Weh (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, nBearbeiten

Singular

Plural

Nominativ das Weh

die Wehe

Genitiv des Wehs
des Wehes

der Wehe

Dativ dem Weh

den Wehen

Akkusativ das Weh

die Wehe

Nebenformen:

veraltet: Wehe

Worttrennung:

Weh, Plural: We·he

Aussprache:

IPA: [veː]
Hörbeispiele:   Weh (Info)
Reime: -eː

Bedeutungen:

[1] gehoben: seelischer Schmerz
[2] seltener: körperlicher Schmerz

Herkunft:

Es handelt sich um eine Substantivierung der Interjektion weh, die bereits seit althochdeutscher Zeit (ab dem 9. Jahrhundert) in der Form  → goh belegt ist und sich in mittelhochdeutschem  → gmh fortsetzt.[1][2]

Synonyme:

[1, 2] Schmerz

Sinnverwandte Wörter:

[1] Leid, Kummer, Gram, Pein
[2] Leiden, Pein

Gegenwörter:

[1] gehoben: Wonne
[1, 2] Wohl

Oberbegriffe:

[1, 2] Empfindung, Gefühl

Unterbegriffe:

[1] Abschiedsweh, Fernweh, Heimweh, Trennungsweh
[1, 2] Herzweh
[2] Bauchweh, Gliederweh, Halsweh, Hüftweh, Kopfweh, Kreuzweh, Leibweh, Magenweh, Schädelweh, Wehweh, Zahnweh

Beispiele:

[1] Sein Wohl und Weh hing am seidenen Faden.
[1] „Diesem Etwas, als dem unverwelklichen Keime des irdischen Lebens, und dem Prinzip alles Wohls steht geradezu der Grund der Vergänglichkeit und Hinfälligkeit, der irdische Tod, als das Prinzip alles Wehes entgegen.“[3]
[1] „Denn er war voll Weichheit und Mitgefühl, und alles Weh, was er mir bereitet hat, durch ſein Leben und ſein Sterben, er wollt es ausgleichen, ſo weit es auszugleichen war.“[4]
[1] „Aber Ulrich pflichtete, zu seiner Schwester anfangs größer werdendem Weh, bereitwillig bei.“[5]
[2] „Ihre ganze Bruſt war ein Weh, das Kreuz wollte ihr durchbrechen.“[6]

Redewendungen:

[1] umgangssprachlich: Ach und Weh schreien
[1] umgangssprachlich: mit Ach und Weh, mit vielem Ach und Weh, mit Weh und Ach, unter Weh und Ach

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] ein großes Weh im Herzen; (ein) tiefes Weh erfüllt jemanden, jemandes Herz; jemandem großes, tiefes Weh bereiten

Wortbildungen:

[1] Wehgefühl, Wehgeschrei, wehlich
[1, 2] Wehlaut, Wehleid, Wehruf, Wehtag
[2] Wehweh

Wortfamilie:

Wehklage, Wehmut

ÜbersetzungenBearbeiten

[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Weh
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Weh
[1] The Free Dictionary „Weh
[1] Duden online „Weh
[1] wissen.de – Wörterbuch „Weh
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Weh
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalWeh
[1, 2] Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 10 Bände auf CD-ROM ; mehr als 200 000 Stichwörter mit rund 90 000 Belegen aus mehreren Hundert Quellen ; vielfältige Recherchemöglichkeiten ; für MS Windows und Apple Macintosh. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 978-3-411-71001-0, Stichwort »Weh«.


Quellen:

  1. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort „Weh“.
  2. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 5., neu bearbeitete Auflage. Band 7, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04075-9, Stichwort »weh!« und »Weh«, Seite 917.
  3. Dr. Troxler: Blicke in das Wesen des Menschen. Bei Heinrich Remigius Sauerländer, Aarau 1812, Seite 257 (Zitiert nach Google Books).
  4. Theodor Fontane: Schach von Wuthenow. Erzählung aus der Zeit des Regiments Gensdarmes. 1. Auflage. Verlag von Wilhelm Friedrich, K. Hofbuchhändler, Leipzig 1883, Seite 228 (Zitiert nach Deutsches Textarchiv).
  5. Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften. Roman. In: Adolf Frise (Herausgeber): Robert Musil, Gesammelte Werke in Einzelausgaben. 12.–16. Tausend, Rowohlt Verlag, Hamburg 1957, Seite 1110 (Zitiert nach Internet Archive).
  6. Clara Viebig: Das tägliche Brot. Roman in zwei Bänden. Zweiter Band, F. Fontane & Co., Berlin 1902, Seite 237 (Zitiert nach Google Books).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen:
Levenshtein-Abstand von 1: Feh, Wehe, Weih
Levenshtein-Abstand von 2: Fee