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Nuvola apps korganizer.svg Dieser Eintrag war in der 31. Woche
des Jahres 2013 das Wort der Woche.

Hornisse (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, fBearbeiten

Singular

Plural

Nominativ die Hornisse

die Hornissen

Genitiv der Hornisse

der Hornissen

Dativ der Hornisse

den Hornissen

Akkusativ die Hornisse

die Hornissen

 
[1] eine Hornisse
[1] Hornissen bei ihrem Nest

Worttrennung:

Hor·nis·se, Plural: Hor·nis·sen

Aussprache:

IPA: [hɔʁˈnɪsə]
Hörbeispiele:   Hornisse (Info)
Reime: -ɪsə

Bedeutungen:

[1] Entomologie: Art der Faltenwespen, die der Gattung der Großwespen (siehe [2]) angehört
[2] Entomologie, im Plural: Sammelbezeichnung für die Gattung Vespa oder Großwespen

Herkunft:

Dem Substantiv Hornisse sind im 8. Jahrhundert das althochdeutsche hornaʒ und im 9. Jahrhundert die althochdeutschen Formen hornuʒ und horniʒ vorausgegangen.[1] Im Mittelhochdeutschen existierten hornuʒ und horniʒ[1] mit maskulinem Genus[2]. Daneben gab es das altsächsische hornut[1], das sowohl Neutrum als auch Maskulinum sein konnte[2], die mittelniederdeutschen Formen hornte, horntse und hornente, die altenglischen Formen hyrnet und hyrnetu, das spätmittelniederländische hornet und hornette sowie das mittelniederländische horsel, horsele, hursel und hursele.[1] Im heutigen Niederländischen gibt es die verwandte Form horzel → nl.[1] All dies sind – vermutlich deminutive – Ableitungen von einer s- beziehungsweise s-(en-)Erweiterung der indoeuropäischen Wurzel *k̑er(ɘ)- oder schwundstufig *kṝ̌- mit der Bedeutung ‚das Oberste am Körper, Kopf, Horn‘.[1] Diese Ableitung lautete vermutlich *ḱṛəsen-.[2] Für das entstandene germanische Wort ist wohl *hurzn-ud- vorauszusetzen.[2] Die erwähnte indoeuropäische Wurzel liegt auch den außergermanischen verwandten Formen wie dem aus *crāsro entstandenen lateinischen crabro → la, dem litauischen širšuõ → lt ‚Hornisse‘ und šìršė → ltWespe‘, dem altrussischen šьšenь und sьšenь und dem russischen шершень (šéršen’) → ru ‚Hornisse‘ zugrunde.[1] Sie ist im Indoeuropäischen häufig in Bezeichnungen gehörnter Tiere enthalten.[1] Somit könnte die Hornisse nach ihren hornförmig gebogenen Fühlern benannt worden sein.[1][2][3] Horn könnte hier aber auch in seiner älteren Bedeutung ‚Spitze‘ zu verstehen sein, woraus sich ergäbe, dass die Hornisse nach ihrem Stachel benannt worden ist.[2] Klarheit lässt sich hierüber nicht erlangen.[2]
Hornisse hatte im Deutschen zunächst maskulines Genus und nahm im 16. Jahrhundert das feminine Genus an.[1][2]

Synonyme:

[1] wissenschaftlich: Vespa crabro
[2] wissenschaftlich: Vespa, Großwespe

Oberbegriffe:

[1] Faltenwespe, Großwespe, Wespe, Hautflügler, Insekt, Tier

Beispiele:

[1] Der Stich einer Hornisse ist nicht gefährlicher als derjenige einer Biene.
[1] „Zwei Hornissen stachen ihn fast zu gleicher Zeit, er brüllte vor Entsetzen und warf sein Gewehr weg.“[4]
[1] „Dann flog eine Hummel in den Hochstand, die so groß war, daß sie auch eine Hornisse sein konnte.“[5]
[2] Die Gattung der Hornissen zählt zu der Familie der Faltenwespen.

Wortbildungen:

[1] Hornissenschwarm, Hornissenschwärmer, Hornissennest

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Wikipedia-Artikel „Hornisse
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Hornisse
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Hornisse
[1] Duden online „Hornisse
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalHornisse
[1] wissen.de – Lexikon „Hornisse
[1] wissen.de – Wörterbuch „Hornisse
[2] Wikipedia-Artikel „Hornissen
[*] canoonet „Hornisse

Quellen:

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, „Hornisse“, Seite 557.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 25., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2011, ISBN 978-3-11-022364-4, DNB 1012311937, „Hornisse“, Seite 426.
  3. Wahrig Herkunftswörterbuch „Hornisse“ auf wissen.de.
  4. Norman Mailer: Die Nackten und die Toten. Deutscher Bücherbund, Stuttgart/Hamburg ohne Jahr, Seite 684.
  5. Gerhard Henschel: Kindheitsroman. Hoffmann und Campe, Hamburg 2004, ISBN 3-455-03171-4, Seite 66.
  6. http://www.wizlaw.de/html/polabisch.html