schnippen (Deutsch)Bearbeiten

VerbBearbeiten

Person Wortform
Präsens ich schnippe
du schnippst
er, sie, es schnippt
Präteritum ich schnippte
Konjunktiv II ich schnippte
Imperativ Singular schnipp!
schnippe!
Plural schnippt!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
geschnippt haben
Alle weiteren Formen: Flexion:schnippen

Worttrennung:

schnip·pen, Präteritum: schnipp·te, Partizip II: ge·schnippt

Aussprache:

IPA: [ˈʃnɪpn̩], [ˈʃnɪpm̩]
Hörbeispiele:   schnippen (Info)
Reime: -ɪpn̩

Bedeutungen:

[1] mit einer kurzen, intensiven Bewegung eines vorschnellenden Fingers etwas fortschnellen
[2] durch leichtes Anstoßen (an den Zeigefinger) bewirken, dass aus einer geöffneten Packung oder dergleichen etwas herausschnellt
[3] die Scherenhebel schnappend auf- und zuschnellen lassen, sodass dabei ein helles Geräusch entsteht; mit den Scherenhebeln klappern; flink mit einer Schere umgehen
[4] die Kuppe des Mittelfingers von der Daumenkuppe auf den Daumenballen abschnellen lassen, sodass ein helles, klackendes Geräusch entsteht

Herkunft:

Das Verb ist wohl wie schnappen lautnachahmenden Ursprungs (vergleiche mittelhochdeutsches snippen → gmh, snipfen → gmhschnappen‘).[1] Die 3. Bedeutung ist seit dem 18. Jahrhundert bezeugt, die 4. seit dem 16. Jahrhundert.[2]

Synonyme:

[1, 4] schnipsen
[1] schnalzen
[1] umgangssprachlich: knipsen
[4] landschaftlich: schnellen, schnicken

Sinnverwandte Wörter:

[4] schnalzen
[4] umgangssprachlich: fipsen, knipsen
[4] süddeutsch: schnallen

Oberbegriffe:

[1] wegschleudern

Unterbegriffe:

[1] wegschnippen
[4] mitschnippen

Beispiele:

[1] Igor schnippte seinen Zigarettenstummel in den Schnee und zündete sich sofort die nächste Zigarette an.
[1] „Er hatte drei Tassen Kaffee geleert, war derart vertieft gewesen, daß er nicht einmal bemerkt hatte, wie er die Asche von seiner Zigarette in die Flüssigkeit geschnippt, mit dem Löffel umgerührt und mitgetrunken hatte.[3]
[1] „Eine Frau beginnt Blüten von den Stengeln zu schnippen und legt sie in gleichmäßigen Abständen auf den Jungen im Sarg.“[4]
[1] „Paul schnippte sein Zigarillo ins Wasser.“[5]
[1] „Er schnippt mit dem Finger eine Erbse über den Tisch.“[6]
[1] „Während ich darüber nachgrüble, was unlängst bedeutet, schnippt Sharon sich eine Strähne aus der Stirn.“[7]
[1] „Sie schnippte ihre Zigarette zu Boden.“[8]
[2] „Er schnippte eine Zigarette aus der Packung und blies dem Mann den Rauch ins Gesicht.“[9]
[3] „Ein Friseur stand gelangweilt in seiner Ladentür, schnippte mit der Schere, als wollte er sich Regenfäden abschneiden, vor einem Kinoeingang erneuerte ein Mädchen sein Lippenrot, Kinder mit Gebetbüchern unter dem Arm liefen durch den Regen, eine alte Frau schrie einem alten Mann über die Straße zu: […].“[10]
[4] Wenn die Finger fettig sind, kann man nicht schnippen.
[4] „Herr Belfontaine schnippte ungeduldig mit Daumen und Mittelfinger und verfolgte im Geist seinen Auftrag: […].“[11]
[4] „Schnippe einfach mit deinen Fingern, und zwar der Reihe nach: Der Daumen schnippt mit dem Zeigefinger, mit dem Mittelfinger, mit dem Ringfinger, mit dem kleinen Finger, und zwar so laut wie möglich – so dass du es richtig hören kannst: […].“[12]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] Krümel von der Tischdecke schnippen
[3] mit der Schere schnippen
[4] nach dem Ober, der Bedienung schnippen; mit den Fingern, der Hand schnippen

Wortbildungen:

[4] Fingerschnippen

ÜbersetzungenBearbeiten

[1, 4] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „schnippen
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „schnippen
[1, 4] The Free Dictionary „schnippen
[1, 4] Duden online „schnippen
[1, 4] wissen.de – Wörterbuch „schnippen
[1, 4] PONS – Deutsche Rechtschreibung „schnippen
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalschnippen
[1–4] Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 10 Bände auf CD-ROM ; mehr als 200 000 Stichwörter mit rund 90 000 Belegen aus mehreren Hundert Quellen ; vielfältige Recherchemöglichkeiten ; für MS Windows und Apple Macintosh. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 978-3-411-71001-0, Stichwort »schnippen«.

Quellen:

  1. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 5., neu bearbeitete Auflage. Band 7, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04075-9, Stichwort »schnippen«, Seite 751.
  2. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort „schnippen“.
  3. Erik Neutsch: Spur der Steine. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 1964, Seite 684.
  4. Hubert Fichte: Versuch über die Pubertät. Roman. Hoffmann & Campe, Hamburg 1974, ISBN 3-455-02020-8, Seite 12.
  5. Jan Koneffke: Paul Schatz im Uhrenkasten. 1. Auflage. DuMont Buchverlag, Köln 2000, ISBN 3-7701-5219-0, Seite 200.
  6. Steve Biddulph: Weitere Geheimnisse glücklicher Kinder. 26. Auflage. Wilhelm Heyne Verlag, München 2002 (Originaltitel: Raising Boys, übersetzt von Christian Quatmann aus dem Englischen), ISBN 978-3-641-14112-7, Seite [ohne Seitenangabe] (E-Book; zitiert nach Google Books; deutschsprachige Erstausgabe im Beust Verlag, München 1998; englischsprachige Originalausgabe 1997).
  7. Susanne Riedel: Eine Frau aus Amerika. Roman. Berlin Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-8270-0499-3, Seite 5.
  8. Katharina Adler: Ida. Roman. 1. Auflage. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2018, ISBN 978-3-498-00093-6, Seite 10.
  9. Ludwig Fels: Die Sünden der Armut. Roman. Erstausgabe, Luchterhand, Darmstadt/Neuwied 1975 (Sammlung Luchterhand ; 202), ISBN 3-472-61202-9, Seite 22 (Zitiert nach Google Books).
  10. Heinrich Böll: Irisches Tagebuch. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1957 (dtv ; 1), Seite 124 (Lizenz des Verlags Kiepenheuer & Witsch, Köln/Berlin 1957).
  11. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Roman. 3. Auflage. Claassen & Goverts, Hamburg 1949, Seite 97 (Zitiert nach Google Books; Erstausgabe 1946).
  12. Claudia Croos-Müller; mit Illustrationen von Kai Pannen: Nur Mut! Das kleine Überlebensbuch. Soforthilfe bei Herzklopfen, Angst, Panik & Co. Kösel, München 2012, Seite 24 (Zitiert nach Google Books).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen:
Levenshtein-Abstand von 1: schippen, schnippeln, schnipsen
Levenshtein-Abstand von 2: schippern