Polizeier (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, mBearbeiten

Singular

Plural

Nominativ der Polizeier

die Polizeier

Genitiv des Polizeiers

der Polizeier

Dativ dem Polizeier

den Polizeiern

Akkusativ den Polizeier

die Polizeier

Worttrennung:

Po·li·zei·er, Plural: Po·li·zei·er

Aussprache:

IPA: [ˌpoliˈt͡saɪ̯ɐ]
Hörbeispiele:
Reime: -aɪ̯ɐ

Bedeutungen:

[1] bundesdeutsch landschaftlich umgangssprachlich, bisweilen scherzhaft oder veraltend; österreichisch selten; schweizerisch umgangssprachlich, bisweilen scherzhaft; Namibia umgangssprachlich, bisweilen scherzhaft: Angehöriger der Polizei

Herkunft:

Das Wort ist seit dem 19. Jahrhundert bezeugt.[1]

Synonyme:

[1] Polizist, Polizeibeamter
[1] österreichisch: Wachmann; amtssprachlich: Wachebeamter; umgangssprachlich abwertend: Kiberer; sonst veraltet: Gendarm, Gendarmeriebeamter
[1] schweizerisch: Polizeimann; salopp abwertend: Schugger
[1] österreichisch, schweizerisch, sonst veraltet: Wachtmeister
[1] umgangssprachlich: Schutzmann; zumeist abwertend: Bulle
[1] salopp: Polyp; abwertend: Bullenschwein, Greifer, Pig
[1] zumeist scherzhaft: Gesetzeshüter, Ordnungshüter
[1] landschaftlich umgangssprachlich abwertend: Udel
[1] veraltend abwertend: Büttel
[1] veraltet: Konstabler, Schupo
[1] sondersprachlich (Gaunersprache): Lampen, Pallopete

Oberbegriffe:

[1] Beamter, Bediensteter

Unterbegriffe:

[1] Namibia: Stadtpolizeier

Beispiele:

[1] „Die Polizeier kamen schon und stöberten in den Baracken umher, jeden Dreck schnüffelten sie an.“[2]
[1] „Da er als US-Soldat psychologische Kriegsführung betrieben habe, sei ihm klar gewesen, daß man eine Geheimdienst-Provokation abwehre, indem man ihr die Konspiration nehme. Also habe er sich an die Polizei gewandt, und ‚der einzige Polizeier, den ich kannte, war Herr Heine, der Gatte meiner Sekretärin‘.“[3]
[1] „Die meisten wußten, das die Liane aus der Hoffnungsbay einen »Polizeier« heiratet, »einen aus Stadt«.“[4]
[1] „Vielmehr schätzen die Leute, dass der Polizeier vor Ort präsent ist und ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Probleme hat.“[5]
[1] „René W. verlangte, die »lieben Polizeier« als Zeugen zu vernehmen.“[6]
[1] „Anton wird von einer Frauenstimme zum Einsatz gerufen. Polizeier, hier kampeln sich zweie.“[7]
[1] „Ein schwieriger Part, Rahbar musste hier noch einen aus dem Text gestrichenen Polizeier mit deus-ex-machina-Effekt spielen.“[8]
[1] „Wegen dieses Auftretens gegen die Bevölkerung hatten sich die Polizeibeamten äußerst verhasst gemacht und die Novemberrevolution zeigte den Massen, dass die ‚Polizeier‘ durchaus auch sehr untertänig sein konnten.“[9]
[1] „Marcel spürt den eiskalten Wind seit einigen Wochen in dem abgelegenen Jugendwerkhof ‚Willi Gebhardt‘. Er ist der neunte, und es gibt sechs Erzieher, besser Polizeier.[10]
[1] „Einer von uns hatte auch bald einen Spruch parat: ‚Was essen die Polizeier?‘ Die prompte Antwort vom höher liegenden Ortsteil Kleinforst war: ‚Eier, Eier, Eier‘!“[11]
[1] „In Dornbirn-Hatlerdorf kam sie 1908 als Tochter des Ferdinand Ölz (‚Polizeier‘) und der Agatha geb. Fussenegger zur Welt.“[12]
[1] „An einem ſchönen Morgen griff der Polizeier von Körbliwyl eine Frau auf, that als ob er ſie treffen wollte und führte ſie ihrer Heimath Salbinigen zu.“[13]
[1] „Der neue Chef zeige sich zu wenig, heisst es von manchem langgedienten Polizeier.[14]
[1] „Verdient hatten sich die helvetischen Polizeier das Lob durch einen exakt getimten Zugriff.“[15]
[1] „Damals hiess es, der Bürger, der in Genf demonstriere, schätze es gar nicht, von einem Zürcher Polizeier «gestallt» zu werden.“[16]
[1] „Bei so mancher Erzählung aus dem Alltagsdienst des «Polizeiers» glitt er ab und erzählte aus seiner strapazierenden Zeit als Ordnungshüter.“[17]
[1] „Jörg Schild hat als höchster ‚Polizeier‘ das Bemühen um möglichste Sicherheit geradezu personifiziert.“[18]
[1] „Wenn in den 40er-Jahren einem «Polizeier» ein Arrestant entwischte, gab es eine Busse von 30 Franken, 10 Prozent eines Bruttolohns.“[19]
[1] „Die Moral der Geschicht: Stinkts nach Eier ruf nicht gleich die Polizeier.[20]
[1] „Und wenn die neue Stadtpolizei von Ovenduka Leute rekrutiert, gibt es einen Sturmlauf, dass die Metropole mit den übrigen Anwärtern eigentlich jedes Kaff, jeden Flecken und die letzte Kleinstadt von Schuckmannsburg im Caprivi bis Oranjemund auch noch mit überschüssigen Polizeiern beschicken könnte.“[21]
[1] „Da schickt der Richter seinen Polizeier und lässt sich den Handy-Sünder vorführen, direkt vor den Richterstuhl.“[22]
[1] „Oder umgekehrt, ob der Polizeier, der Magistrat oder andere Oukies, die Du durch Dein Steuergeld moi unterhältst, ‘was von Dir wollen.“[23]
[1] „Diesmal müssen die Polizeier nicht gegen Portugiesen eingreifen, die ihr Konsulat besetzen wollen.“[24]
[1] „Vorn an der Straße mit Blick auf den Thüringer Hof, auf den Fiskus und die Turnhalle haben viele Polizeier ihr Quartier und daneben kommt dann die Hauptwache von Ovenduka.“[25]
[1] „Auch die Shebeens haben die Polizeier noch in Ruhe gelassen.“[26]
[1] „Die Polizeier haben ein paar von den Waffen beschlagnahmt, denn die sind sichtbar und man kann die anfassen.“[27]
[1] „Die Polizeier und viele Geschäftsleute orientieren sich eher an Bäumen, Läden, Tankstellen und Supermärkten als an Straßennamen und geben Dir dann auch, wenn überhaupt, entsprechend Auskunft.“[28]
[1] „Dann kam toch noch ein lediger Polizeier am Vormittag im Unterhemd vom Hinterhof und gab bereitwillig Auskunft.“[29]
[1] „Und dann gab’s sowahr wrachtach den einen oder anderen Polizeier, der hat dem nichts ahnenden Touri den Film aus der Kamera gerissen, als wir alle noch mit Zelluloid gespielt haben.“[30]

ÜbersetzungenBearbeiten

[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalPolizeier
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Polizeier
[1] Albert Bachmann [Leitung] et al.: Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache. Gesammelt auf Veranstaltung der ANTIQUARISCHEN GESELLSCHAFT IN ZÜRICH unter Beihülfe aus allen Kreisen des Schweizervolkes. 4. Band: M, N, B/P (Bu), Huber, Frauenfeld 1901, DNB 948902116 (Digitalisat), Stichwort »Polizîjer«, Spalte 1185.
[1] Heinz Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. In: Digitale Bibliothek. 1. Auflage. 36, Directmedia Publishing, Berlin 2006, ISBN 3-89853-436-7, Stichwort »Polizeier«.

Quellen:

  1. Heinz Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. In: Digitale Bibliothek. 1. Auflage. 36, Directmedia Publishing, Berlin 2006, ISBN 3-89853-436-7, Stichwort »Polizeier«.
  2. Erik Neutsch: Spur der Steine. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 1964, Seite 150.
  3. Stefan Heym sieht sich als Opfer. In: Mannheimer Morgen. 12. November 1994.
  4. Günther Hönicke: Spillerkin als »Polizeier«. 1951 bis 1975. Zwei Zwerge Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-932837-10-X, Seite 141 (Zitiert nach Google Books).
  5. Birgitt Schellbach: Polizist ist vor Ort gern gesehen. In: Thüringer Allgemeine. 18. April 2002.
  6. Allerliebstes Polizeiweiblein. In: Sächsische Zeitung. 20. August 2003, Seite 13.
  7. Helga Schütz: Knietief im Paradies. Roman. 1. Auflage. Aufbau-Verlag, Berlin 2005, ISBN 978-3-351-03031-5, Seite 158 (Zitiert nach Google Books).
  8. Dezent orientalisch: Ausverkauftes Haus in der Comèdie Soleil zur Inszenierung von Molières „Tartuffe“. In: Potsdamer Neueste Nachrichten. 1. August 2005.
  9. Vor 90 Jahren wurde Hilfspolizei aufgestellt. Stationierung in der damaligen Hallischen Straße. In: Leipziger-Volkszeitung. 11. August 2009, ISSN 0232-3222, Seite 20.
  10. Doris Vogt-Köhler: Die Macht des Schwertes. Der Stasi entkam niemand. 1.[,] digitale Auflage. Verlag Kern, Bayreuth 2013, ISBN 978-3-939-478-904, Seite [ohne Seitenangabe] (E-Book; zitiert nach Google Books).
  11. Erinnerungen eines ehemaligen Einwohners. In: Oschatzer Allgemeine Zeitung. 28. November 2014, Seite 18.
  12. Familiennachricht/Nachruf. In: Vorarlberger Nachrichten. 21. April 1997, Seite B6.
  13. Jeremias Gotthelf: Der Ball [1853]. In: Jeremias Gotthelfs (Albert Bitzius) geſammelte Schriften. Neue wohlfeile Ausgabe. Zehnter Band, Verlag von Julius Springer, Berlin 1861, Seite 12 (Zitiert nach Google Books).
  14. Ein Unnahbarer aus Selbstschutz. In: Zürcher Tagesanzeiger. Nummer 51, 29. Dezember 1997, Seite 11.
  15. Die Brüsseler Panzerknacker. In: SonntagsZeitung. 11. Juni 2000, Seite 21.
  16. Globolizei. In: Der Bund. 1. Februar 2005, Seite 21.
  17. Rheintaler Komiker an Spielwarenmesse. In: St. Galler Tagblatt. Nummer 37, 15. Februar 2010, Seite 44.
  18. Wie sicher ist Sicherheit? In: Basler Zeitung. 8. September 2012, Seite 13.
  19. Ruedi Baumann: Schreibmaschine und Pistole kaufte er selbst. In: Tages-Anzeiger. 11. Oktober 2016, ISSN 1422-9994, Seite 21.
  20. Philipp Langenegger: Fuuli Eier. In: Appenzeller Zeitung. 31. August 2017.
  21. Opolifi kriegt auch schwer. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 7. Juli 2005, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 1. Juli 2018).
  22. Beim Volkstribunal. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 29. Juli 2005, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 1. Juli 2018).
  23. Musst Dich moi vorbereiten. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 1. Februar 2007, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 1. Juli 2018).
  24. Lusophonie in Ludwigsdorf. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 12. April 2007, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 1. Juli 2018).
  25. Durchlöchert und abgeholzt. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 25. Oktober 2007, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 1. Juli 2018).
  26. Das Jahr ausgleiten lassen. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 28. Dezember 2007, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 1. Juli 2018).
  27. Waffen, Worte und Wetter. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 11. Januar 2008, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 1. Juli 2018).
  28. Duitsche Sprache, schwere Sprache. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 7. Mai 2009, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 1. Juli 2018).
  29. Opolifi, oh Opolifi! In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 2. September 2010, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 1. Juli 2018).
  30. Kamera macht Opolifi bang. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 16. Juni 2011, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 1. Juli 2018).