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Verhältnis (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, nBearbeiten

Singular

Plural

Nominativ das Verhältnis

die Verhältnisse

Genitiv des Verhältnisses

der Verhältnisse

Dativ dem Verhältnis

den Verhältnissen

Akkusativ das Verhältnis

die Verhältnisse

Nicht mehr gültige Schreibweisen:

Verhältniß

Worttrennung:

Ver·hält·nis, Plural: Ver·hält·nis·se

Aussprache:

IPA: [fɛɐ̯ˈhɛltnɪs]
Hörbeispiele:   Verhältnis (Info),   Verhältnis (Österreich) (Info)

Bedeutungen:

[1] eine Beziehung, bei der zwei Dinge oder zwei Sachverhalte miteinander verglichen werden
[2] persönliche Beziehung zweier Menschen
[3] umgangssprachlich: intime Beziehung zwischen zwei Menschen
[4] meist im Plural: Umschreibung einer bestimmten sozialen Lage oder bestimmter sozialer Lebensumstände

Herkunft:

Ableitung vom Stamm des Verbs verhalten mit dem Ableitungsmorphem -nis (plus Umlaut)

Synonyme:

[1] Relation, Beziehung
[3] Liebschaft, Liebelei, Techtelmechtel
[4] Umstand

Unterbegriffe:

[1] Auftragsverhältnis, Unterauftragsverhältnis), Bauverhältnis, Druckverhältnis, Größenverhältnis, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Kräfteverhältnis, Lichtverhältnis (Lichtbrechungsverhältnis), Lüftungsverhältnis, Mischungsverhältnis, Missverhältnis, Preis-Leistungs-Verhältnis, Seitenverhältnis, Spannungsverhältnis, Stimmenverhältnis, Teilverhältnis, Torverhältnis, Verkehrsverhältnisse
[2] Abhängigkeitsverhältnis, Arbeitsverhältnis, Beamtenverhältnis, Eigentumsverhältnis, Kontokorrentverhältnis, Schuldverhältnis, Vertragsverhältnis, Vertrauensverhältnis, Vorgesetztenverhältnis
[3] Bratkartoffelverhältnis, Liebesverhältnis
[4] Lebensverhältnis, Machtverhältnis, Wohnverhältnis
[4] Familienverhältnisse

Beispiele:

[1] Diese beiden Größen stehen in einem umgekehrt proportionalen Verhältnis zueinander.
[1] Im Verhältnis zwischen zweien ist das Verhältnis das Dritte als negative Einheit, und die zwei verhalten sich zum Verhältnis und im Verhältnis zum Verhältnis; so ist unter der Bestimmung Seele das Verhältnis zwischen Seele und Leib ein Verhältnis.[1]
[2] Ihr Verhältnis zueinander war von großem Vertrauen geprägt.
[3] Wusstest du nicht, dass die beiden ein Verhältnis miteinander haben?
[3] "Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben? (Chanson gesungen von Marlene Dietrich)
[3] „Evas Verhältnis ist nach Brüssel, da kann sie die Mietze zu sich einladen und ihr alles zeigen, wie es bei ganz feinen Leuten ist.“[2]
[4] Die Verhältnisse ließen keine bessere Schulbildung der Kinder zu.
[4] „Wegen der Erfahrungen mit galoppierender Inflation ist der Leitzins in Brasilien traditionell hoch und liegt nun bei acht Prozent, was für brasilianische Verhältnisse ein Rekordtief ist.“[3]
[4] Gut 20 Prozent aller Kinder in Deutschland leben laut einer Studie länger als fünf Jahre in armen Verhältnissen.[4]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] ein ganzzahliges Verhältnis, ein proportionales Verhältnis, ein umgekehrt proportionales Verhältnis, im Verhältnis von 2 : 1 (sprich: „zwei zu eins“)
[2] ein enges Verhältnis, ein freundschaftliches Verhältnis (  Audio (Info)), ein gespanntes Verhältnis, ein harmonisches Verhältnis, ein normales Verhältnis, ein persönliches Verhältnis, ein vertrautes Verhältnis, ein verwandtschaftliches Verhältnis
[3] intimes Verhältnis (  Audio (Info))
[3] ein Verhältnis mit jemandem anfangen, ein Verhältnis beenden, ein Verhältnis mit jemandem eingehen, ein Verhältnis miteinander haben
[4] in beschränkten Verhältnissen leben (  Audio (Info))

Wortbildungen:

Adjektive/Adverbien: verhältnisgleich, verhältnismäßig
Substantive: Verhältnisgleichung, Verhältniswahl, Verhältniswahlrecht, Verhältniswort, Verhältniszahl

ÜbersetzungenBearbeiten

[1, 3] Wikipedia-Artikel „Verhältnis
[1, 2, 4] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Verhältnis
[1–4] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Verhältnis
[1–3] canoonet „Verhältnis
[1–4] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalVerhältnis

Quellen:

  1. Die Krankheit zum Tode. Eine christliche psychologische Entwicklung von Anti-Climacus, Hrsg. von Søren Kierkegaard, Kopenhagen 1849, in: Werke, Bd. 4, in neuer Übertragung von Liselotte Richter, Reinbek 1962, 5. 13 f.
  2. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte vom Franz Biberkopf. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1965, ISBN 3-423-00295-6, Seite 246. Erstveröffentlichung 1929.
  3. Joe Leahy: Boom over. In: Financial Times Deutschland. 17. Juli 2012, ISSN 1615-4118, Seite 23.
  4. Studie über Kinderarmut - Einmal arm, lange arm. In: Deutschlandradio. 23. Oktober 2017 (DLF24, URL, abgerufen am 23. Oktober 2017).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Behältnis