Dieser Eintrag war in der 13. Woche
des Jahres 2008 das Wort der Woche.

Schöpfung (Deutsch)

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Singular Plural
Nominativ die Schöpfung die Schöpfungen
Genitiv der Schöpfung der Schöpfungen
Dativ der Schöpfung den Schöpfungen
Akkusativ die Schöpfung die Schöpfungen
 
[1] Mosaik "Die Schöpfung" in der Vorhalle des Markusdomes

Worttrennung:

Schöp·fung, Plural: Schöp·fun·gen

Aussprache:

IPA: [ˈʃœp͡fʊŋ]
Hörbeispiele:   Schöpfung (Info),   Schöpfung (Info)
Reime: -œp͡fʊŋ

Bedeutungen:

[1a] Religion: das Schaffen / Erschaffen der Welt aus dem Nichts durch ein höheres Wesen
[1b] im übertragen Sinne: das Schaffen / Erschaffen eines bedeutenden Werkes durch eine menschliche Person
[1c] Wissenschaft: das Schaffen / Erschaffen der Welt aus dem Nichts durch die Natur
[2a] Religion: das von diesem höheren Wesen[1a] freigesetzte Geschaffene selbst
[2b] im übertragenen Sinne: ein bedeutendes (künstlerisches) Werk

Herkunft:

bezeugt im Mittelhochdeutschen; zunächst in der Form schepfenunge „(göttliches) Geschöpf“, ab dem 14. Jahrhundert dann schepfunge

Synonyme:

[1] Arbeit, Erschaffung, Produktion, Urknall
[2] Arbeit, Artefakt, Artikel, Ergebnis, Erzeugnis, Fabrikat, Gebilde, Kreation, Leistung, Meisterleistung, Meisterstück, Modell, Kunstwerk, Oeuvre, Opus, Produkt, Schaffung, Ware, Werk

Sinnverwandte Wörter:

[1b, 2b] Kreation
[1c] Evolution

Gegenwörter:

[1a] Weltuntergang, Apokalypse, Harmagedon, Nacht ohne Morgen, Jüngstes Gericht, Jüngster Tag, Letztes Gericht, Weltgericht
[1b] Zerstörung, Vernichtung

Oberbegriffe:

[1a] Religion; Gott; Genesis
[1b] Kunst; Kreativität

Unterbegriffe:

[1] Geldschöpfung, Neuschöpfung, Wertschöpfung
[1a, 1c] Welt; Natur; All; Universum
[1b] Eigenschöpfung, Lehnschöpfung, Modeschöpfung, Neuschöpfung, Tonschöpfung, Wortschöpfung
[2a,2b] Bildschöpfung, Gegenschöpfung

Beispiele:

[1a] Nach dem Schöpfungsbericht des Pentateuch hat die Schöpfung der Erde sieben Tage gedauert.
[1a] „… Andererseits stellt jede Schöpfung, da sie ein göttliches Werk ist, auch einen Einbruch schöpferischer Energie in die Welt dar. Jede Schöpfung ist Ausfluß einer Fülle. Die Götter, die Demiurgen, die mystischen Ahnen erschaffen aus einem Übermaß von Macht, aus einer Überfülle von Energie. Die Schöpfung ist Folge eines ontologischen Überflusses. …“[1]
[1a] "… Es kann nicht bestritten werden, daß die Traditionen, die von der Erschaffung des Himmels und der Erde, der Pflanzen und der Tiere, des Mannes und der Frau sprachen, damit wirkliches Geschehen meinten. Die Kategorie des Symbolischen ist diesem Reden fremd. Aber auch die Betonung des rein religiösen Charakters des Redens von Schöpfer und Schöpfung ist dem Text nicht gemäß; denn gerade dieses Reden kennt die Sonderung eines religiösen Bereiches noch nicht, es steht noch jenseits der Scheidung von Religion, Philosophie und Wissenschaft. Auch die in der protestantischen Exegese heilsgeschichtliche Deutung der Schöpfung … ist den Texten selbst fremd. …"[2]
[1b] Für die Schöpfung dieses Kunstwerkes hat er Jahre gebraucht.
[1b] Mit der Schöpfung des Requiems hat der Komponist sein Meisterwerk vollbracht.
[1b] Die Schöpfung des modernen Menschen ist ein Werk der Renaissance.
[2a] Wir sind alle Teil von Gottes Schöpfung.
[2a] „Jene, die durch Wesen und Wirken das Feuer der Schöpfung lebendig erhielten und es weitergaben, sie, die großen Unbekannten, waren die Wächter der Welt.“[3]
[2b] Gestern sind die jüngsten Schöpfungen des großen Modemachers vorgestellt worden.
[2b] Voltaires Dramen werden heutzutage als mindere Schöpfungen des Autors angesehen.

Charakteristische Wortkombinationen:

[1a] der Tag der Schöpfung, die Schöpfung währte … lang, von Anbeginn der Schöpfung (an), zur Zeit der Schöpfung, die Schöpfung bewahren
[1b] etwas ist eine Schöpfung von jemandem
[2a] ein Teil der Schöpfung sein, seine Schöpfung annehmen
[2a,2b] seine Schöpfung vollenden, seine Schöpfung verwerfen
[2b] die neueste, gelungenste, spektakulärste, eine unvollendete Schöpfung eines Künstlers

Wortbildungen:

[1a] Schöpfungsbericht, Schöpfungsgeschichte, Schöpfungslehre, Schöpfungsmythos, Schöpfungstheorie, Schöpfungstheologie
[1a,1b] Schöpfungsakt, Schöpfungsmangel, Schöpfungstag, Schöpfungszeit
Schöpfungsbach, Schöpfungsbau, Schöpfungsbegriff, Schöpfungsbild, Schöpfungsborn, Schöpfungsbrief, Schöpfungsbronne, Schöpfungsbuch, Schöpfungsdrang, Schöpfungsfeier, Schöpfungsfest, Schöpfungsflamme, Schöpfungsfolter, Schöpfungsfreude, Schöpfungsgarten, Schöpfungsgedanke, Schöpfungsgeheimnis, Schöpfungsgeist, Schöpfungsgemälde, Schöpfungsgesang, Schöpfungsgesetz, Schöpfungsgestalt, Schöpfungshöhe, Schöpfungsklang, Schöpfungskraft, Schöpfungskreis, Schöpfungslied, Schöpfungslust, Schöpfungsmorgen, Schöpfungsmühe, Schöpfungsplan, Schöpfungsquelle, Schöpfungsraum, Schöpfungsreich, Schöpfungsreligion, Schöpfungsschmiede, Schöpfungsspur, Schöpfungsstätte, Schöpfungsstrahl, Schöpfungsstunde, Schöpfungssturm, Schöpfungstraum, Schöpfungstrieb, Schöpfungsurkunde, Schöpfungsvorbild, Schöpfungsweise, Schöpfungsweg, Schöpfungswerk, Schöpfungswert, Schöpfungswoche, Schöpfungswort
schöpfungsvoll,

Übersetzungen

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[1] Wikipedia-Artikel „Schöpfung
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Schöpfung
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalSchöpfung
[1, 2] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Schöpfung
[1, 2] Duden online „Schöpfung

Quellen:

  1. Mircea Eliade (Herausgeber): Die Schöpfungsmythen – Ägypter, Sumerer, Hurriter, Hethiter, Kanaaniter und Israeliten – mit einem Vorwort von Mircea Eliade, Seite 12, Darmstadt 1980 (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), ISBN 3-534-04544
  2. Claus Westermann: Genesis 1 - 11, 2. unveränderte Auflage, in: Erträge der Forschung Band 7, Darmstadt 1976 (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), Seite 22 f.
  3. Hermann Kasack: Die Stadt hinter dem Strom. Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-518-39061-9, Seite 139. Entstanden in der Zeit 1942 – 1946.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Köpfung