Dieser Eintrag war in der 48. Woche
des Jahres 2012 das Wort der Woche.

bestreiten (Deutsch)

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Person Wortform
Präsens ich bestreite
du bestreitest
er, sie, es bestreitet
Präteritum ich bestritt
Konjunktiv II ich bestritte
Imperativ Singular bestreite!
Plural bestreitet!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
bestritten haben
Alle weiteren Formen: Flexion:bestreiten

Worttrennung:

be·strei·ten, Präteritum: be·stritt, Partizip II: be·strit·ten

Aussprache:

IPA: [bəˈʃtʁaɪ̯tn̩]
Hörbeispiele:   bestreiten (Info)
Reime: -aɪ̯tn̩

Bedeutungen:

[1] entschieden erklären, dass etwas nicht zutreffe; etwas nachdrücklich in Abrede stellen
[2] jemandem etwas streitig machen, jemandem etwas absprechen
[3] etwas bezahlen, die Kosten für etwas tragen, für etwas aufkommen, etwas finanzieren
[4] von Veranstaltungen, Wettkämpfen et cetera: etwas durchführen, etwas gestalten, etwas übernehmen
[5] veraltete Bedeutung: jemanden oder etwas angreifen, bekämpfen
[6] Jägersprache, in Bezug auf Hähne: (eine bestimmte Anzahl an Hennen) befruchten

Herkunft:

Das Verb bestreiten geht auf das mittelhochdeutsche bestrīten ‚bekämpfen‘ zurück.[1] Es stand früher auch für ‚einer Sache gewachsen sein, sie aushalten‘, woraus sich ab dem 17. Jahrhundert die Bedeutung ‚etwas finanzieren, die Kosten von etwas tragen‘ entwickelte.[1]

Synonyme:

[5] angreifen, bekämpfen

Gegenwörter:

[1] anerkennen

Beispiele:

[1] Sie bestreitet, dass sie den Globus zerstört hat.
[1] Es war zu erwarten, dass er die Vaterschaft bestreiten würde.
[1] Maria bestritt, den Mann zu kennen.
[1] Diese Behauptung wurde von meinem Mandanten bestritten.
[1] Das hat nie jemand bestritten!
[1, 2] „Ich habe nie bestritten, daß Niemela sich auf dem Gebiete des Flugsports Verdienste erworben hat.“[2]
[2] Ludwig hat seinem Bruder lange Zeit das Recht auf einen Anteil am Gesellschaftsvermögen bestritten.
[3] Deborah bestreitet ihren Lebensunterhalt mit Gelegenheitstätigkeiten.
[3] Die Kosten des vielköpfigen Haushalts bestritt Zac bislang allein.
[3] Die Ausgaben werden aus der Portokasse bestritten.
[4] Der Torwart hat schon einige Pflichtspiele bestritten.
[4] Das Programm des Abends bestritten zwei Bauchredner.
[4] Der größte Teil der Veranstaltung wurde von den Jugendlichen bestritten.
[5] Die beiden bestreiten einander auf das Erbittertste.
[6] „Der Fasanenhahn bestreitet acht bis zehn Hennen“.[3]

Wortbildungen:

bestreitbar, Bestreitung

Übersetzungen

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[1–4] Duden online „bestreiten
[1–4] The Free Dictionary „bestreiten
[1, 2, 5] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „bestreiten
[1, 3, 5] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „bestreiten
[3, 4] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „bestreiten
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalbestreiten
[6] Walter Frevert: Jagdliches Brauchtum und Jägersprache. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-440-12791-9, „bestreiten“, Seite 171.
[6] Carl Zeiß, Fritz Dobschova: Lexikon der Waidmannssprache und weiterer Sachgebiete der Jagd. Hubertusverlag H.H. Hitschmann Ges.m.b.H., Wien 1992, ISBN 3-7039-0011-3 , „bestreiten“, Seite 32.

Quellen:

  1. 1,0 1,1 Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, unter „streiten“, Seite 1378.
  2. Hugo Friedländer: Der König der Spieler Rudolf Stallmann und Genossen auf der Anklagebank - Interessante Kriminal-Prozesse. Directmedia Publikation, Berlin 2001 [1913], Seite 3765.
  3. Walter Frevert: Jagdliches Brauchtum und Jägersprache. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-440-12791-9, „bestreiten“, Seite 171.