Krisenherd (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, mBearbeiten

Singular

Plural

Nominativ der Krisenherd

die Krisenherde

Genitiv des Krisenherdes
des Krisenherds

der Krisenherde

Dativ dem Krisenherd
dem Krisenherde

den Krisenherden

Akkusativ den Krisenherd

die Krisenherde

Worttrennung:

Kri·sen·herd, Plural: Kri·sen·her·de

Aussprache:

IPA: [ˈkʁiːzn̩ˌheːɐ̯t]
Hörbeispiele:   Krisenherd (Info)

Bedeutungen:

[1] Politik: ein/e für politische und/oder wirtschaftliche Krisen anfällige/s, instabile/s Gebiet/Region, in dem/der es jederzeit leicht zu gewalttätigen, kriegerischen Auseinandersetzungen kommen kann

Herkunft:

Determinativkompositum aus den Substantiven Krise und Herd mit dem Fugenelement -n

Synonyme:

[1] Krisengebiet, Krisenregion

Sinnverwandte Wörter:

[1] Brandherd, Explosionsherd, Feuerherd, Gefahrenherd, Konfliktherd, Spannungsherd, Unruheherd/Unruhherd
[1] Pulverfass

Beispiele:

[1] „Die Region Kasai hat sich zum neuen Krisenherd im Kongo entwickelt.“[1]
[1] „Das kurzsichtige Machtstreben der ivoirischen Eliten trägt dazu bei, dass das Land immer stärker in Richtung des Krisenherds Liberia, Sierra Leone und Guinea schlittert.“[2]
[1] „Gleichwohl besteht nun die Gefahr, dass die betroffenen asiatischen Länder so viel Geld binden, dass vor allem für die viel größeren aber weniger spektakulären Krisenherde südlich der Sahara weit geringe Hilfsmittel als zuvor bereitstehen.“[3]
[1] „Seit 25 Jahren dokumentiert Nachtwey Kriegsgräuel in nahezu allen Krisenherden dieser Welt.“[4]
[1] „Seit den 50er-Jahren, als es fast zum Krieg kam, war Taiwan der größte Krisenherd zwischen Peking und Washington. Jetzt erscheint dieser Krisenherd dauerhaft entschärft.“[5]
[1] „Besonders dominante Krisenherde sind die bewaffneten Auseinandersetzungen in Teilen Somalias und der ungelöste Grenzstreit zwischen Äthiopien und Eritrea.“[6]
[1] „Das US-Außenministerium ist offenbar endgültig im Zeitalter der digitalen Diplomatie angekommen: Zunehmend bedient sich das Amt nun sozialen Internetplattformen, um effektiver mit Menschen in Krisenherden kommunizieren zu können.“[7]
[1] „Ein Grenzübergang steht in Flammen, die Nato-Schutztruppe muss das Schlimmste verhindern: Zwanzig Jahre nach Beginn der Jugoslawien-Kriege ist Kosovo noch immer ein Krisenherd auf dem Balkan.“[8]
[1] „Die Weltöffentlichkeit hat sich in diesem ereignisreichen Jahr längst anderen Krisenherden zugewandt.“[9]
[1] „Europa, mehr als ein Jahrzehnt lang Hort der Stabilität, ist zum Krisenherd geworden, auf den die Welt mit fassungslosem Staunen, Sorge und wachsender Ungeduld blickt.“[10]
[1] „Die Arabische Liga zog ihre Beobachter wegen der anhaltenden Gewaltexzesse am Wochenende aus den Krisenherden ab und rief sie vorerst nach Damaskus zurück.“[11]
[1] „Der Nahe Osten ist seit Jahrzehnten Krisenherd, für die Zukunft prophezeien Experten einen weiteren Kriegsgrund: Wasser.“[12]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] mit Adjektiv: politischer / potentieller / regionaler / wirtschaftlicher Krisenherd, zahlreichee Krisenherde
[1] mit Verb: sich zum Krisenherd entwickeln
[1] in Kombination: einen gefährlichen Krisenherd beseitigen

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. In zehn Bänden. 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. 5. Band Impu–Leim, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1999, ISBN 3-411-04783-6, DNB 965408787, Seite 2287.
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1022.
[1] Duden online „Krisenherd
[1] wissen.de – Wörterbuch „Krisenherd
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Krisenherd
[*] Wikipedia-Suchergebnisse für „Krisenherd
[*] The Free Dictionary „Krisenherd
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalKrisenherd
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „Krisenherd
[*] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Krisenherd
[1] Deutsche Welle, Deutsch lernen - Wort der Woche: Hanna Grimm: Der Krisenherd. In: Deutsche Welle. 2014 (Text und Audio zum Download, Dauer: 01:36 mm:ss, URL, abgerufen am 29. Januar 2019).

Quellen:

  1. Gwendolin Hilse: Afrika – DR Kongo: Massenmorde in der Oppositionshochburg Kasai. In: Deutsche Welle. 21. April 2017 (URL, abgerufen am 29. Januar 2019).
  2. Simone Schardt: Côte d’Ivoire kommt nicht zur Ruhe. Putschversuch nach wenigen Stunden niedergeschlagen. In: NZZOnline. 9. Januar 2001, ISSN 0376-6829 (URL, abgerufen am 27. April 2012).
  3. Ein Kontinent auf der Schattenseite des globalen Dorfes. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 11. Januar 2005, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 27. April 2012).
  4. Simone Schardt: «Welt - Bilder»: Die Grenzen entlang den Bildlegenden. In: WOZ Online. 29. September 2005 (URL, abgerufen am 27. April 2012).
  5. Georg Blume: Pekings Zurückhaltung zahlt sich aus. IN TAIWAN VERBLASSEN DIE ALTEN FEINDBILDER. In: taz.de. 14. Januar 2008, ISSN 1434-2006 (URL, abgerufen am 27. April 2012).
  6. Nahrungsmittel für Afrika. In: Liechtensteiner Volksblatt Online. 1. Dezember 2009 (URL, abgerufen am 27. April 2012).
  7. US-Außenministerium begeistert sich für Twitter & Co.. In: Der Standard digital. 24. Januar 2011 (URL, abgerufen am 27. April 2012).
  8. Enver Robelli: Krisenherd Kosovo: Alter Hass, neu entbrannt. In: sueddeutsche.de. 29. Juli 2011, ISSN 0174-4917 (URL, abgerufen am 27. April 2012).
  9. Unglücks-AKW: Keine Spur von Normalität in Fukushima. In: Tageblatt Online. 14. September 2011 (URL, abgerufen am 27. April 2012).
  10. Gerd Appenzeller: Hort der Unruhe. Europa ist zum Krisenherd geworden. In: Der Tagesspiegel Online. 4. November 2011 (URL, abgerufen am 27. April 2012).
  11. Aufstand: Erneut blutige Kämpfe in Syrien. In: L’essentiel Online. 29. Januar 2012 (URL, abgerufen am 27. April 2012).
  12. Volker Mrasek: Sensibler Blick aus dem Weltall. Grace-Satelliten sehen massive Grundwasser-Verluste im Nahen Osten. In: Deutschlandradio. 14. Februar 2013 (URL, abgerufen am 29. Januar 2019).