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Nuvola apps korganizer.svg Dieser Eintrag war in der 51. Woche
des Jahres 2014 das Wort der Woche.

weihnachten (Deutsch)Bearbeiten

VerbBearbeiten

Person Wortform
Präsens ich
du
es weihnachtet
Präteritum es weihnachtete
Konjunktiv II es weihnachtete
Imperativ Singular
Plural
Perfekt Partizip II Hilfsverb
geweihnachtet haben
Alle weiteren Formen: Flexion:weihnachten

Worttrennung:

weih·nach·ten, Präteritum: weih·nach·te·te Partizip II: ge·weih·nach·tet

Aussprache:

IPA: [ˈvaɪ̯ˌnaxtn̩]
Hörbeispiele:   weihnachten (Info)

Bedeutungen:

[1] bisweilen auch ironisch: bald Weihnachten werden, auf das Weihnachtsfest zugehen (wobei sich eine weihnachtliche Atmosphäre ausbreitet)
[2] übertragen, scherzhaft, selten: (solch ein positives Ereignis) wie Weihnachten sein

Herkunft:

  • strukturell:
Ableitung eines (defektiven) Verbs durch Konversion beziehungsweise syntaktische Umsetzung des Substantivs Weihnachten
Es handelt sich um eine Wortschöpfung Theodor Storms[1] aus seinem 1862 entstandenen Gedicht »Knecht Ruprecht«[2][3] (siehe ersten Beispielsatz).

Gegenwörter:

[1] entweihnachten

Unterbegriffe:

[1] beweihnachten

Beispiele:

[1] „Von drauß’ vom Walde komm ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr![4]
[1] „Da es eben weihnachtet, haben wir den Strand für uns.“[5]
[1] „In der schicken Duplexdachwohnung Egon Strassers weihnachtet es, Linda im freizügigen kurzen Schwarzen macht sich fertig zum Ausgehen und die andere in der Wohngemeinschaft, die etwas ältere Christine, im hochgeschlossenen, eleganten Mini mit hohen schwarzen Stiefeln, kommt heim und steckt einen dramaturgisch überaus wichtigen Anrufbeantworter an, über den in der Folge mehrere Verehrer Lindas kabarettistische Einlagen liefern, Gerard mit französischem Akzent und ein Skilehrer, der auch mal aufs Band jodelt.“[6]
[1] „Ordentlich weihnachten soll es dafür ab morgen in der Breiten Gasse.“[7]
[1] „Das fiktive Tagebuch [vom Autor und Ex-Kabarettisten Henning Venske über Kanzler Helmut Kohl] beginnt im 46. Monat vor der Kanzlerschaft, genauer gesagt am zweiten Weihnachtsfeiertag, mit dem Eintrag: ‚Nachts in der Abstellkammer, mäßig knülle. Es hat wieder mal über alle Maßen geweihnachtet, und die Christenheit hat wie immer verschärft gelogen.[…]‘“[8]
[1] „Anfang November weihnachtet es im Schloß Bellevue schon.“[9]
[1] „Die Aufgabe, den Menschen aus Kosovo zu helfen, sei keine beschwerliche, sondern eine befreiende Aufgabe, sagte Sieber: ‚Damit es nicht nur einnachtet, sondern weihnachtet.‘“[10]
[1] „Von Schlüchtern über Gelnhausen bis Maintal - in Städten und Dörfern weihnachtete es bereits heftig.“[11]
[1] „Kalorienreich weihnachtet es am 15. Dezember im Angesicht einer Wachtelbrust samt Pinienkernbutter und am 24. ist von 10 bis 15 Uhr Weihnachtstreff im Lorenz.“[12]
[1] „Nachdem es schon seit einigen Wochen in den Läden der Stadt kräftig weihnachtet, beginnen nun wirklich die feierlichen Adventstage.“[13]
[1] „Es weihnachtet überall, auch wenn die Menschen noch in den Straßencafés sitzen, die letzten Sonnenstrahlen genießen und vielleicht auch noch von ihrem kürzlich zu Ende gegangen Urlaub in südlichen Gefilden träumen.“[14]
[1] „Das erste Adventswochenende steht schon vor der Tür. Und dieses nutzen traditionell die meisten, um es auch zu Hause festlich ‚weihnachten‘ zu lassen.“[15]
[1] „Zum Sessionsschluss hat es im Bundeshaus dann doch noch geweihnachtet.[16]
[1] „Haifischbecken, Bananenstauden, Perlenketten - auch wenn’s draußen weihnachtet, im Tropen-Aquarium bei Hagenbeck wütete gestern ein Südsee-Sturm!“[17]
[1] „Die beiden Formationen liessen es dabei bereits kräftig weihnachten.[18]
[2] „‚Wir haben ein bisschen Glück gehabt, das hätten wir verlieren können‘, bestätigte Kaluscha, dass es gestern ein wenig weihnachtete bei der SG - zumal Bata und Jasmin Karabegovic gute Chancen zum 3:0 für die SpVgg liegen ließen.“[19]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1, 2] es weihnachtet sehr

ÜbersetzungenBearbeiten

[1, 2] Werner Scholze-Stubenrecht et al.: Duden, Zitate und Aussprüche. Herkunft und aktueller Gebrauch. 7 500 Zitate, Aussprüche, Bonmots, Sentenzen und Aphorismen - von der klassischen Antike bis zur modernen Werbesprache, von der Bibel bis zum Fernsehfilm. In: Der Duden in 12 Bänden. Nach den Regeln der neuen deutschen Rechtschreibung überarbeiteter Nachdruck der 1. Auflage. Band 12, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1997, ISBN 3-411-04121-8, DNB 950682950, Stichwort »Es weihnachtet sehr«, Seite 514.
[1, 2] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Buch der Zitate und Redewendungen. 2. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-71802-3, Stichwort »Es weihnachtet sehr«, Seite 237.
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. In zehn Bänden. 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. 10. Band Vide–Zz, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1999, ISBN 3-411-04833-6, DNB 965409295, Stichwort »weihnachten«, Seite 4463.
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Stichwort »weihnachten«, Seite 1907.
[1] Renate Wahrig-Burfeind: Brockhaus Wahrig Deutsches Wörterbuch. Mit einem Lexikon der Sprachlehre. In: Digitale Bibliothek. 9., vollständig neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. wissenmedia in der inmedia ONE GmbH, Gütersloh/München 2012, ISBN 978-3-577-07595-4 (CD-ROM-Ausgabe), Stichwort »weihnachten«.
[1] Duden online „weihnachten
[1] wissen.de – Wörterbuch „weihnachten
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „weihnachten
[1] The Free Dictionary „weihnachten
[*] canoonet „weihnachten
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalweihnachten
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „weihnachten

Quellen:

  1. Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „weihnachten
  2. Werner Scholze-Stubenrecht et al.: Duden, Zitate und Aussprüche. Herkunft und aktueller Gebrauch. 7 500 Zitate, Aussprüche, Bonmots, Sentenzen und Aphorismen - von der klassischen Antike bis zur modernen Werbesprache, von der Bibel bis zum Fernsehfilm. In: Der Duden in 12 Bänden. Nach den Regeln der neuen deutschen Rechtschreibung überarbeiteter Nachdruck der 1. Auflage. Band 12, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1997, ISBN 3-411-04121-8, DNB 950682950, Seite 514.
  3. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Buch der Zitate und Redewendungen. 2. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-71802-3, Seite 237.
  4. Theodor Storm: Knecht Ruprecht. [1862]. In: Gedichte. 8. Auflage. Verlag von Gebrüder Paetel, Berlin 1889, Seite 143 (Zitiert nach Wikisource-Quellentext „Knecht_Ruprecht“ (Stabilversion))
  5. Hermann Kant: Der Aufenthalt. Roman. 1. Auflage. Rütten und Loening, Berlin 1977, Seite 9.
  6. Mit den Waffen der Frauen – Beim nächsten Mann wird alles anders. Gabriel Baryllis unterhaltsame Beziehungskomödie „Honigmond“ in Wien. In: Nürnberger Nachrichten. 27. Januar 1992, Seite 30.
  7. Wenige Tage vor der Eröffnung des Christkindlesmarkts läßt die City wenig vorweihnachtlichen Glanz erahnen. In: Nürnberger Nachrichten. 24. November 1997, Seite 9.
  8. Das besondere Taschenbuch. In: Nürnberger Nachrichten. 15. Dezember 1997, Seite 29.
  9. Honza Klein: Unicef läßt es schon weihnachten. In: Berliner Morgenpost. 6. November 1998, ISSN 0949-5126, Seite 11.
  10. Kirche unterstützt Kosovo-Flüchtlinge. In: Zürcher Tagesanzeiger. Nummer 43, 7. November 1998, Seite 19.
  11. Katja Schoßer: Weihnachtsmärkte sind weiterhin Publikumsmagnete. In: Frankfurter Rundschau. 55. Jahrgang, 6. Dezember 1999, ISSN 0940-6980, Seite 6.
  12. Claudine Stauber: Wenn Gäste sagen, wie es wirklich ist. In: Nürnberger Nachrichten. 4. Dezember 2000, Seite 14.
  13. Diese MOPO ist ’ne Packung Kekse. In: Hamburger Morgenpost. 3. Dezember 2006, Seite 8.
  14. Damit der Rubel rollt: Es weihnachtet sehr. Die yz-Glosse. In: Nürnberger Zeitung. 20. September 2007, Seite 18.
  15. Es ist Zeit für die Weihnachts-Dekoration. In: Mannheimer Morgen. 62. Jahrgang, 29. November 2007, Seite 4.
  16. B. Gaemperle: Wahlen im Mittelpunkt. In: St. Galler Tagblatt. Nummer 2, 4. Januar 2008, Seite 37.
  17. Scharfe Frauen am Haifischbecken. In: Hamburger Morgenpost. 4. Dezember 2009, Seite 21.
  18. M. Tinner: Im Takt von Herz und Fussspitzen. In: St. Galler Tagblatt. Nummer 290, 12. Dezember 2011, Seite 38.
  19. Es weihnachtet für die Italia. In: Rhein-Zeitung. 25. August 2008.