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Billett (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, nBearbeiten

  Dieser Eintrag war in der 17. Woche
des Jahres 2011 das Wort der Woche.


Singular

Plural 1 Plural 2

Nominativ das Billett

die Billetts die Billette

Genitiv des Billetts
des Billettes

der Billetts der Billette

Dativ dem Billett

den Billetts den Billetten

Akkusativ das Billett

die Billetts die Billette

 
[1a] ein Billett

Anmerkung:

In Österreich schreibt man zumeist »Billett«, in der Schweiz in Anlehnung an die französische Rechtschreibung selten auch »Billet«. Die Pluralform und Genitivform lautet in Österreich »Billetts«. In der Schweiz ist auch »Billette« als Pluralform üblich; die Genitivform lautet dort auch »Billettes«.[1]

Alternative Schreibweisen:

Billet

Worttrennung:

Bil·lett, Plural 1: Bil·letts, Plural 2: Bil·let·te

Aussprache:

IPA:
Deutschland: [ˌbɪlˈjɛt][2][3]
Österreich: [ˌbiˈjeː][3][1], [ˌbɪˈlɛt][3][1], [ˌbiˈjɛt][3][1]
Schweiz: [ˈbɪlɛt][1], [ˌbiˈleːt][1], [ˌbiˈlɛt][1]
Hörbeispiele:   Billett (Info)
Reime: -ɛt

Bedeutungen:

[1]
[a] Schweiz, Ostbelgien, Luxemburg; Österreich veraltet; sonst veraltend: für eine bestimmte Geldsumme erworbenes Dokument, das dem Besitzer eine zeitlich begrenzte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel erlaubt
[b] Schweiz; Österreich veraltet; sonst veraltend: für eine bestimmte Geldsumme erworbenes beziehungsweise erstandenes Kärtchen oder Ähnliches, das zum Besuch einer Veranstaltung oder allgemein zum Zutritt berechtigt
[c] Schweiz salopp: Dokument, das dem Besitzer amtlich bescheinigt, ein Kraftfahrzeug führen zu dürfen
[2] Österreich; sonst veraltet:
[a] kleine in einem Umschlag übersandte Mitteilung; kleines beschriebenes Stück Papier
[b] dünnes Kartonblatt, das ungefaltet in einem Briefumschlag als Brief oder Glückwunschschreiben versandt werden kann

Herkunft:

seit dem 16. Jahrhundert bezeugt; Entlehnung zunächst aus französisch billet → fr (de logement → fr) mQuartierschein (für Soldaten)“, dann folgt die Entlehnung der Bedeutungsverzweigung des französischen Wortes; später eingeengt auf „Fahrkarte“ und in Deutschland dann amtlich durch »Fahrkarte« ersetzt[4][3][5]
das französische Wort billet → fr ist ein Erbwort aus altfranzösisch billette → fro, welches unter Einfluss von bille → frKugel“, auf bullette → froBeglaubigungsschein“ zurückgeht; dieses wiederum ist ein Denominativ zu bulle → frSiegelkapsel“, das lateinisch bulla → la entstammt; vergleiche hierzu »Bulle«[3][5]

Synonyme:

[1a] Fahrkarte; Deutschland, Österreich: Fahrausweis, Fahrschein
[1b] Einlasskarte, Eintrittskarte; Deutschland, Österreich: Karte
[1a, 1b] Ticket
[1c] Deutschland: Fahrerlaubnis, Führerschein, salopp: Lappen
[1c] Österreich: Lenkerberechtigung, salopp: rosa Schein
[1c] Schweiz: Fahrausweis, Führerausweis
[1c] Südtirol: Patent
[2a] Briefchen, Zettel
[2b] Briefkarte, Glückwunschkarte

Sinnverwandte Wörter:

[2a] kleines Schreiben

Gegenwörter:

[1c] Fahrschein

Oberbegriffe:

[1a–1c] Dokument
[2a, 2b] Mitteilung, Nachricht, Schriftstück

Unterbegriffe:

[1a] Anschlussbillet, Bahnbillett, Einzelbillett, Erstklassbillett, Ferienbillett, Flugbillett, Kollektivbillett, Retourbillett, Trambillett, Zweitklassbillett
[1b] Eintrittsbillett, Freibillett, Kinobillett, Konzertbillett, Theaterbillett
[2] Fleißbillett

Beispiele:

[1a] „Billette für Bahn, Bus und Schiff können in der Schweiz neu direkt per Handy gekauft werden, auch unterwegs.“[6]
[1a] „Der junge Bauer kauft ihm ein Billett nach Bern, von dort weiter ins kleine Oeschberg, eineinhalb Stunden Fahrt ins neue Leben, der alte gibt ihm eine letzte Urkunde mit auf den Weg, «für 44 Jahre treue Dienste», und eine Umarmung.“[7]
[1a] „Wenn Sie Ihr Billett während der Gültigkeitszeitspanne zurückgeben, ist der Betrag der Erstattung von den verstrichenen Nutzungstagen (der Tag der Rückgabe wird mitgezählt) und den einbehaltenen Verwaltungskosten abhängig.“[8]
[1a] „Nach Abfahrt des Zuges können die Billette weder umgetauscht noch rückerstattet werden. Denken Sie daran, dass Ihr Billett ausschliesslich im Zug gültig ist, für den Sie reserviert haben.“[9]
[1b] „Wer sich nun aber kein Billett sichern konnte, kann das alles entscheidende Spiel nicht einfach gemütlich zu Hause verfolgen, denn das Schweizer Fernsehen überträgt das Spiel in Basel.“[10]
[1b] „Nur wenige Schweizer haben bisher Billette für die Weltmeisterschaft gekauft.“[11]
[1c] „Nach einem tödlichen Unfall soll fehlbaren Autofahrern das Billett vorsorglich weggenommen werden.“[12]
[1c] „Wie lange der Fifa-Präsident sein «Billett» abgeben muss, ist noch nicht klar.“[13]
[2a] „In einem anderen kleinen Billett dankt sie für eine »Multatuli-Sendung« und schickt ihm dafür eine kleine Arbeit von Hans Hecht, Hanna Lindbergs Verlobtem, für die »Gesellschaft«.“[14]
[2b] „Das hässlichste Druckwerk aber kam aus dem Belvedere: ein fetter güldener Barockrahmen, in dem ein aufklappbares Billett mit dem Konterfei des Prinzen Eugen klebt.“[15]
[2b] „Alle Billetts sind wie gewohnt ohne Text oder mit einem von Ihnen gewünschten Texteindruck lieferbar.“[16]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1a] ein Billett (erster, zweiter Klasse) buchen, ein Billett lösen, umgangssprachlich: ein Billett knipsen; ein Billett nach xy;
[1b] ein Billett kaufen, ein Billett verfallen lassen, ein Billett vorbestellen; für jemanden ein Billett (bis zum Vorstellungsbeginn) zurücklegen (lassen); Billetts/Billette zu ermäßigten Preisen
[2a] ein freundliches Billett, ein zartes Billett; jemandem ein Billett (heimlich) zukommen lassen; jemandem ein Billett heimlich zustecken

Wortbildungen:

[1a] Billettausgabe, Billettautomat, Billettschalter
[1b] Billettkasse, Billettreservation, Billettsteuer, Billettverkauf
[1a, 1b] Billettkontrolle; veraltet: billettieren
[1c] Billett-Entzug
[2b] Geburtstagsbillett, Glückwunschbillett

ÜbersetzungenBearbeiten

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1a, 1b, 2] Wikipedia-Artikel „Billett“ (Begriffsklärung)
[1a, 1b, 2a] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Billett
[1a, 1b, 2] Duden online „Billett
[1a, 1b] canoo.net „Billett
[1a, 1b, 2a] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonBillett
[1a, 1b, 2a] The Free Dictionary „Billett
[1a, 1b, 2a, 2b] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 307.
[1a, 1b, 2a] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 200.
[1a–2b] Ulrich Ammon et al. (Herausgeber): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie in Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol. 1. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2004, ISBN 978-3-11-016574-6, DNB 972128115, Seite 120.

Quellen:

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Ulrich Ammon et al. (Herausgeber): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie in Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol. 1. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2004, ISBN 978-3-11-016574-6, DNB 972128115, Seite 120–121.
  2. Max Mangold und Dudenredaktion: Duden Aussprachewörterbuch. In: Der Duden in zwölf Bänden. 6. Auflage. Band 6, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2005, ISBN 978-3-411-04066-7, DNB 975190849, Seite 202.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 307.
  4. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Seite 123.
  5. 5,0 5,1 Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 200.
  6. SBB-Billette via Handy kaufen. Personal soll mehr Zeit für Beratungen erhalten. In: Neue Zürcher Zeitung, 17.02.2009. ISSN 0376-6829. Online-Ausgabe abgerufen am 17. Februar 2010.
  7. Marco Lauer: Dienstbotenheim Oeschberg. «So schön ischs uf em Bärg». In: WOZ Die Wochenzeitung, 28.01.2010. Online-Ausgabe abgerufen am 17. Februar 2010.
  8. http://www.b-rail.be/nat/D/tarifs/traincards/info/refund/index.php. Abgerufen am 17. Februar 2010.
  9. http://www.tgv-europe.lu/de/Bahn/Alle_unsere_Zuege/Corail/?&_LANG=DE. Abgerufen am 17. Februar 2010.
  10. Vorfreude auf das Derby FCZ gegen GC - leicht getrübt. In: Neue Zürcher Zeitung, 23.05.2007. ISSN 0376-6829. Online-Ausgabe abgerufen am 17. Februar 2010.
  11. David Wiederkehr: Wird WM zum Freikarten-Event? In: Basler Zeitung, 15.01.2010. Online-Ausgabe abgerufen am 17. Februar 2010.
  12. Billett weg für Todesfahrer? In: Blick Online. 10. März 2009 (URL, abgerufen am 22. Februar 2018).
  13. Bruno Stüdle: Sepp Blatter muss Billett abgeben. In: Basler Zeitung, 13.03.2009. Online-Ausgabe abgerufen am 17. Februar 2010.
  14. Fred B. Stern (Hrsg.): Auftakt zur Literatur des 20. Jahrhunderts. Briefe aus dem Nachlaß von Ludwig Jacobowski, Verlag Lambert Schneider GmbH, Heidelberg 1974. Seite 152. Zitiert nach Google Books.
  15. Thomas Trenkler: Gurke mit Sternchen. In: Der Standard, 22.12.2009. Online-Ausgabe abgerufen am 17. Februar 2010.
  16. http://www.behindert.or.at/billetts/info/ostern.html. Abgerufen am 17. Februar 2010.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Ballett, Billietit