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zusammenkneifen (Deutsch)Bearbeiten

VerbBearbeiten

Person Wortform
Präsens ich kneife zusammen
du kneifst zusammen
er, sie, es kneift zusammen
Präteritum ich kniff zusammen
Konjunktiv II ich kniffe zusammen
Imperativ Singular kneif zusammen!
kneife zusammen!
Plural kneift zusammen!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
zusammengekniffen haben
Alle weiteren Formen: Flexion:zusammenkneifen

Worttrennung:

zu·sam·men·knei·fen, Präteritum: kniff zu·sam·men, Partizip II: zu·sam·men·ge·knif·fen

Aussprache:

IPA: [t͡suˈzamənˌknaɪ̯fn̩]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] transitiv: fest etwas an/gegen etwas anderes drücken, pressen; etwas durch festes Drücken, Pressen (von etwas an/gegen etwas anderes) schließen

Herkunft:

Ableitung eines Partikelverbs zum Verb kneifen mit dem Präverb (Verbpartikel, Verbzusatz) zusammen

Synonyme:

[1] zukneifen
[1] selten: verklemmen, verkneifen

Sinnverwandte Wörter:

[1] aneinanderdrücken, aneinanderpressen, einkneifen, gegeneinanderdrücken, gegeneinanderpressen, zusammendrücken, zusammenpressen

Gegenwörter:

[1] aufreißen, auseinandereißen
[1] gehoben veraltend: auftun
[1] umgangssprachlich: aufmachen, aufsperren

Oberbegriffe:

[1] kneifen

Beispiele:

[1] „Bochow kniff die Lippen zusammen.[1]
[1] „Krolikowski blickt auf und kneift erschrocken die Augen zusammen.[2]
[1] „Er kniff seine kleine Stirn zusammen.[3]
[1] „Den Kopf hielt er dabei weit zurück und kniff die Nasenflügel zusammen, denn er wollte um Gottes willen nicht einen vorschnellen Geruchseindruck direkt aus der Flasche erwischen.“[4]
[1] „Brigitte Bardot, Anita Ekberg und Audrey Hepburn schmiegten sich auf dem Sozius eng an die Partner; die Beine hingen, parallel zusammengekniffen, aber fast kniefrei unter dem engen Rock oder Petticoat, an der Seite herunter.“[5]
[1] „Martin Wuttke, der überragende Protagonist, mimt […] einen Clown, der wie Jango Edwards in seiner berühmten Nummer die Beine zusammenkneift und plötzlich ohne Männlichkeit dasteht; […].“[6]
[1] „Nach einigen Streicheleinheiten eine Hautfalte zwischen Daumen und Zeigefinger der linken Hand nehmen und die Hautfalte zusammenkneifen.[7]
[1] „Eine alte Frau blickt in die Kamera, ihr Mund ist zusammengekniffen.[8]
[1] „Während der Fahrt ist es ratsam, von Zeit zu Zeit mit den Füßen zu wippen, die Zehen abwechselnd zusammenzukneifen und zu spreizen sowie die Beinmuskeln anzuspannen und zu lockern.“[9]
[1] „Onda kniff kurz die Augen zusammen.[10]
[1] „Schon die alten Griechen erkannten, dass besonders Kurzsichtige ihre Augen oft zusammenkniffen, um besser zu sehen.“[11]
[1] „Yeong-Il, seine mittlerweile dritte Zigarette zwischen den Fingern, kniff wegen des Rauchs die Augen zusammen und folgte aufmerksam jeder Bewegung des alten Mannes.“[12]
[1] „Sie hasste die Strumpfhose, die an den Oberschenkeln kratzte, die Skihandschuhe, in denen sie die Finger nicht bewegen konnte, den Helm, der ihre Wangen zusammenkniff und dessen Metallschnalle sich in ihren Unterkiefer bohrte, und vor allem diese Skischuhe, die viel zu eng waren und in denen sie wie ein Gorilla lief.“[13]
[1] „Ida kniff das Gesicht zusammen.[14]

Redewendungen:

[1] derb: den Arsch zusammenkneifen/die Arschbacken zusammenkneifen, salopp: den Hintern zusammenkneifen/die Pobacken zusammenkneifen

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] die Augen zusammenkneifen, die Lippen zusammenkneifen, den Mund zusammenkneifen

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „zusammenkneifen
[*] canoonet „zusammenkneifen
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „zusammenkneifen
[1] The Free Dictionary „zusammenkneifen
[1] Duden online „zusammenkneifen
[*] PONS – Deutsche Rechtschreibung „zusammenkneifen
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalzusammenkneifen

Quellen:

  1. Bruno Apitz: Nackt unter Wölfen. Roman. Ungekürzte Ausgabe, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1961 (rororo Taschenbuch 416/417), Seite 167 (Erstausgabe 1958).
  2. Johannes Bobrowski: Levins Mühle. 34 Sätze über meinen Großvater. Roman. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1964, Seite 78 (Lizenz des VOB Union Verlag, Berlin).
  3. Wolfgang Koeppen: Tauben im Gras [1951]. In: Drei Romane. Tauben im Gras, Das Treibhaus, Der Tod in Rom. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1972, Seite 124 (Zitiert nach Google Books).
  4. Patrick Süskind: Das Parfum. Die Geschichte eines Mörders. Diogenes, Zürich 1985, ISBN 3-257-01678-6, Seite 78.
  5. „Den Busen im Kreuz und ein Kuß auf dem Ohr“. In: DER SPIEGEL. Nummer 48, 23. November 1987, ISSN 0038-7452, Seite 266 (DER SPIEGEL Archiv-URL, abgerufen am 16. Juni 2019).
  6. Schüsse am Schiffbauerdamm. In: Süddeutsche Zeitung. Nummer 128, 6. Juni 1995, ISSN 0174-4917, Seite 12.
  7. Diabetes: Was Sie beachten müssen (II). In: Neue Kronen-Zeitung. 23. Januar 1999, Seite 10.
  8. Annette Scholz: Gefühle in Gesichtern. In: Frankfurter Rundschau. 1. Juli 1999, ISSN 0940-6980, Seite 10.
  9. Sabine Abel: Thrombose. In: Berliner Morgenpost. 16. Oktober 2004, Seite 4.
  10. Haruki Murakami: 1Q84. Buch 3. Roman. 1. Auflage. DuMont, Köln 2011 (Originaltitel: 1Q84, übersetzt von Ursula Gräfe aus dem Japanischen), ISBN 978-3-8321-9588-5, Seite 10.
  11. hpbl, Dr. Rüdiger Schwartz: Warum kneifen wir die Augen zusammen, um Dinge besser zu erkennen? In: Hamburger Abendblatt. 9. Juli 2012, ISSN 0949-4618, Seite 19.
  12. Bandi; mit einem Vorwort von Thomas Reichart und einem Nachwort von Do Hee-Yoon: Irya Madya, Schatzpferd! [29. Dezember 1993]. In: Denunziation. Erzählungen aus Nordkorea. 4. Auflage. Piper Verlag, München 2017 (Originaltitel: 고발, übersetzt von Ki-Hyang Lee aus dem Koreanischen), ISBN 978-3-492-05822-3, Seite 58.
  13. Paolo Giordano: Engel im Schnee (1983). In: Die Einsamkeit der Primzahlen. Roman. Blessing, München 2009 (Originaltitel: La solitudine dei numeri primi, übersetzt von Bruno Genzler), ISBN 3-89667-397-1, Seite 9.
  14. Katharina Adler: Ida. Roman. 1. Auflage. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2018, ISBN 978-3-498-00093-6, Seite 171.