Erkenntnis (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, fBearbeiten

Singular

Plural

Nominativ die Erkenntnis

die Erkenntnisse

Genitiv der Erkenntnis

der Erkenntnisse

Dativ der Erkenntnis

den Erkenntnissen

Akkusativ die Erkenntnis

die Erkenntnisse

Nicht mehr gültige Schreibweisen:

Erkenntniß

Worttrennung:

Er·kennt·nis, Plural: Er·kennt·nis·se

Aussprache:

IPA: [ɛɐ̯ˈkɛntnɪs]
Hörbeispiele:   Erkenntnis (Info)
Reime: -ɛntnɪs

Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich: eine Feststellung, die jemand auf Grund seiner Erfahrung trifft; eine Beurteilung, Bewertung
[2] Philosophie: das Abbild von Gegenständen und Sachverhalten im Bewusstsein; das durch Erkenntnisgewinnung entstandene Wissen; bei Kant das synthetisch-analytische Urteil
[3] Theologie: von Gott dem Menschen offenbartes Wissen; absolutes göttliches Wissen

Herkunft:

vom mittelhochdeutsch erkantnisse = Erkennung, Einsicht
Derivation des Verbs erkennen mit dem Suffix -nis, Suffigierung zum Substantiv

Synonyme:

[1] Aufschluss, Beurteilung, Bewertung, Bewusstsein, Einsicht, Einblick, Eindruck, Klarsicht
[2] Apperzeption, Kognition, Wissen
[3] Lehre

Gegenwörter:

[1] Meinung

Oberbegriffe:

[1, 2] geistige Wahrnehmung

Unterbegriffe:

[1] Geheimdiensterkenntnis, Grunderkenntnis, Selbsterkenntnis, Straferkenntnis, Welterkenntnis, Feststellung, Erfahrung
[2] Logik, Untersuchung, Erinnerung
[3] Erleuchtung, Gotteserkenntnis, Illumination

Beispiele:

[1] Ihr Verhalten verriet Rückständigkeit in der Erkenntnis kommunaler Aufgaben.
[1] Er kam zu der Erkenntnis, in dieser Ehe nicht glücklich werden zu können.
[1] „Wer etwas wagt, lebt gefährlich, sollte man meinen. Doch Erkenntnisse aus der Wagnisforschung legen das Gegenteil nahe.“[1]
[1] „So unterschiedlich das jeweilige Krisenmanagement auch ist - gemeinsam ist doch allen die Erkenntnis, dass es so jedenfalls keinesfalls weitergehen kann.“[2]
[1, 2] „Seine aerodynamischen Erkenntnisse aus dem Studium des Windes und der Vogelflügel waren die Grundlage für den modernen Segelflug.“[3]
[2] Locke gründete alle Erkenntnis auf äußere und innere Erfahrung.
[2] Die Erkenntnis bezieht sich nach Auffassung Berkeleys nicht auf Dinge außer dem Bewusstsein.
[2] „Jede Erkenntnis ist mitteilbar und alles Mitteilbare ist Erkenntnis“ (Moritz Schlick, „Erleben, Erkennen, Metaphysik“).
[2] Wir sollten zur Erkenntnis kommen, dass wir mit unserer Welt verantwortungsvoll umzugehen haben.
[2] Oft heilt nur die eigene Erkenntnis.
[2] Unterscheidung ist die Mutter der Erkenntnis.
[2] „Der Glaube, dass es einen Gott gibt, bleibt jedoch trotz der Versuche des menschlichen Geistes, sich über sogenannte Gottesbeweise, über intellektuelle Erkenntnisse und logische Schlüsse, Sicherheit zu verschaffen, ein Wagnis.“[4]
[3] Eine Kirche ist vor Allem ein Herrschafts-Gebilde, das den geistigeren, zur Erkenntnis fähigen Menschen den obersten Rang sichert.
[3] Die Erkenntnis des Heiligen ist ein Zeichen von Verstand.

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] mit Adjektiv: polizeiliche Erkenntnisse, schlagartige Erkenntnis (  Audio (Info))
[2] mit Adjektiv: wissenschaftliche Erkenntnisse
[3] mit Substantiv: der Baum der Erkenntnis

Wortbildungen:

[?] Erkenntnisart, Erkenntnisbaum, Erkenntnisdrang, Erkenntnisfähigkeit, Erkenntnisgrund, Erkenntniskraft, Erkenntniskritik, Erkenntnislehre, erkenntnismäßig, Erkenntnismethode, Erkenntnismittel, Erkenntnisprozess, Erkenntnisquelle, Erkenntnisstand, Erkenntnistheorie, Erkenntnisvermögen
[2] Erkenntnisgewinnung

ÜbersetzungenBearbeiten

[2] Wikipedia-Artikel „Erkenntnis
[2, 3] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Erkenntnis
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Erkenntnis
[1–3] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalErkenntnis
[1, 2] Duden online „Erkenntnis
[2] Rudolf Eisler: Woerterbuch der Philosophischen Begriffe: Erkenntnis

Substantiv, nBearbeiten

Singular

Plural

Nominativ das Erkenntnis

die Erkenntnisse

Genitiv des Erkenntnisses

der Erkenntnisse

Dativ dem Erkenntnis

den Erkenntnissen

Akkusativ das Erkenntnis

die Erkenntnisse

Worttrennung:

Er·kennt·nis, Plural: Er·kennt·nis·se

Aussprache:

IPA: [ɛɐ̯ˈkɛntnɪs]
Hörbeispiele:
Reime: -ɛntnɪs

Bedeutungen:

[1] österreichisches Rechtswesen: verwaltungs- und höchstrichterliches Urteil; Gerichtsbescheid

Synonyme:

[1] Spruch

Beispiele:

[1] Ein Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes.
[1] „Ist das Erkenntnis also schon in seiner Feststellung der Rechtswidrigkeit problematisch, so verstößt es in flagranter Weise gegen die andere Vorgabe, die verlangt, dass eine allenfalls vorliegende Rechtswidrigkeit ‚auf das Wahlergebnis von Einfluss war‘.“[5]

ÜbersetzungenBearbeiten

[*] Wikipedia-Artikel „Erkenntnis (Begriffsklärung)
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Erkenntnis
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalErkenntnis
[1] Duden online „Erkenntnis

Quellen:

  1. Frank Drescher: Der Gewinn, der im Wagnis steckt. Abgerufen am 23. Januar 2020.
  2. Klaudia Wick: All inclusive. Berliner Zeitung, Berlin 25.10.2005
  3. Janine Ludwig: Geschichte des Fliegens. Berliner Zeitung, Berlin 17.12.2003
  4. Siegbert A. Warwitz: Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. Erklärungsmodelle für grenzüberschreitendes Verhalten.. Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1, Seite 97.
  5. Heribert Franz Köck: Höchstgericht hätte Wählerwillen achten müssen. In: DiePresse.com. 3. Juli 2016, ISSN 1563-5449 (URL, abgerufen am 28. August 2016).