Shebeen (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, f, m, nBearbeiten

Singular 1 Singular 2 Singular 3 Plural

Nominativ die Shebeen der Shebeen das Shebeen die Shebeens

Genitiv der Shebeen des Shebeens des Shebeens der Shebeens

Dativ der Shebeen dem Shebeen dem Shebeen den Shebeens

Akkusativ die Shebeen den Shebeen das Shebeen die Shebeens

Anmerkung:

Im Gegensatz zum Namibiadeutsch und Nataler Deutsch, ist das Wort im europäischen Deutsch seltener anzutreffen, nicht alltagssprachlich und bezieht sich ausschließlich auf zumeist südafrikanische Verhältnisse, mitunter auch auf Verhältnisse anderer Länder des südlichen Afrikas. Es wird hauptsächlich als Femininum, vereinzelt auch als Maskulinum oder gar Neutrum aufgefasst. (Siehe Beispiele.)

Worttrennung:

She·been, Plural: She·beens

Aussprache:

IPA: [ʃiˈbiːn]
standardsprachlich (Namibia): [ʃeˈbiːn][1]
Hörbeispiele:   Shebeen (Info)

Bedeutungen:

[1] Deutschland, Österreich, Schweiz seltener, sonst alltagssprachlich in Namibia, Südafrika (KwaZulu-Natal): kleine, schlichte (zumeist illegale) Schankwirtschaft; in einem Armenviertel in einer Wellblechhütte oder einer anderen einfachen Behausung befindlicher Ausschank mit Alkohollizenz

Herkunft:

Das Wort ist gleichbedeutend englischem shebeen → en[2] entlehnt.[3]

Sinnverwandte Wörter:

[1] Namibia: Barackenbar, Cuca Shop, Kaschemme, Pinte, Trinkstube

Oberbegriffe:

[1] Schankwirtschaft

Beispiele:

  • Deutschland:
[1] „Sie fährt in die profitträchtigen Goldminen, wo die Schwarzen preußisch stramm mit ihren Schaufeln exerzieren müssen, ehe sie zu arbeiten beginnen, in die verborgenen Spelunken, die ‚Shebeens‘, in denen sich die zerlumpten Mohren das zuführen, was laut Gesetz für die Weißen reserviert ist: Schnaps.“[4]
[1] „In dem Township, in dem ich wohne, gibt es Tausende Shebeens. Man braucht ein größeres Haus und mindestens ein Zimmer für den Shebeen.[5]
[1] „Viele von ihnen haben einst im Untergrund angefangen – die Frauen etwa, die Bier brauten für die Shebeens, die verbotenen Hinterhofkneipen.“[6]
[1] „Die Touristen bekommen eine Shebeen, eine traditionelle Kneipe der Schwarzen, gezeigt und können an einem der Märkte aussteigen, wo Frauen Früchte, Eier und Altkleider verkaufen.“[7]
[1] „ Neben kleineren, meist informell betriebenen Autowasch-Firmen prägen vor allem kleine Restaurants, Straßenstände und Shebeens das Straßenbild.“[8]
  • Österreich:
[1] „Während der Tour ins Township (Armenviertel), werden eine Schule und ein Shebeen (typisches Beisl) besucht.“[9]
[1] „Jo öffnet die Tür eines Shebeens.[10]
[1] „Zu sehen gibt es Felsbilder der Ureinwohner San, aber auch Dinge der modernen Zivilisation, wie z.B. Shebeens (Bierkneipen der schwarzen Bevölkerungsschicht) und Squatter Camps (Slums).“[11]
  • Schweiz:
[1] „Das Shebeen, die Bierschwemme, liegt direkt gegenüber, das Bier kostet einen Franken, und man muss hier wirklich keine Sorge haben, keinen Kontakt zur lokalen Bevölkerung zu bekommen.“[12]
[1] „Die Einschätzung Thulisiles wird von Wejekazi Mbotho geteilt, die in ihrer Hütte eine Schankstätte, eine Shebeen, betreibt. […] Mbothos Shebeen wurde zuletzt vor Weihnachten überfallen und ausgeraubt.“[13]
[1] „Die meisten kehren anschliessend in ein «Shebeen» ein, wie die einst illegalen Hinterhofkneipen hier heissen.“[14]
  • Namibia:
[1] „Die Windhoeker Stadtverwaltung will ab Januar nächsten Jahres sämtliche so genannte Shebeens in der Hauptstadt schließen, deren Betreiber bis dahin keine Gewerbelizenz vorweisen können.“[15]
[1] „Diese Bestimmungen schreiben unter anderem vor, dass der Betreiber einer Shebeen auch Eigentümer des Etablissements sein und dauerhaft auf dem Grundstück wohnen muss, auf dem dieses steht.“[16]
[1] „Dazu gehört unter anderem, dass die Shebeen mindestens eine Toilette haben und in einem angemessenen Abstand zu umliegenden Schulen und Kirchen liegen muss.“[17]
[1] „In der vergangenen Woche hatte die Polizei in Walvis Bay bei einer Razzia etliche illegale Shebeens geschlossen und den Alkohol beschlagnahmt.“[18]
[1] „Ich erinnere mich noch an einen Tag, an dem eine Delegation mit Bischof Kameeta in den Ort kam. Alle Shebeens hatten plötzlich geschlossen. Kaum hat er den Ort am Nachmittag wieder verlassen, wurden die Shebeens wieder geöffnet.“[19]
[1] „Nachdem ihr Mann das Kind abgeholt habe, sei sie zu einem anderen Shebeen gelaufen, wo sie auf den Angeklagten getroffen sei.“[20]
[1] „Insbesondere geht es um die landesweit verbreiteten, sich ständig vermehrenden Shebeens, Barackenbars, Cuca Shops, Pinten und Kaschemmen, wie sie auch immer benannt werden mögen.“[21]
[1] „Nach seiner Festnahme hatte der Polizist nach eigenen Angaben eine gestohlene Pistole, einen Bolzenschneider und eine zuvor aus der Shebeen entwendete Kasse bei Kashawa sichergestellt.“[22]
[1] „Beim bewaffneten Raubüberfall von vier Personen auf eine Trinkstube (Shebeen) ist eine Person ums Leben gekommen - von den Angreifern.“[23]

Wortbildungen:

Shebeen-Besitzer, Shebeen-Betreiber, Shebeen-Eigentümer, Shebeen-Gewerbe, Shebeen-Lizenz, Shebeen-Queen, Shebeen-Viertel

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Wikipedia-Artikel „Shebeen
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Shebeen
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalShebeen
[1] Hildegard Irma Stielau: Nataler Deutsch. Eine Dokumentation unter besonderer Berücksichtigung des englischen und afrikaansen Einflusses auf die deutsche Sprache in Natal. In: Im Auftrag des Instituts für deutsche Sprache, Mannheim herausgegeben von Leopold Auburger, Heinz Kloss, Gottfried Kolde (Herausgeber): Deutsche Sprache in Europa und Übersee. Berichte und Forschungen. 7. Band, Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1980, ISBN 3-515-02635-5, DNB 800037642, Stichwort »Shebeen-queen«, Seite 28.
[1] Joe Pütz: Das grosse Dickschenärie. Dickschenärie I & II Kommbeind Riekonndischend Gemoddifeid und Gesuhpt. 1. Auflage. Peters Antiques, Swakopmund 2001, ISBN 978-9-991-65046-3, Stichwort »Schebien«, Seite 116.
[1] Ulrich Ammon et al. (Herausgeber): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2016, ISBN 978-3-11-024543-1, DNB 108083964X, Stichwort »Shebeen«, Seite 674.

Quellen:

  1. Ulrich Ammon et al. (Herausgeber): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2016, ISBN 978-3-11-024543-1, DNB 108083964X, Stichwort »Shebeen«, Seite 674.
  2. Oxford English Dictionary „shebeen
  3. Hildegard Irma Stielau: Nataler Deutsch. Eine Dokumentation unter besonderer Berücksichtigung des englischen und afrikaansen Einflusses auf die deutsche Sprache in Natal. In: Im Auftrag des Instituts für deutsche Sprache, Mannheim herausgegeben von Leopold Auburger, Heinz Kloss, Gottfried Kolde (Herausgeber): Deutsche Sprache in Europa und Übersee. Berichte und Forschungen. 7. Band, Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1980, ISBN 3-515-02635-5, DNB 800037642, Stichwort »Shebeen-queen«, Seite 28.
  4. Heiß wie Semmeln. In: DER SPIEGEL. Nummer 20, 11. Mai 1960, ISSN 0038-7452, Seite 84 (DER SPIEGEL Archiv-URL, abgerufen am 9. Dezember 2017).
  5. Ruth Weiss; Edition Xanthippe (Herausgeber): Die Frauen von Zimbabwe. 1. Auflage. Frauenbuchverlag, München 1983, ISBN 3-888997-103-9 (formal falsche ISBN!), Seite 57, DNB 840194226 (Zitiert nach Google Books).
  6. Willem Verbarg: Neue Freiheit – neue Steuern. Die Opposition pocht auf Mitsprache in der Wirtschaftspolitik. In: DIE ZEIT. Nummer 47, 15. November 1991, ISSN 0044-2070, Seite 42 (DIE ZEIT Print-Archiv, abgerufen am 9. Dezember 2017).
  7. Für einen Augenblick König im eigenen Land. In: Süddeutsche Zeitung. Nummer 297, 23. Dezember 1997, ISSN 0174-4917, Seite 20.
  8. Malte Steinbrink, Michael Buning, Martin Legant, Berenike Schauwinhold, Tore Süßenguth: Armut und Tourismus in Windhoek. Eine empirische Studie zum Townshiptourismus in Namibia. Universitätsverlag, Potsdam 2015 (Potsdamer Geographische Praxis ; 9, ISSN 2194-1599), ISBN 978-3-86956-322-0, URN:nbn:de:kobv:517-opus4-72513, Seite 68 (Zitiert nach Google Books).
  9. Lifestyle in Südafrika und Luxus in Qatar. In: Kurier. 24. Oktober 2004, Seite 51.
  10. Im Herzen Südafrikas. In: Kurier. 13. Juni 2010, Seite 42.
  11. Kontraste pur im »Big Apple« Afrikas. In: Neue Kärntner Tageszeitung. 9. Juli 2010, Seite 30.
  12. Fair und quer durchs Land. In: Basler Zeitung. Ausgabe 136, 14. Juni 2005, Seite 10.
  13. Zeichen vermehrter sozialer Unrast in den südafrikanischen Townships. In: Neue Zürcher Zeitung. 25. Januar 2006, ISSN 0376-6829, Seite 5.
  14. Im Epizentrum. In: SonntagsZeitung. 22. Juni 2008, Seite 63.
  15. Stadtverwaltung greift durch. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 13. November 2002, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 9. Dezember 2017).
  16. Neues Ultimatum für Shebeen-Besitzer. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 29. Oktober 2003, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 9. Dezember 2017).
  17. Neuer Anlauf gegen Shebeens. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 30. September 2005, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 9. Dezember 2017).
  18. Protest dauert an. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 26. Mai 2006, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 9. Dezember 2017).
  19. H. Koehler (Interviewter): BIG: Ansatz ist gut, Kontrolle ist besser. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 10. November 2008, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 9. Dezember 2017).
  20. Knierim-Fall wird vertagt. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 29. Januar 2010, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 9. Dezember 2017).
  21. Nation der Säufer? In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 28. März 2012, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 9. Dezember 2017).
  22. Angeklagter beteuert Unschuld. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 1. September 2015, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 9. Dezember 2017).
  23. Raubopfer tötet einen Angreifer. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 11. Oktober 2017, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 9. Dezember 2017).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

Anagramme: besehen