zurückwollen

zurückwollen (Deutsch)Bearbeiten

VerbBearbeiten

Person Wortform
Präsens ich will zurück
du willst zurück
er, sie, es will zurück
Präteritum ich wollte zurück
Konjunktiv II ich wollte zurück
Imperativ Singular
Plural
Perfekt Partizip II Hilfsverb
zurückgewollt
zurückwollen
haben
Alle weiteren Formen: Flexion:zurückwollen

Anmerkung:

Bei den zusammengesetzten Formen des Futur I wird der Infinitiv als Partizip II gebraucht.

Worttrennung:

zu·rück·wol·len, Präteritum: woll·te zu·rück, Partizip II: zu·rück·ge·wollt

Aussprache:

IPA: [t͡suˈʁʏkˌvɔlən]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] intransitiv: sich wieder (physisch oder gedanklich) dorthin begeben wollen, wo man vorher war; zurückfahren, zurückgehen, zurückkehren, zurückkommen (und dergleichen) wollen
[2] transitiv; umgangssprachlich: wieder in seinem Besitz, bei sich haben wollen; zurückhaben wollen

Herkunft:

Ableitung eines Partikelverbs zum Verb wollen mit dem Präverb (Verbpartikel, Verbzusatz) zurück

Synonyme:

[2] wiederwollen

Sinnverwandte Wörter:

[1, 2] zurückwünschen

Gegenwörter:

[1] zurückdürfen, zurückkönnen, zurückmüssen

Oberbegriffe:

[1, 2] wollen

Beispiele:

[1] „Kaum waren alle fort, sagte K. zu den Gehilfen: ‚Geht hinaus!‘ Verblüfft durch diesen unerwarteten Befehl folgten sie, aber als K. hinter ihnen die Tür zusperrte, wollten sie wieder zurück, winselten draußen und klopften an die Tür. “[1]
[1] „Ich will an meinen Geburtsort zurück.[2]
[1] „Er wollte ins Bett zurück; aber er fühlte, daß er die Kraft nicht mehr besaß.“[3]
[1] „Sie sagten, es sei albern und auch gefährlich, sich noch in der Nacht wieder auf den Weg zu machen, sie hätten eine bequeme Couch für ihn, und wer wisse schon, wann es wieder einmal so klappe, aber Robert wollte zurück.[4]
[1] „Nach zwei Jahren wollte meine Mutter zurück nach Deutschland, und ich habe gesagt: Wir bleiben.“[5]
[1] „Wir wollen hier so schnell wie möglich heraus, wir wollen nach Aragón zurück.[6]
[1] „Ohne Not wollten wir nicht zurück auf die Bänke der Opposition.“[7]
[1] „Wenn Tochter Jana nicht in die alte Heimat zurückgewollt hätte, wäre die Familie womöglich noch länger geblieben.“[8]
[1] „Wann willst du denn zurück?[9]
[1] „Dorthin wollte er zurück.[10]
[1] „Wenn ich als Flüchtling dies hörte, würde ich auch nicht zurückwollen.[11]
[1] „Mir fallen die Treffen der Vertriebenenverbände ein, wo alte Menschen Breslaus, Königsbergs, Ostpreußens und Schlesiens gedenken, aber kaum einer würde die Koffer packen und zurückwollen.[12]
[2] „Er krallte sich in ihre Lenden, Lisa schloß die Augen, wollte die Lust zurück, umklammerte seine Handgelenke und schob sie an ihre Schenkel.“[13]
[2] „Mitglieder, die ihren Besitz verkauft hatten, hätten ihr Geld zurückgewollt.[14]
[2] „Ich will meine Tochter zurück.[15]
[2] „Kirkuk ist der Schnittpunkt aller Begehrlichkeiten in der Region, das potenzielle Pulverfass für den nächsten blutigen Konflikt. Die Kurden wollen es zurück, Bagdad will es behalten, die Türkei hat ihre Ansprüche darauf nie wirklich aufgegeben.“[16]
[2] „Eine Gruppe von Frauen umringte mich – sie alle kauften und wollten keinen Groschen zurück.[17]
[2] „In der Redaktion wird sie von den Kollegen verhöhnt, selten respektiert. Der Ex-Mann will sie zurück, wünscht sie sich aber als Heimchen am Herd.“[18]
[2] „Viele Kommunen haben das Geld nicht ausgegeben. Der Bund will es zurück.[19]

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „zurückwollen
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „zurückwollen
[1, 2] The Free Dictionary „zurückwollen
[1, 2] Duden online „zurückwollen
[1, 2] PONS – Deutsche Rechtschreibung „zurückwollen
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalzurückwollen

Quellen:

  1. Franz Kafka; Max Brod (Herausgeber): Das Schloss. Roman. Kurt Wolff Verlag, München 1926, Seite 262 (Zitiert nach Wikisource-Quellentext „Seite:De_Kafka_Schloß_262.jpg“).
  2. Anna Seghers: Transit. Roman. Curt Weller & Co. Verlag, Konstanz 1948, Seite 235 (Zitiert nach Google Books).
  3. Friedrich Dürrenmatt: Der Verdacht. Roman. 2. Auflage. Verlagsanstalt Benziger & Co., Einsiedeln 1959, Seite 148 (Zitiert nach Google Books; Erstausgabe 1953).
  4. Hermann Kant: Die Aula. Roman. Rütten & Loening, Berlin 1965, Seite 459.
  5. Uwe Johnson: Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl. [Band 1], Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1970, Seite 25.
  6. Hans Magnus Enzensberger: Der kurze Sommer der Anarchie. Buenaventura Durrutis Leben und Tod. Roman. 1. Auflage. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1972, ISBN 3-518-02760-3, Seite 265.
  7. Willy Brandt: Erinnerungen. Ullstein, Berlin 1997, ISBN 3-548-26518-9, Seite 235 (Erstausgabe im Verlag Propyläen, Frankfurt am Main 1989).
  8. Übermutter der bösen und frechen Mädchen. In: Tages-Anzeiger. Nummer 48, 12. Dezember 1998, Seite 79.
  9. Judith Kuckart: Lenas Liebe. Roman. 1. Auflage. DuMont Literatur und Kunst Verlag, Köln 2002, ISBN 3-8321-5918-5, Seite 37 (Zitiert nach Google Books).
  10. Martin Suter: Lila, Lila. Roman. Diogenes, Zürich 2004, ISBN 978-3-257-06386-8, Seite 235.
  11. Stefanie Bolzen (Interviewerin), Søren Jessen-Petersen (Interviewter): „Belgrad spielt ein doppeltes Spiel“. In: Die Welt. 9. Juni 2005, ISSN 0173-8437, Seite 7.
  12. Hatice Akyün: »Verfluchte anatolische Bergziegenkacke« oder wie mein Vater sagen würde: Wenn die Wut kommt, geht der Verstand. 1. Auflage. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2014 (KiWi ; 1409), ISBN 978-3-462-04699-1, Seite 83.
  13. Kerstin Jentzsch: Seit die Götter ratlos sind. Roman. Heyne Verlag, München 1999, ISBN 3-453-09954-0, Seite 396 (Erstausgabe 1994).
  14. Regierung wusste um Gefährlichkeit der Sekte. In: Süddeutsche Zeitung. 31. März 2000, ISSN 0174-4917, Seite 16.
  15. Cornelia Funke: Tintenherz. Roman. 1. Auflage. Cecilie Dressler Verlag, Hamburg 2003, ISBN 978-3-7915-0465-0, Seite 460.
  16. Verrat unter Freunden. In: profil. 9. Februar 2004, ISSN 1022-2111, Seite 97.
  17. Ingo Schulze: Neue Leben. Die Jugend Enrico Türmers in Briefen und Prosa. Roman. 1. Auflage. Berlin Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-8270-0052-1, Seite 95.
  18. swd: Die Spielmacherin. In: Hamburger Morgenpost. 1. Juni 2006, Seite 32 (Onlineversion: URL, abgerufen am 28. Juli 2019).
  19. dpa: Bildungspaket sorgt für Stunk. In: taz.die tageszeitung. Nummer 10489, 18. August 2014, ISSN 1434-4459, Seite 07 (taz Print-Archiv, abgerufen am 28. Juli 2019).