Gelegenheit macht Diebe

Gelegenheit macht Diebe (Deutsch)Bearbeiten

SprichwortBearbeiten

Worttrennung:

Ge·le·gen·heit macht Die·be

Aussprache:

IPA: [ɡəˈleːɡn̩haɪ̯t maxt ˈdiːbə], [ɡəˈleːɡŋ̩haɪ̯t maxt ˈdiːbə]
Hörbeispiele:   Gelegenheit macht Diebe (Info),   Gelegenheit macht Diebe (Info)

Bedeutungen:

[1] günstige Umstände, direkte Möglichkeiten, die sich einem bieten, können zu illegalen oder unerwünschten, unvernünftigen Handlungen verleiten

Herkunft:

Im Deutschen ist es seit mindestens 1559[1] in der frühneuhochdeutschen Form Gelegenheit macht Dieb[1] bezeugt, hatte allerdings bereits im Mittelhochdeutschen Vorläufer wie unter anderem state machet manegen diep → gmh, wan stunt und stat vil dieben macht → gmh, die stat lêrt den diep steln → gmh, wann den dewb macht die stat → gmh.[2]

Sinnverwandte Wörter:

[1] Geld bringt auch einen Popen zu Fall, offene Tür verführt einen Heiligen

Beispiele:

[1]  „Nicht Gelegenheit macht Diebe,
Sie ist selbst der gröſste Dieb,
Denn sie stahl den Rest der Liebe
Die mir noch im Herzen blieb.“[3]
[1] „Jm Wohnzimmer war die obere Hälfte der den Sekretär ſchließenden Klappe herabgelaſſen, folglich waren die ſonſt verſchloſſenen Schubladen, worin er die Werthſachen der Gräfin wußte, leicht aufzuziehen. Gelegenheit macht Diebe; ihn lockten die Koſtbarkeiten und er konnte dem Gedanken, ſich hier zu bereichern, nicht widerſtehen.“[4]
[1] „Wer ein Tänzchen wagt, läßt seine Handtasche unbewacht zurück – solche Gelegenheit macht Diebe: Ein Student (19) und ein Techniker (20) aus Ried im Innkreis wurden von einem gleichaltrigen Ballgast im Linzer Brucknerhaus beobachtet, wie sie Abendtäschchen von den Tischen stahlen.“[5]
[1] „‚Gelegenheit macht Diebe‘, sagt sie und rät, Handtaschen auf dem Friedhof immer bei sich zu behalten.“[6]
[1] „Der Präventionsbeamte der Polizeiinspektion Anklam rät außerdem, dass die Menschen wieder mehr aufeinander aufpassen sollen. Gelegenheit mache Diebe, so Tschirn. Grundsätzlich sollten Urlauber keine Wertsachen lose auf dem Zimmer liegen haben.“[7]

ÜbersetzungenBearbeiten

[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Gelegenheit
[1] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – Sprichwörterbuch „Gelegenheit macht Diebe
[1] Duden online „Gelegenheit
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalGelegenheit macht Diebe
[1] Redensarten-Index „Gelegenheit macht Diebe
[1] Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon „Gelegenheit“, Nummer 14.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Buch der Zitate und Redewendungen. 2. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-71802-3 (CD-ROM-Ausgabe), Stichwort »Gelegenheit macht Diebe«.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. In: Der Duden in zwölf Bänden. 5., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. Band 11, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2020, ISBN 978-3-411-91305-3, Stichwort »Gelegenheit: Gelegenheit macht Diebe«, Seite 270.

Quellen:

  1. 1,0 1,1 Siehe Francesco Petrarca: Hülff /Troſt vnd Rath in allem anligen der Menſchen. Bei Chriſtian Egenollfs Erben, zu Frankfurt am Main Ⅿ. Ⅾ. ⅬⅨ. [1559], Seite ⅭⅬⅧ [158] (Zitiert nach Google Books).
  2. Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon „Gelegenheit“, Nummer 14.
  3. [Johann Wolfgang von] GOETHE: West-oestlicher DIVAN. 1. Auflage. In der Cottaischen Buchhandlung, Stuttgard 1819, Seite 124 (Zitiert nach Deutsches Textarchiv).
  4. Die Bekenntnisse des J. Stauff. In: Die Bayeriſche Preſſe. Eine conſtitutionell-monarchiſche Zeitung. Nummer 208, 30. August 1850, Seite [4] (Zitiert nach Deutsches Textarchiv).
  5. Diebe bei Ball geschnappt. 7 Handtaschen im Brucknerhaus gestohlen. In: Neue Kronen Zeitung. 14. Januar 1996, Seite 25
  6. Grabschmuck verschwindet auf Friedhöfen spurlos. Selbst vor Toten machen Diebe nicht Halt. In: Nürnberger Zeitung. 1. Mai 2007, Seite 9.
  7. Diebe suchen die Urlaubsinsel heim. In: Nordkurier. 7. Juli 2012, ISSN 0232-1491.