Nuvola apps korganizer.svg Dieser Eintrag war in der 51. Woche
des Jahres 2006 das Wort der Woche.

Weihnachten (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, nBearbeiten

Singular Plural
Nominativ das Weihnachten die Weihnachten
Genitiv des Weihnachten der Weihnachten
Dativ dem Weihnachten den Weihnachten
Akkusativ das Weihnachten die Weihnachten

Anmerkung zu den Nebenformen:

Regional wird die Weihnacht f, das Weihnachten n und die Weihnachten (Plural) unterschiedlich gebraucht.

Nebenformen:

Weihnacht

Worttrennung:

Weih·nach·ten, Plural: Weih·nach·ten

Aussprache:

IPA: [ˈvaɪ̯naxtn̩]
Hörbeispiele:   Weihnachten (Info),   Weihnachten (Info)

Bedeutungen:

[1] Christentum: christlicher Feiertag am 25. Dezember, an dem die Geburt von Jesus Christus gefeiert wird; in vielen Staaten ein gesetzlicher Feiertag und Auftakt der Weihnachtsferien; in Deutschland, Österreich und Teilen der Schweiz kommt der 26. Dezember als zweiter staatlicher Feiertag (zweiter Weihnachtstag, zweiter Weihnachtsfeiertag) dazu

Abkürzungen:

[1] Weihn.

Herkunft:

frühester Beleg beim Minnesänger Spervogel um 1170/1190: „Er ist gewaltic unde starc (…) der ze wîhen naht gebórn wárt. (…) daz ist der heilige Krist, (…) jâ lobt in allez, daz dir ist“ (Minnesangs Frühling VII. IV.[1]). „Ze wihen naht“ ist ein Singular und könnte eine Übertragung des lateinischen nox sanctaheilige, geweihte Nacht“ sein. Allerdings stehen laut Jacob und Wilhelm Grimm „von den 100 mittelalterlichen belegen […] 62 im dat. plur.“ („wîhen nahten“).[2]

Synonyme:

[1] Christfest, Fest des Friedens, Fest des Lichtes, Christmesse, Christmette, Weihnachtsfest, Weihnachtstag

Oberbegriffe:

[1] Feiertag, Fest

Unterbegriffe:

[1] Nachkriegsweihnachten

Beispiele:

[1] In drei Tagen ist Weihnachten.
[1] „Suppenküche der Johanniter. Bedürftigen ein schönes Weihnachten bescheren.“[3]
[1] „Die gemütlichen Weihnachten sind eine bürgerliche Erfindung des 19. Jahrhunderts.“[4]
[1] Frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr. (  Frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr. (Info))
[1] Zu Weihnachten soll es schneien.
[1] An Weihnachten soll es nicht schneien.
[1] Wir fahren über Weihnachten in Urlaub.
[1] Letzte Weihnachten hat es geregnet.
[1] „Nach Weihnachten fuhren Mama und Papa zum Klassentreffen nach Jever.“[5]
[1] „In Deutschland waren wir Weihnachten immer bei meiner Großmutter, das war sehr schön.“[6]

Redewendungen:

[1] weiße Weihnachten – Weihnachten, an dem Schnee liegt oder fällt
[1] grüne Weihnachten – Weihnachten, an dem kein Schnee liegt oder fällt
[1] frohe Weihnachten – in Grüßen und Wünschen
[1] ein Gefühl wie Weihnachten
[1] wenn Ostern und Weihnachten auf einen Tag fallen – niemals
[1] ja is’ denn heut schon Weihnachten/ja ist denn heut schon Weihnachten – Ausdruck der Überraschung

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] an Weihnachten, zu Weihnachten, nach Weihnachten, vor Weihnachten; etwas über Weihnachten tun; etwas zu/an Weihnachten schenken, bekommen, verschenken

Wortbildungen:

Adjektive: weihnachtlich
Substantive: Weihnachtsabend, Weihnachtsamnestie, Weihnachtsansprache, Weihnachtsbäckerei, Weihnachtsbasar, Weihnachtsbaum, Weihnachtsbescherung, Weihnachtsbotschaft, Weihnachtsbrauch, Weihachtsbraten, Weihnachtsbummel, Weihnachtsdekoration, Weihnachtseinkauf, Weihnachtsengel, Weihnachtserzählung, Weihnachtsessen, Weihnachtsfeier, Weihnachtsfeiertag, Weihnachtsferien, Weihnachtsfest, Weihnachtsfilm, Weihnachtsfrau, Weihnachtsgans, Weihnachtsgebäck, Weihnachtsgeld, Weihnachtsgeschäft, Weihnachtsgeschenk, Weihnachtsgeschichte, Weihnachtsgesteck, Weihnachtsgottesdienst, Weihnachtsgratifikation, Weihnachtsgutschein, Weihnachtsinsel, Weihnachtskaktus, Weihnachtskarte, Weihnachtskeks, Weihnachtskonzert, Weihnachtskrippe, Weihnachtslied, Weihnachtslieferung, Weihnachtsmann, Weihnachtsmarke, Weihnachtsmarkt, Weihnachtsmenü, Weihnachtsmonat, Weihnachtsmorgen, Weihnachtsmusik, Weihnachtsoratorium, Weihnachtspapier, Weihnachtsplätzchen, Weihnachtspostamt, Weihnachtspredigt, Weihnachtspyramide, Weihnachtsrede, Weihnachtsrose, Weihnachtssaison, Weihnachtssendung, Weihnachtsserie, Weihnachtssong, Weihnachtsstern, Weihnachtsstille, Weihnachtsstimmung, Weihnachtsstollen, Weihnachtsstube, Weihnachtstag, Weihnachtstauwetter, Weihnachtsteller, Weihnachtstradition, Weihnachtsurlaub, Weihnachtswoche, Weihnachtszauber, Weihnachtszeit, Weihnachtszelt, Weihnachtszeremonie, Weihnachtszimmer
Verb: weihnachten

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Wikipedia-Artikel „Weihnachten
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Weihnachten
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Weihnachten
[1] Duden online „Weihnachten
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalWeihnachten

Quellen:

  1. Minnesangs Frühling. In: Bibliotheca Augustana. Abgerufen am 26. Dezember 2022.
  2. Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Weihnachten
  3. Max Gerten: Suppenküche der Johanniter. Bedürftigen ein schönes Weihnachten bescheren. In: Journal Frankfurt. 3. November 2016, abgerufen am 27. Dezember 2022.
  4. Daniel Klingenberg: Das Lob der leeren Hände – oder warum Weihnachten für viele auch nur ein Stress unter anderen ist. In: St. Galler Tagblatt. 24. Dezember 2022, abgerufen am 27. Dezember 2022.
  5. Gerhard Henschel: Kindheitsroman. Hoffmann und Campe, Hamburg 2004, ISBN 3-455-03171-4, Seite 117.
  6. Irmgard Keun: Kind aller Länder. Roman. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1989, ISBN 3-423-45369-7, Seite 81. Erste Ausgabe 1938.