  11. Alfred Andersch: Die Kirschen der Freiheit. Ein Bericht. Unveränderte Neuausgabe, 1.–6. Tausend, Diogenes Verlag, Zürich 1971 (Diogenes-Taschenbuch ; 1), Seite 41 (Erstveröffentlichung in der Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1952).
  12. Frank Thieß: Das Reich der Dämonen. Der Roman eines Jahrtausends. Verlag Joh. Leon Sen., Klagenfurt/Wien 1949, Seite 757 (Zitiert nach Google Books).
  13. Lion Feuchtwanger: Die Füchse im Weinberg. Roman. Aufbau-Verlag, Berlin 1954, Seite 353 (Zitiert nach Google Books).
  14. Fritz Walter: 3 : 2. Das Spiel ist aus! Deutschland ist Weltmeister!. Originalausgabe, Copress Sport im Stiebner Verlag, München 2004, ISBN 3-7679-0869-7, Seite 137 (Zitiert nach Google Books; Erstausgabe im Copress-Verlag, München 1954).
  15. Warum Vögel mit dem Kopf nicken. In: Neue Zürcher Zeitung. 4. Oktober 2000, ISSN 0376-6829, Seite 77.
  16. Valentin Frimmer mit Material von dpa, Jörg Römer: Warum Pferde beim Gehen mit dem Kopf nicken. In: Spiegel Online. 30. November 2016, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 12. November 2019).
  17. Schutzschild Auto. In: profil. 14. Januar 2002, ISSN 1022-2111, Seite 106.

Verb, schlafenBearbeiten

Person Wortform
Präsens ich nicke
du nickst
er, sie, es nickt
Präteritum ich nickte
Konjunktiv II ich nickte
Imperativ Singular nick!
nicke!
Plural nickt!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
genickt haben
Alle weiteren Formen: Flexion:nicken
 
[1] Friseur, der während des Wartens auf Kundschaft nickt;
Aufnahme von epSos.de am 23. Januar 2012 in George Town, Penang, Malaysia

Worttrennung:

ni·cken, Präteritum: nick·te, Partizip II: ge·nickt

Aussprache:

IPA: [ˈnɪkn̩], [ˈnɪkŋ̩]
Hörbeispiele:
Reime: -ɪkn̩

Bedeutungen:

[1] intransitiv; familiär bis umgangssprachlich: (sitzend zwischendurch) im Schlummer liegen (wobei der Kopf nach vorn sinkt)

Herkunft:

Das Verb geht auf mittelhochdeutsches nücken → gmh[1]nicken; stutzen; leicht schlummern‘ zurück, das mit dem im ersten Abschnitt behandelten nicken (lautlich und semantisch)[2] zusammengefallen ist.[3]

Sinnverwandte Wörter:

[1] dämmern, schlummern
[1] umgangssprachlich: dösen, duseln, nuckeln,[4] nuckern[4]

Oberbegriffe:

[1] schlafen

Unterbegriffe:

[1] einnicken, wegnicken

Beispiele:

[1] Wie er da so vor dem Kamin in seinem Sessel saß, begann er zu nicken.
[1] „Der Caffee diente fuͤr einige Stunden zur Ermunterung; nach und nach aber ermattete das Spiel, das Geſpraͤch ging aus; die Mutter ſchlief im großen Seſſel; die Fremden von der Reiſe muͤde, nickten da und dort, Pylades und ſeine Schoͤne ſaßen in einer Ecke.“[5]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] (nach dem Essen) ein bisschen, nur ein wenig nicken; in einem Lehnstuhl, Sessel nicken

Wortbildungen:

Nicker, Nickerchen, Nickhaut

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „nicken²
[*] canoonet „nicken
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „nicken
[1] The Free Dictionary „nicken
[1] Duden online „nicken
[1] wissen.de – Wörterbuch „nicken¹
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „nicken
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalnicken
[1] Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 10 Bände auf CD-ROM ; mehr als 200 000 Stichwörter mit rund 90 000 Belegen aus mehreren Hundert Quellen ; vielfältige Recherchemöglichkeiten ; für MS Windows und Apple Macintosh. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 978-3-411-71001-0, Stichwort »nicken«.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 9. Auflage. Dudenverlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-411-05509-8, Stichwort »¹nicken«, Seite 1285.

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort »nicken«, Seite 652.
  2. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort „nicken“.
  3. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 5., neu bearbeitete Auflage. Band 7, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04075-9, Stichwort »nicken«, Seite 591.
    Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 10 Bände auf CD-ROM ; mehr als 200 000 Stichwörter mit rund 90 000 Belegen aus mehreren Hundert Quellen ; vielfältige Recherchemöglichkeiten ; für MS Windows und Apple Macintosh. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 978-3-411-71001-0, Stichwort »¹nicken«.
    Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 9. Auflage. Dudenverlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-411-05509-8, Stichwort »nicken«, Seite 1285.
    Duden online „nicken
  4. 4,0 4,1 Nach Heinz Küpper: Illustriertes Lexikon der deutschen Umgangssprache. In 8 Bänden. Klett, Stuttgart 1982–1984, DNB 550923802.
    Nach Heinz Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. In: Digitale Bibliothek. 1. Auflage. 36, Directmedia Publishing, Berlin 2006, ISBN 3-89853-436-7.
  5. Johann Wolfgang von Goethe: Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit. 1. Auflage. Erſter Theil, in der J. G. Cottaiſchen Buchhandlung, Tuͤbingen 1811, Seite 469 (Zitiert nach Deutsches Textarchiv).

Verb, tötenBearbeiten

Person Wortform
Präsens ich nicke
du nickst
er, sie, es nickt
Präteritum ich nickte
Konjunktiv II ich nickte
Imperativ Singular nick!
nicke!
Plural nickt!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
genickt haben
Alle weiteren Formen: Flexion:nicken
 
[1] Standbild aus einem YouTube-Video, in dem ein Schweißhundeführer des dänischen „Schweiss Registret“, der Vereinigung der dänischen Nachsuchenführer, nach erfolgreicher Nachsuche einen verletzten Rehbock nickt;
Video von DK WAI am 14. Mai 2017 auf Youtube und Standbild von Benutzer Tilon3 am 2. September 2019 auf Commons upgeloadet

Nebenformen:

genicken, knicken

Worttrennung:

ni·cken, Präteritum: nick·te, Partizip II: ge·nickt

Aussprache:

IPA: [ˈnɪkn̩], [ˈnɪkŋ̩]
Hörbeispiele:
Reime: -ɪkn̩

Bedeutungen:

[1] transitiv; Jägersprache: ein (bereits verletztes) Wild töten, indem man es ins Genick sticht oder schlägt

Herkunft:

Ableitung zum Substantiv Genick[1][2]

Synonyme:

[1] Jägersprache: abgenicken, abknicken, abnicken

Sinnverwandte Wörter:

[1] Jägersprache: abfedern

Oberbegriffe:

[1] töten
[1] Jägersprache: abfangen

Beispiele:

[1] „Der jagdbare Hirſch wird, wenn er nach dem Schuſſe zuſammenbricht (ſtürzt), oder wenn ihn die Hunde niederziehen, mit dem Hirſchfänger abgefangen, indem er dieſen durch die linke Bruſthöhle bis in die Herzkammer ſtößt; der ſchwächere, das Thier und das Kalb, genickt, indem man den Kopf nach vorwärts biegt, und den Nickfänger da, wo der Hirnſchädel mit dem erſten Halswirbel verbunden iſt, bis in das Gehirn hineindrückt.“[3]
[1] „Nur die Hirſch-Arten werden genickt; das Schwarzwild wird hinter dem Blatte, oder in der Bruſthöhle abgefangen.“[4]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] ein Stück Wild nicken

Wortbildungen:

Nicker, Nickfang, Nickfänger

ÜbersetzungenBearbeiten

[*] canoonet „nicken
[1] Duden online „nicken
[1] wissen.de – Wörterbuch „nicken²
[1] Ernst Harrach: Die Jagd im deutschen Sprachgut. Wörterbuch der Weidmannssprache. Friedrich Vorwerk Verlag, Stuttgart 1953, Stichwort »nicken«, Seite 96 (Google Books) mit Verweis auf das Stichwort »knicken«, Seite 80 (Google Books).
[1] Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 10 Bände auf CD-ROM ; mehr als 200 000 Stichwörter mit rund 90 000 Belegen aus mehreren Hundert Quellen ; vielfältige Recherchemöglichkeiten ; für MS Windows und Apple Macintosh. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 978-3-411-71001-0, Stichwort »²nicken«.

Quellen:

  1. Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 10 Bände auf CD-ROM ; mehr als 200 000 Stichwörter mit rund 90 000 Belegen aus mehreren Hundert Quellen ; vielfältige Recherchemöglichkeiten ; für MS Windows und Apple Macintosh. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 978-3-411-71001-0, Stichwort »²nicken«.
    Duden online „nicken
  2. wissen.de – Wörterbuch „nicken²
  3. Albert Hugo (Herausgeber): Das Edel- und Rotwild. In: Jagd-Zeitung. Erſter Jahrgang, Druck und Verlag von J. B. Wallishauſſer, Wien 1858, Seite 25 (Zitiert nach Google Books).
  4. G[eorg]. L[udwig]. Hartig; Theodor Hartig (Herausgeber): Lexikon für Jäger und Jagdfreunde oder waidmänniſches Converſations-Lexikon. Zweite vielfach vermehrte und verbeſſerte Auflage. Nicolaiſche Verlagsbuchhandlung, Berlin 1861, Stichwort »Genickfänger«, Seite 218 (Zitiert nach Google Books).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen:
Levenshtein-Abstand von 1: knicken, Nacken, necken, Nocken
Levenshtein-Abstand von 3: schnicken