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unbesehen (Deutsch)Bearbeiten

AdjektivBearbeiten

Positiv Komparativ Superlativ
unbesehen
Alle weiteren Formen: Flexion:unbesehen

Worttrennung:

un·be·se·hen, keine Steigerung

Aussprache:

IPA: [ˈʊnbəzeːən], [ʊnbəˈzeːən]
Hörbeispiele: —,   unbesehen (Info)

Bedeutungen:

[1] ohne etwas genauer angesehen oder geprüft zu haben

Herkunft:

Derivation (Ableitung) des Adjektivs besehen mit dem Präfix un-

Synonyme:

[1] anstandslos, bedenkenlos, blind, fraglos, im blinden Vertrauen, kurzerhand, mir nichts, dir nichts, ohne weiteres / ohne Weiteres, ohne zu überlegen, ohne zu zögern, unbürokratisch, ungeprüft, ungesehen, widerspruchslos, gehoben: unreflektiert, unkritisch; österreichisch: ohneweiters

Gegenwörter:

[1] bedenklich, besorgt, bürokratisch, kritisch, misstrauisch, skeptisch, überlegt, unentschlossen, zögerlich

Oberbegriffe:

[1] vertrauensvoll

Beispiele:

[1] Davon, daß die Würdigung der Übersetzung eine unbesehene Selbstverständlichkeit ist, kann indes keine Rede sein.[1]
[1] Vor allem müssen wir uns sehr vor einer unbesehenen Übertragung des Begriffes Entwicklungsland auf die kulturelle Zusammenarbeit hüten.[2]
[1] Sein Fehler und der seiner Apologeten liegt, wie auch jetzt in der Diskussion immer deutlicher herausgearbeitet wird, in der unbesehenen Transformation des kubanischen Modells auf die Verhältnisse des Festlandes.[3]
[1] Anhand der Klasse weiß der Kaufhausbetreiber, wie seine Ware aussehen wird, wenn er unbesehen Äpfel aus Chile ordert.[4]
[1] Bisher wurden an diesem Übergang, den 80 Prozent aller Lieferungen nach Nordkorea passieren, Transporte unbesehen durchgewinkt.[5]
[1] In besseren Wissenschaftszeitschriften werden Forschungsarbeiten nicht unbesehen abgedruckt, sondern erst einmal Experten zur Begutachtung vorgelegt: Reviewern.[6]
[1] „Der Polizeioffizier sah den Fahrer verdutzt an und gab ihm die Pässe unbesehen zurück.“[7]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] unbesehene Lieferung, unbesehene Übernahme, unbesehene Übertragung
etwas unbesehen anwenden (  Audio (Info)), unbesehen bezahlen (  Audio (Info)), unbesehen glauben (  Audio (Info)), unbesehen kaufen (  Audio (Info)), unbesehen unterschreiben (  Audio (Info)), unbesehen verwenden (  Audio (Info))

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „unbesehen
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „unbesehen
[1] canoonet „unbesehen
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalunbesehen
[1] The Free Dictionary „unbesehen
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1756

Quellen:

  1. Elke Schönfeld: Deutsch von? In: Zeit Online. Nummer 45/1992, 30. Oktober 1992, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 26. August 2012).
  2. Hildegard Hamm-Brücher: Die Dritte Welt in den achtziger Jahren. In: Zeit Online. Nummer 50/1979, 7. Dezember 1979, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 26. August 2012).
  3. Horst Bieber: Am Rande der Revolution. In: Zeit Online. Nummer 36/1971, 3. September 1971, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 26. August 2012).
  4. Susanne Donner: Obst und Gemüse dürfen wieder krumm sein. In: Welt Online. 26. Mai 2009, ISSN 0173-8437 (URL, abgerufen am 26. August 2012).
  5. Angela Köhler: USA: "Zweiter Atomtest ist Kriegsakt". In: DiePresse.com. 18. Oktober 2006, ISSN 1563-5449 (URL, abgerufen am 26. August 2012).
  6. Wie man Gutachter milde stimmt - Streit um "Hobbit" prolongiert. In: DiePresse.com. 24. September 2005, ISSN 1563-5449 (URL, abgerufen am 26. August 2012).
  7. Katharina Adler: Ida. Roman. 1. Auflage. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2018, ISBN 978-3-498-00093-6, Seite 380.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: ungeschehen, ungesehen