verschenken (Deutsch)Bearbeiten

VerbBearbeiten

Person Wortform
Präsens ich verschenke
du verschenkst
er, sie, es verschenkt
Präteritum ich verschenkte
Konjunktiv II ich verschenkte
Imperativ Singular verschenk!
verschenke!
Plural verschenkt!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
verschenkt haben
Alle weiteren Formen: Flexion:verschenken
 
[1] Der heilige Martin verschenkt seinen halben Mantel.

Worttrennung:

ver·schen·ken, Präteritum: ver·schenk·te, Partizip II: ver·schenkt

Aussprache:

IPA: [fɛɐ̯ˈʃɛŋkn̩]
Hörbeispiele:   verschenken (Info),   verschenken (Info)
Reime: -ɛŋkn̩

Bedeutungen:

[1] transitiv: jemandem etwas zum Geschenk machen, jemandem etwas als Geschenk geben
[2] etwas nicht nutzen, etwas ungewollt verschwenden
[3] verhüllend, veraltet, von Mädchen/Frauen: einen Mann/Jungen lieben; sich einem Mann/Jungen hingeben; mit einem Mann/Jungen Geschlechtsverkehr haben

Herkunft:

Derivation des Verbs schenken mit dem Präfix ver-

Sinnverwandte Wörter:

[1] spenden, spendieren
[2] aus der Hand geben, verspielen

Beispiele:

[1] Die Deutschen verschenken gern Bücher an Weihnachten.
[1] Es ist schön, zur Adventszeit Stollen zu backen und an Freunde zu verschenken.
[1] Im Sommer mache ich Erdbeermarmelade und verschenke sie an Nachbarn.
[1] „Seit Dezember 2012 ist der gemeinnützige Verein "Foodsharing" online gegangen. Seitdem wurden mehr als 2.000 Kilogramm Lebensmittel verschenkt.[1]
[1] „Setzen Sie jetzt Liköre selbst an und verschenken Sie sie zu Weihnachten.“[2]
[1] [Der Fußballer Anthony Modeste:] „Der 33-Jährige bedankte sich und verschenkte sein Trikot an einen kleinen Fan, der auf der Tribüne auf sein Idol gewartet hatte,“ […].[3]
[1] [Bundeswehr in Afghanistan:] „Die Soldaten fuhren in ungepanzerten Fahrzeugen durch die Stadt, verschenkten Süßigkeiten an die Kinder.“[4]
[1] [Vincent van Gogh:] „Er verschenkte Kleidungsstücke, vernachlässigte sein Äußeres und lebte in ärmlichsten Verhältnissen.“[5]
[1] „Die zehnjährige Lediana will ihre langen, dunkelbraunen Haare, die fast bis zum Po gehen verschenken - an ein krankes Kind, das zum Beispiel wegen einer Krebserkrankung seine Haare verloren hat.“[6]
[1] [Bernsteinzimmer:] „Im Jahr 1716 wurde das Original vom preußischen König Friedrich Wilhelm I. an den russischen Zaren Peter den Großen verschenkt und verschwand 1945.“[7]
[1] [Coronapandemie:] „Edith Scharfschwerdt hatte schon am Anfang der Pandemie begonnen, Schutzmasken zu nähen und diese unter Nachbarn und Freunden zu verschenken.[8]
[1] [Coronapandemie 2020:] „Eine Million Masken verschenkt Taiwan. Dort ist COVID-19 unter Kontrolle.“[9]
[2] [Weitsprung:] „Wer vor dem Balken abspringt, verschenkt wertvolle Zentimeter.“[10]
[2] [SC Freiburg:] „In der gesamten Saison hatte der Sportclub in sechs Spielen einen Sieg in den Schlussminuten verschenkt und in weiteren drei 0:0-Partien einen Elfmeter verschossen.“[11]
[2] „Aktuell werden Windräder gedrosselt oder ganz abgeschaltet, wenn gerade mehr Strom erzeugt wird, als das Netz tragen kann. So wird de facto wertvolle Energie verschenkt.[12]
[2] „Am 23. Juni verschenkte die Bundesregierung eine letzte Chance, die Menschen, die uns in Afghanistan halfen, in Sicherheit zu bringen.“[13]
[2] „Aber an der vorigen Europawahl beteiligten sich nur rund 48 Prozent, europaweit 43 Prozent der Bürgerinnen und Bürger. Über die Hälfte verschenkte die Möglichkeit, sich durch das Europäische Parlament, die einzige direkt demokratisch gewählte Institution der EU vertreten zu lassen.“[14]
[2] Auch die kürzlich in der Orangerie des Charlottenburger Schlosses zu Ende gegangene Ausstellung "Preußen 1701. Eine europäische Geschichte" verschenkte die Möglichkeit, die Rolle der Juden in den Anfängen des Preußenstaates gebührend zu würdigen.[15]
[3] „Sie verschenkte sich, um zum Ziel zu gelangen, ihre Schönheit war ihr das Werkzeug, um Männer toll zu machen, ihren Einfluß für sich zu gewinnen, ihre Ehre, ihre Geheimnisse zu erschleichen.“[16]
[3] „Sie »verschenkte« sich nicht. Sie lachte, wenn Malaita um den ersehnten Kuß flehte ...“[17]
[3] „Manchem wohlhabenden Pächter, sagte sie, würde sehr damit gedient sein, wenn er sie zur Frau bekommen könnte; aber sie wäre fest gesonnen, wenn sie einmal ihr Herz verschenkte, sich hübschen Augentrost anzuschaffen.“[18]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] mit Substantiv: ein Buch / eine Eintrittskarte / Geld / ein Ticket / ein Vermögen verschenken
[1] mit Substantiv: Blumen / (rote) Rosen verschenken
[1] mit Substantiv: etwas zu Weihnachten verschenken
[1] mit Adjektiv: etwas großzügig / steuerfrei verschenken
[2] mit Substantiv: eine Chance / eine Möglichkeit / sein Potential / den Sieg verschenken
[2] mit Adjektiv: etwas leichtfertig / vorschnell verschenken

Wortbildungen:

Konversionen: Verschenken, verschenkend, verschenkt

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „verschenken
[1–3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „verschenken
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalverschenken
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „verschenken
[1, 2] The Free Dictionary „verschenken
[1, 2] PONS – Deutsche Rechtschreibung „verschenken
[1–3] Duden online „verschenken
[1–3] Wahrig Großes Wörterbuch der deutschen Sprache „verschenken“ auf wissen.de
[1] Wahrig Synonymwörterbuch „verschenken“ auf wissen.de

Quellen:

  1. Shift – Verschenken statt Wegschmeißen. In: Deutsche Welle. 27. Mai 2013 (URL, abgerufen am 15. Juni 2022).
  2. Selbstgemachte Geschenke aus der Küche – Liköre und Vanilleessenz selbst ansetzen. In: Bayerischer Rundfunk. 28. Oktober 2020 (URL, abgerufen am 15. Juni 2022).
  3. Thomas Klein: 9. Spieltag – Anthony Modeste ist zurück aus der Versenkung. In: Deutsche Welle. 24. Oktober 2021 (URL, abgerufen am 15. Juni 2022).
  4. Sandra Petersmann, Nina Werkhäuser: Militärische Bilanz – Die Bundeswehr und der lange Krieg in Afghanistan. In: Deutsche Welle. 11. September 2020 (URL, abgerufen am 15. Juni 2022).
  5. Wikipedia-Artikel „Vincent van Gogh“ (Stabilversion)
  6. Katrin Waldenburg: Waschen, schneiden - spenden! – Haare spenden für kranke Kinder (Teil 1). In: Bayerischer Rundfunk. 30. September 2020 (URL, abgerufen am 15. Juni 2022).
  7. Wikipedia-Artikel „Russland“ (Stabilversion)
  8. Zwei Jahre Corona: Wie Niedersachsen die Pandemie durchsteht. In: Norddeutscher Rundfunk. 5. März 2022 (URL, abgerufen am 15. Juni 2022).
  9. Klaus Bardenhagen: Schutz vor Corona – Jens Spahn sagt Danke für Taiwans Maskenspende. In: Deutsche Welle. 27. April 2020 (URL, abgerufen am 15. Juni 2022).
  10. Jens Krepela: Erstes Weitsprung-Gold nach 21 Jahren – Malaika Mihambo - mit dem letzten Sprung ins Gold-Glück. In: Deutsche Welle. 3. August 2021 (URL, abgerufen am 15. Juni 2022).
  11. Wikipedia-Artikel „SC Freiburg“ (Stabilversion)
  12. Energiewende – Wann wir endlich … unseren Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen beziehen. In: Westdeutscher Rundfunk. 24. Februar 2021 (Sendereihe: Quarks, URL, abgerufen am 15. Juni 2022).
  13. Maissun Melhem: Ende der Evakuierung aus Kabul – Meinung: Enttäuschtes Vertrauen in Afghanistan. In: Deutsche Welle. 27. August 2021 (URL, abgerufen am 15. Juni 2022).
  14. Fragen und Antworten zur Europawahl. politische-bildung-brandenburg.de, Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, Potsdam, Deutschland, abgerufen am 13. Juni 2022 (Deutsch).
  15. Julius H. Schoeps: Kultur Preußisch-jüdische Geschichte: Ein Synagogenadler namens F. W. Rex. In: Der Tagesspiegel Online. 16. August 2001 (URL, abgerufen am 15. Juni 2022).
  16. Georges Ohnet: Die lichtscheue Dame. In: Projekt Gutenberg-DE. 2., Verlag von J. Engelhorn, 1902, 6 (URL, abgerufen am 15. Juni 2022).
  17. Alma M. Karlin: Drachen und Geister. In: Projekt Gutenberg-DE. Frundsberg-Berlag G.m.b.H, 1930, 10. Kapitel: Der Kuß (URL, abgerufen am 15. Juni 2022).
  18. Tobias Smollett: Die Abenteuer des Roderick Random. In: Projekt Gutenberg-DE. Insel-Verlag Anton Kippenberg, 1965 (übersetzt von Wilhelm Christian Mylius), Vierzigstes (URL, abgerufen am 15. Juni 2022).