Grauchen (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, nBearbeiten

Singular Plural
Nominativ das Grauchen die Grauchen
Genitiv des Grauchens der Grauchen
Dativ dem Grauchen den Grauchen
Akkusativ das Grauchen die Grauchen
 
[1] ein Grauchen

Worttrennung:

Grau·chen, Plural: Grau·chen

Aussprache:

IPA: [ˈɡʁaʊ̯çən]
Hörbeispiele:   Grauchen (Info)
Reime: -aʊ̯çən

Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich scherzhaft: zur Gattung der Pferde gehörendes (männliches) Huftier, das eine kurze, aufrecht stehende Nackenmähne, lange Ohren und einen Quastenschwanz besitzt, dessen Fell vor allem Grautöne aufweist und dessen domestizierte Vertreter als Nutz-, Last- und Reittier dienen (Asinus); besonders das Jungtier dieses Tieres
[2] umgangssprachlich scherzhaft: jemand, der dumm, einfältig ist

Herkunft:

Es handelt sich um eine seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts bezeugte kosewörtliche Verkleinerungsform zu grau, Grauer[1] im Sinne von ‚kleines Graues‘.[2]

Synonyme:

[1] Eselchen
[1, 2] Esel
[2] Dummerchen

Beispiele:

[1] „Derweil sie nun so saßen und zusammen plauderten, machte sich das Pferd sacht an den Esel und raunte ihm ins Ohr: ›O du arm elendes Grauchen dauerst mich; ich hab’ Mitleid mit dir, […]‹“[3]
[1] „Die Zeugen ließen sie von ihren Tieren steigen. Dabei fiel Uilenspiegel der Salat vom Kopfe; sofort machte sich der Esel darüber. Bei diesem Geschäfte wurde aber das Grauchen durch einen Fußtritt gestört, den ihm ein Zeuge versetzte, um es von dem Kampffelde zu treiben.“[4]
[1] „Plumps, da saß der Esel fest. […] Unschuldig blickend saß das Grauchen stundenlang in dem engen Schacht.“[5]
[2]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] sein Grauchen antreiben

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Grauchen
[1] Duden online „Grauchen
[1] wissen.de – Wörterbuch „Grauchen
[1] Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 10 Bände auf CD-ROM ; mehr als 200 000 Stichwörter mit rund 90 000 Belegen aus mehreren Hundert Quellen ; vielfältige Recherchemöglichkeiten ; für MS Windows und Apple Macintosh. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 978-3-411-71001-0, Stichwort »Grauchen«.
[1, 2] Heinz Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. In: Digitale Bibliothek. 1. Auflage. 36, Directmedia Publishing, Berlin 2006, ISBN 3-89853-436-7, Stichwort »Grauchen«.
[1] Renate Wahrig-Burfeind (Herausgeber): Wahrig, Deutsches Wörterbuch. 9. Auflage. Wissen-Media-Verlag, Gütersloh/München 2011, ISBN 978-3-577-07595-4, Stichwort „Grauchen“, Seite 641.
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Grauchen

Quellen:

  1. wissen.de – Wörterbuch „Grauchen
  2. Heinz Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. In: Digitale Bibliothek. 1. Auflage. 36, Directmedia Publishing, Berlin 2006, ISBN 3-89853-436-7, Stichwort »Grauchen«.
  3. François Rabelais → WP: Gargantua und Pantagruel. In: Projekt Gutenberg-DE. Sechstes Kapitel: Wie Panurg dem Ädituus die Fabel vom Roß und dem Esel erzählt' (URL).
  4. Charles de Coster → WP: Uilenspiegel und Lamme Goedzak. In: Projekt Gutenberg-DE. Kapitel XIII (URL).
  5. Was für ein Esel! Tier war stundenlang im Brunnen gefangen. In: Hamburger Morgenpost. 16. September 2007, Seite 64.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: krauchen