Beirut (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, n, ToponymBearbeiten

Singular Plural
Nominativ (das) Beirut
Genitiv (des Beirut)
(des Beiruts)

Beiruts
Dativ (dem) Beirut
Akkusativ (das) Beirut
 
[1] Sehenswürdigkeiten Beiruts

Anmerkung zum Artikelgebrauch:

Der Artikel wird gebraucht, wenn „Beirut“ in einer bestimmten Qualität, zu einem bestimmten Zeitpunkt oder Zeitabschnitt als Subjekt oder Objekt im Satz steht. Ansonsten, also normalerweise, wird kein Artikel verwendet.

Worttrennung:

Bei·rut, kein Plural

Aussprache:

IPA: [baɪ̯ˈʁuːt],[1][2][3][4] [ˈbaɪ̯ʁuːt];[1][2] auch: [ˈbɛɪ̯ʁuːt],[3][4] [ˈbeɪʁuːt],[5] [ˈbeːʁuːt][6]
Hörbeispiele:   Beirut (Info)   [ˈbaɪ̯ʀuːt] (Info)
Reime: -uːt

Bedeutungen:

[1] Hauptstadt des Libanons

Herkunft:

Die ersten Spuren urbanen Lebens beziehen sich auf eine kanaanäische Siedlung, die auf das Jahr 1900 vor unserer Zeitrechnung datiert.[7] Ihre früheste schriftliche Erwähnung findet sich erst fünf Jahrhunderte später[7] in den Armanabriefen, Keilschrift-Tontafeln aus Tell al-Armana, in der akkadischen Form 𒌷𒁁𒊒𒋫 (DMG: URUbe-ru-ta) → akk (EA 101:25).[8] Dabei handelt es sich um die akkadische Wiedergabe des phönizischen *bērōṯ,[8][9] dem normalen Plural zu *bērBrunnen‘.[8] Ungefähr auf dieselbe Zeit datiert die ägyptische Form in ihren Schreibweisen
W10AG29M17A2E23
N30
G43
und
W10AG29M17E23
Z1
U33M17
bỉrt[10] in der sogenannten Palästinaliste des Thutmosis III. (siehe Damaskus).[11] Im Tanach ist für das Hebräische der Ortsname בְאֵרֹות‎ (CHA: eʾērōṯ) → he (Josua 9,17 BHS), der Pluralform von בְּאֵר‎ (CHA: beʾēr) → heBrunnen‘,[12][13] in künstlich restituierter masoretischer Schreibung bezeugt.[8] Topografisch ist die Identifikation des altägyptischen mit dem biblischen Namen, und der beiden mit dem heutigen Beirut keineswegs sicher; toponomastisch liegt aber ohne Zweifel der gleiche Name vor.[8]
Brunnen waren bis zur Ankunft der Römer das einzige lokale Mittel der Wasserversorgung[14] in dieser von permanenter Wasserknappheit gebeutelten Region.[15] Die Römer übernahmen die altgriechische Bezeichnung der Stadt Βήρυτος (DIN 31634: Bērytos) → grc in den Formen Bērȳtos → la[16] und Bērȳtus → la,[16] die keine auslautende Spirans aufzeigen.[8] Der arabische Name der Stadt بَيْرُوت‎ (DMGBayrūt) →ar[17] ist die direkte Weiterführung der phönizischen Bezeichnung.[8] Aus dem Arabischen wurde die Bezeichnung ins Deutsche übernommen.[15]

Oberbegriffe:

[1] Stadt
[1] Großstadt, Metropole
[1] Hauptstadt, Landeshauptstadt
[1] Agglomeration, Ballungsgebiet, Ballungsraum, Stadtregion

Beispiele:

[1] „In Beirut war eine Autobombe explodiert, und nun zeigten sie die zertrümmerten Häuser, die weinenden Augenzeugen, die zerrissenen Leichen.“[18]
[1] „Diese Süßigkeiten da habe ich letzte Woche aus Beirut mitgebracht.“[19]
[1] „Einen ganzen Monat verbrachte ich in Beirut damit, durch die Stadt zu streifen, sie kennenzulernen.“[20]
[1] „Die jüngsten Turbulenzen in Beirut nähren aber offenbar so sehr die Furcht vor einer neuen bürgerkriegsartigen Eskalation, dass beide Führer sich entschlossen haben, in einer gemeinsamen Mission die Gemüter im Libanon zu beruhigen.“[21]
[1] „Wenige Tage zuvor hatten der saudische König und der syrische Diktator Beirut besucht, um vor Abenteuern zu warnen.“[22]
[1] „Der Kinofilm Caramel von Regisseurin und Hauptdarstellerin Nadine Labaki spielt in einem Beauty-Salon in Beirut und zeigt das Alltagsleben von fünf Frauen im Libanon.“[23]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] Beirut besuchen, den Rücken kehren, verlassen
[1] aus Beirut kommen, stammen
[1] in Beirut anlangen, arbeiten, aufwachsen, kommen, landen, leben, verweilen, wohnen
[1] durch Beirut fahren, gehen, schlendern
[1] nach Beirut fahren, fliegen, gehen, kommen, reisen, zurückkehren
[1] sich in Beirut aufhalten, niederlassen
[1] über Beirut fahren, fliegen, reisen

Wortbildungen:

Beiruter, Beiruti, beirutisch

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Wikipedia-Artikel „Beirut
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Beirut
[1] The Free Dictionary „Beirut
[1] Duden online „Beirut
[1] wissen.de – Lexikon „Beirut
[1] Auswärtiges Amt: Länderverzeichnis für den amtlichen Gebrauch in der Bundesrepublik Deutschland (PDF), Stand: 28. Juni 2018, Seite 65.
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Beirut
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalBeirut
[1] Meyers Lexikonredaktion (Herausgeber): Duden, Das Neue Lexikon in zehn Bänden, mit rund 100 000 Stichwörtern und 7 500 meist farbigen Abbildungen, Spezialkarten, Tabellen und Übersichten im Text. 3. Auflage. Band 1: A – Beth, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1996, ISBN 3-411-04313-X, Stichwort »Beirut«, Seite 362.
[1] Hugo Kastner: Von Aachen bis Zypern. Geografische Namen und ihre Herkunft. Originalausgabe, Humboldt Verlag, Baden-Baden 2007, ISBN 978-3-89994-124-1, Stichwort »BEIRUT«, Seite 50–51.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 8., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-05508-1, Stichwort »Beirut«, Seite 279.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 9. Auflage. Dudenverlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-411-05509-8, Stichwort »Beirut«, Seite 285.


Quellen:

  1. 1,0 1,1 Stefan Kleiner, Ralf Knöbl und Dudenredaktion: Duden Aussprachewörterbuch. In: Der Duden in zwölf Bänden. 7., komplett überarbeitete und aktualisierte Auflage. Band 6, Dudenverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-04067-4, DNB 1070833770, Stichwort »Beirut«, Seite 225.
  2. 2,0 2,1 Eva-Maria Krech, Eberhard Stock, Ursula Hirschfeld, Lutz Christian Anders et al.: Deutsches Aussprachewörterbuch. Mit Beiträgen von Walter Haas, Ingrid Hove, Peter Wiesinger. 1. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2009, ISBN 978-3-11-018202-6, DNB 999593021, Seite 361.
  3. 3,0 3,1 Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 9. Auflage. Dudenverlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-411-05509-8, Stichwort »Beirut«, Seite 285.
  4. 4,0 4,1 Duden online „Beirut
  5. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 8., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-05508-1, Stichwort »Beirut«, Seite 279.
  6. PONS – Deutsche Rechtschreibung „Beirut
  7. 7,0 7,1 Géraldine Chatelard: Le Liban. Éditions Marcus, Paris 2002, ISBN 2-7131-0187-5, Seite 41 (Zitiert nach Google Books).
  8. 8,0 8,1 8,2 8,3 8,4 8,5 8,6 Stefan Wild: Libanesische Ortsnamen. Typologie und Deutung. In Kommission bei Ergon Verlag, Würzburg/Beirut 2008 (Beiruter Texte und Studien ; Band 9, ISSN 0067-4931), ISBN 978-3-89913-008-9, Stichwort »BAIRŪT«, Seite 122 (Zitiert nach Digitalisat der MLU; Unveränderter Nachdruck der Auflage von 1973).
  9. Johannes Friedrich, Wolfgang Röllig; neu bearbeitet von Maria Giulia Amadasi Guzzo, unter Mitarbeit von Werner R. Mayer: Phönizisch-Punische Grammatik. 3. Auflage. Editrice Pontificio Istituto Biblico, Roma 1999 (ANALECTA ORIENTALIA ; 55), ISBN 88-7653-259-6, Seite 36 (Zitiert nach Google Books).
  10. Max Burchardt: Die altkanaanäischen Fremdworte und Eigennamen im Aegyptischen. Zweiter Teil[:] Listen der syllabisch geschriebenen Worte, sowie die altkanaanäischen Fremdworte und Eigennamen, J. C. Hinrichs’sche Buchhandlung, Leipzig 1910, Nummer 328 (Zitiert nach Digitalisat der MLU).
  11. Anton Jirku (Herausgeber): Die ägyptischen Listen palästinensischer und syrischer Ortsnamen in Umschrift und mit historisch-archäologischem Kommentar. Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1937, Seite 8, Nummer 19 sowie Fußnote 3 (Internet Archive) und Seite 16, Nummer 109 (Internet Archive).
  12. Wilhelm Gesenius: Gesenius, Hebräisches und aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1962, DNB 451516478 (Unveränderter Neudruck der 1915 erschienenen 17. Auflage), Stichwort »בְּאֵר‎«, Seite 81 (Google Books).
  13. Frank Matheus: PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch. Althebräisch – Deutsch. 1. Auflage. PONS, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-12-517659-1, DNB 1070562645, Stichwort »בְּאֵר‎«, Seite 31 (Google Books).
  14. Nikita Elisséeff: BAYRŪT. In: Peri J. Bearman, Thierry Bianquis, Clifford Edmund Bosworth, Emeri J. van Donzel, Wolfhart P. Heinrichs et al. (Herausgeber): Encyclopædia of Islam. 1. Auflage. 12 Bände auf CD-ROM, Brill, Leiden 2004, ISBN 978-90-04-14114-8.
  15. 15,0 15,1 Hugo Kastner: Von Aachen bis Zypern. Geografische Namen und ihre Herkunft. Originalausgabe, Humboldt Verlag, Baden-Baden 2007, ISBN 978-3-89994-124-1, Stichwort »BEIRUT«, Seite 50–51.
  16. 16,0 16,1 Karl Ernst Georges: Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch. 8. Auflage. Hannover 1913 (Nachdruck Darmstadt 1998): „Berytos“ (Zeno.org)
  17. Hans Wehr, unter Mitwirkung von Lorenz Kropfitsch: Arabisches Wörterbuch für die Schriftsprache der Gegenwart. Arabisch - Deutsch. 5. Auflage. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1985, ISBN 3-447-01998-0, DNB 850767733, Stichwort »بيروت‎«, Seite 127.
  18. Maxim Biller: Ehrenburgs Decke. In: Wenn ich einmal reich und tot bin. Erzählungen. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1990, ISBN 3-462-02032-3, Seite 174.
  19. Amos Oz; mit Bildern von Quint Buchholz: Sumchi. Eine wahre Geschichte über Liebe und Abenteuer. Hanser Verlag, München/Wien 1993 (Originaltitel: סומכי. סיפור לבני הנעורים על אהבה והרפתקאות, übersetzt von Mirjam Pressler aus dem Hebräischen), ISBN 3-446-17391-9, Seite 68.
  20. Iman Humaidan-Junis: B wie Bleiben wie Beirut. Roman aus dem Libanon. Lenos Verlag, Basel 2007 (Originaltitel: باء مثل بيت … مثل بيروت, übersetzt von Hartmut Fähndrich), ISBN 978-3-85787-384-3, Seite 137.
  21. Wolfgang Günter Lerch: Zerrissen. Krisentreffen in Beirut. In: FAZ.NET. 28. Juli 2010, ISSN 0174-4909 (URL, abgerufen am 19. August 2012).
  22. Libanesischer Hinterhalt. In: Welt Online. 9. August 2010, ISSN 0173-8437 (URL, abgerufen am 19. August 2012).
  23. Wikipedia-Artikel „Beirut“ (Stabilversion), Version vom 13. August 2012.
  24. 24,0 24,1 Mundartliche Umschrift nach Leonhard Bauer, unter Mitwirkung von Anton Spitaler (Herausgeber): Deutsch-arabisches Wörterbuch der Umgangssprache in Palästina und im Libanon. Wörterbuch der arabischen Umgangssprache. Deutsch - Arabisch. 2., erweiterte und verbesserte Auflage. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1957, DNB 450262200, Stichwort »Beirut-er«, Seite 48.
  25. 25,0 25,1 Mundartnahe Umschrift nach Leonhard Bauer: Wörterbuch des paläſtiniſchen Arabiſch. Deutſch-Arabiſch. H. B. Wallmann, Verlagsbuchhandlung/Syriſches Waiſenhaus, Buchhandlung, Leipzig/Jeruſalem 1933, Stichwort »Beirut-er«, Seite 52.
  26. 26,0 26,1 Mundartnahe Umschrift nach Mark W. Cowell: A Reference Grammar of Syrian Arabic [based on the dialect of Damascus]. Georgetown University Press, Washington, D.C. 1964 (Arabic Series ; Number 7), ISBN 0-87840-009-5, Seite 27, 247, 348, 350, 395, 430, 445, 455, 529, 544, 560, 561.
  27. Mundartnahe Umschrift nach Karl Stowasser, Moukhtar Ani (Herausgeber): A Dictionary of Syrian Arabic. English–Arabic. Georgetown University Press, Washington, D.C. 2004 (Georgetown classics in Arabic language and linguistics), ISBN 1-58901-105-8, Stichwort »Beirut«, Seite 21.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen:
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