Lager (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, nBearbeiten

Singular Plural 1 Plural 2
Nominativ das Lager die Lager die Läger
Genitiv des Lagers der Lager der Läger
Dativ dem Lager den Lagern den Lägern
Akkusativ das Lager die Lager die Läger
 
[1] ein Lager, in dem einige Waren gelagert werden
 
[1a] ein Lager, in dem große Mengen an Waren gelagert und umgeschlagen werden
 
[1a] ein Braunkohlelager im Tagebau Vereinigtes Schleenhain
 
[2] Zeltlager der Ritterspiele im Örtzepark (Anno 2008)
 
[4] ein Lager

Worttrennung:

La·ger, Plural 1: La·ger, Plural 2: Lä·ger

Aussprache:

IPA: [ˈlaːɡɐ]
Hörbeispiele:   Lager (Info)
Reime: -aːɡɐ

Bedeutungen:

[1] Raum oder Gebäude zur geordneten Unterbringung von Waren
[1a] Gelände zur Unterbringung von großen Materialmengen
[2] nur Plural 1: vorübergehende (provisorische) Unterkunft/Unterbringung, insbesondere militärisch
[3] Geologie: nur Plural 1: Erz- oder Gesteinsschicht
[4] Maschinenbau: nur Plural 1: Maschinenelement, das ein schwingendes oder sich drehendes Element aufnimmt
[5] Maschinenbau, Statik: nur Plural 1: Bauteil, das Lasten aufnimmt
[6] Soziologie: nur Plural 1: Gesamtheit der Anhänger einer Weltanschauung
[7] Kurzform für ein Konzentrations-, Inhaftierungs- oder Internierungslager
[8] Kurzform für Lagerbier
[9] altertümlich: Schlafstatt; Stelle, die einer Person zum Liegen beziehungsweise Schlafen zugedacht ist
[10] umgangssprachlich: der Inhalt zu [1]; der Vorrat

Abkürzungen:

[1] Lg.

Herkunft:

Mittelhochdeutsch leger, Althochdeutsch legar, Germanisch *leg-ra- „Lager“, belegt seit dem 9. Jahrhundert, heutige Form seit dem 14. Jahrhundert[1]

Synonyme:

[1] Magazin
[3] Lagerstätte
[5] Widerlager
[9] Bettstatt, Schlafplatz, Schlafstatt
[10] Bestand, Vorrat

Sinnverwandte Wörter:

[1a] Deponie
[9] Bett, Liege

Oberbegriffe:

[8] Bier

Unterbegriffe:

[1] Abfalllager, Atommülllager, Ausgangslager, Auslieferungslager, Ausweichlager, Bettenlager, Eingangslager, Endlager, Ersatzteillager, Getreidelager, Heulager, Hochregallager, Materiallager, Militärlager, Möbellager, Mülllager, Munitionslager, Nachschublager, Regallager, Sachspendenlager, Sammellager, Spendenlager, Tanklager, Treibstofflager, Waffenlager, Warenlager, Weinlager, Zwischenlager
[1a] Erzlager, Kohlelager, Rohstofflager, Schlackenlager, Wertstofflager, Wirtschaftsdüngerlager
[1a, 2, 6] Skilager
[2] Arbeitsdienstlager, Arbeitslager, Asyllager, Auffanglager, Aufnahmelager, Außenlager, Barackenlager, Basislager, Durchgangslager, Erholungslager, Fahrerlager, Feldlager, Ferienlager, Flüchtlingslager, Gefangenenlager, Hauptlager, Internierungslager, Kinderlager, Konzentrationslager, Kriegsgefangenenlager, Marschlager, Massenlager, PKK-Lager, Römerlager, Sammellager, Straflager, Todeslager, Trainingslager, Umerziehungslager, Vernichtungslager, Winterlager, Zeltlager
[4] Achslager, Kugellager, Radlager, Tretlager, Wälzlager
[5] Auflager, Brückenlager, Brückenwiderlager
[7] Kinderlager, Stammlager, Umerziehungslager
[9] Beilager, Bettlager, Krankenlager, Massenlager, Matratzenlager, Nachtlager, Ruhelager, Sterbelager, Strohlager, Totenlager
[10] Stocklager

Beispiele:

[1] Dieser Raum dient als Lager für Computerzubehör.
[1a] Das Gelände am Fluss dient dem Kraftwerk als Lager für die Kohle.
[2] Wir schlugen unser Lager auf der Lichtung auf.
[2] „Wichtige Zwischenstation und Versorgungspunkt war das Lager Hedemünden an einer Furt der Werra.“[2][3]
[2] „Bis wir ein Lager aufgeschlagen, ein Feuer entfacht und unser Abendessen zubereitet hatten, war es meistens stockdunkel, nur der klare Sternenhimmel funkelte über uns.“[4]
[2] „Sie bezogen ein Lager am Flussufer.“[5]
[6] Die Anhänger des konservativen Lagers waren mit dem Vorschlag nicht einverstanden.
[7] „Das Dachauer Lager genoss außerordentliche Publizität. Die Tagespresse brachte Berichte über Häftlingstransporte, über die Pläne, die Lagerinsassen zur Kultivierung des Dachauer Mooses einzusetzen … dass die Häftlinge anlässlich des Geburtstages von Hitler Musik hören konnten und besonders gutes Essen und Zigaretten erhielten.“[6]
[7] „Die Karte aus dem Internet verzeichnet alle Lager auf österreichischem Boden, Kriegsgefangenen-, Arbeits- und Konzentrationslager.“[7]
[7] „Aus diesen Lagern gingen sie in die Emigration nach England und Frankreich, aber auch nach Schweden, Kanada und in die USA.“[8]
[8] Lager ist ein untergäriges Bier.
[9] Er schob sich den Strohsack zurecht und legte sich auf sein Lager zur Nachtruhe.
[9] „All die Lager der letzten Jahre, sie spürte sie noch in ihren Knochen: die Pritsche in Marseille, die Strohsäcke auf dem Frachter, in Casablanca die Krankenliegen.“[9]
[9] „Seine trübe Phantasie hatte ihn aufgejagt von seinem Lager und in den Wald getrieben, wo er umhergeschweift war, bis die naßkalte Nachtluft und das gedehnte gellende Gelächter der Eulen ihn wieder zurückjagte.“[10]

Redewendungen:

auf Lager haben

Wortbildungen:

Substantive
[1] Lagerarbeiter, Lagercontainer, Lagerei, Lagerhalter, Lagerhaltung, Lagerist, Lagerleitung, Lagerlogistik, Lagertechnik, Lagerverkauf, Lagerzinssatz
[1, 10] Lagerbestand
[2] Lagerausgang, Lagereingang, Lagerfeuer, Lagerkoller, Lagerkommandant, Lagerleben, Lagerpolizei
[7] Lagerältester, Lagergeld, Lagerleitung, Lagersprache, Lagerzeitung
[10] Lagerware
Verben
[1] lagern (auslagern, einlagern, verlagern, …)
[2] belagern
Adjektive
[1] lagerbar, lagerfähig

ÜbersetzungenBearbeiten

[1–3, 5, 6] Wikipedia-Artikel „Lager
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Lager
[1–7, 9] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Lager
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalLager
[1–7, 9, 10] Duden online „Lager

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „Lager“, Seite 553.
  2. Römerlager bietet noch „aufregendes“ Potenzial, Goettinger-Tageblatt, am 26.10.2012
  3. Gerald Kräft: Römerlager bietet noch „aufregendes“ Potenzial. In: Eichsfelder Tageblatt. Nummer Heft 252, 2012, Seite 15.
  4. Lois Pryce: Mit 80 Schutzengeln durch Afrika. Die verrückteste, halsbrecherischste, schrecklich-schönste Reise meines Lebens. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2018 (übersetzt von Anja Fülle, Jérôme Mermod), ISBN 978-3-7701-6687-9, Seite 74. Englisches Original 2009.
  5. Arno Surminski: Der lange Weg. Von der Memel zur Moskwa. Roman. LangenMüller, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-7844-3508-4, Seite 101.
  6. Diese schreibt Stanislav Zámečník zu Presseberichteten anlässlich der Einrichtung des Konzentrationslagers Dachau im Jahr 1933: Stanislav Zámečník: Das war Dachau, Seite 22, herausgegeben von der Stiftung Comité International de Dachau, Luxemburg 2002 (Zweite überarbeitete Auflage), ISBN 2-87996-948-4
  7. Katja Petrowskaja: Vielleicht Esther. Geschichten. Suhrkamp, Berlin 2014, ISBN 978-3-518-42404-9, Seite 244.
  8. Peter Glotz: Die Vertreibung. Böhmen als Lehrstück. Ullstein, München 2003, ISBN 3-550-07574-X, Seite 132.
  9. Katharina Adler: Ida. Roman. 1. Auflage. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2018, ISBN 978-3-498-00093-6, Seite 30.
  10. Charles Sealsfield: Der Legitime und die Republikaner. Eine Geschichte aus dem letzten amerikanisch-englischen Kriege. Greifenverlag, Rudolstadt 1989, ISBN 3-7352-0163-6, Seite 115. Zuerst 1833; diese Ausgabe beruht auf der von 1847.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Lagger, leger, Leger, Lieger, Liger
Anagramme: Alger, erlag, Erlag, glare, lagre, Regal