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wehrtüchtig (Deutsch)Bearbeiten

AdjektivBearbeiten

Positiv Komparativ Superlativ
wehrtüchtig wehrtüchtiger am wehrtüchtigsten
Alle weiteren Formen: Flexion:wehrtüchtig
 
[1] Ein Arzt prüft im Juni 1935 junge Männer, ob sie wehrtüchtig sind.

Worttrennung:

wehr·tüch·tig, Komparativ: wehr·tüch·ti·ger, Superlativ: am wehr·tüch·tigs·ten

Aussprache:

IPA: [ˈveːɐ̯ˌtʏçtɪç], [ˈveːɐ̯ˌtʏçtɪk]
Hörbeispiele:   wehrtüchtig (Info),   wehrtüchtig (Info)

Bedeutungen:

[1] für Personen: in einem körperlichen Zustand, dass die Person für eine Kampftruppe verwendbar ist
[2] für Waffen, Gerät, Festungen: einsetzbar, funktionsfähig

Herkunft:

Kompositum aus dem Stamm des Verbs wehren und dem Adjektiv tüchtig

Synonyme:

[1] wehrtauglich
[2] befestigt

Gegenwörter:

[1] wehruntauglich

Beispiele:

[1] „[…] wenn wehrtüchtige Afghanen sich für den Kampfeinsatz in Syrien melden, werden ihnen bis zu 500 US-Dollar Sold im Monat in Aussicht gestellt, erzählen die Flüchtlinge.“[1]
[1] „Eine Frau, die sich Natalia nennt, erzählt von ihrem Asthma-kranken Sohn. Eine medizinische Einberufungskommission habe ihn trotzdem als wehrtüchtig eingestellt.“[2]
[1] „Schule ist für [Anmerkung: den Lehrer Rudolf] Fehling einzig dazu da, Kinder wehrtüchtig zu machen. »Unsere Jugend sei männlich hart, gehorsam, waffentüchtig und charakterfest«, schreibt er in einem Aufsatz mit der Überschrift "Vormilitärische Erziehung der deutschen Jugend" […]“[3]
[1] „Seit Beginn der Industrialisierung wurden Kinder als billige Arbeitskräfte ausgebeutet. Bedenken gegen diesen Zustand kamen nicht aus Mitleid, sondern durch die Befürchtung auf, dass junge Leute bald nicht mehr wehrtüchtig sein könnten …“[4]
[1] „Jeweils 20.000 "Volksgenossen" sollten gleichzeitig [Anmerkung: in Prora/Rügen] an einem der schönsten Strände Deutschlands durch preiswerten Urlaub ideologisch gestählt und wehrtüchtig gemacht werden.“[5]
[1] „Die halbstaatliche Jugendorganisation unter der Führung von Generalfeldmarschall Colmar Freiherr von der Goltz hatte mehrere hunderttausend Mitglieder. Ihr erklärtes Ziel war es, durch Kriegsspiele »die deutsche Jugend wehrtüchtig [zu] machen« und so »auf den Charakter der Knaben einzuwirken«, so von der Goltz.“[6]
[1] „Der Vater des Sports ist der Krieg. Auf der Laufbahn übten Männer, um wehrtüchtig zu sein. Wer sich schneller bewegte als sein Gegner in der Schlacht, überlebte.“[7]
[2] „Wehrtüchtig. In den Werkshallen von Doberlug-Kirchhain werden Bundeswehrpanzer und andere Armeefahrzeuge instand gesetzt.“[8]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] mit Substantiv: wehrtüchtige Männer

Wortbildungen:

[1] Wehrtüchtige, Wehrtüchtiger
[1, 2] Wehrtüchtigkeit

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „wehrtüchtig
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „wehrtüchtig
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalwehrtüchtig
[*] Wikipedia-Suchergebnisse für „wehrtüchtig

Quellen:

  1. Shabnam von Hein: Iran macht afghanische Flüchtlinge zu Märtyrern im Syrien-Krieg. In: Deutsche Welle. 25. November 2016 (URL, abgerufen am 25. Juli 2019).
  2. Roman Goncharenko: Friedenspreis für "Soldatenmutter" Poljakowa. In: Deutsche Welle. 17. Juli 2015 (URL, abgerufen am 25. Juli 2019).
  3. Kristina Festring-Hashem Zadeh: Wie Nazi-Lehrer nach dem Krieg Karriere machten. In: Norddeutscher Rundfunk. 18. April 2016 (URL, abgerufen am 25. Juli 2019).
  4. Zwischen Rohrstock und Fabrik. rp-online.de, RP Digital GmbH, Düsseldorf, Deutschland, 16. April 2018, abgerufen am 25. Juli 2019 (Deutsch).
  5. Andreas Frost: Prora auf Rügen – Das entnazifizierte Betonmonster. In: Spiegel Online. 15. Mai 2007, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 25. Juli 2019).
  6. Thomas Thiel: Jugendherbergen Zum Schlafen in den Keller. In: Spiegel Online. 4. März 2009, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 25. Juli 2019).
  7. Dirk Husemann: Spiele, Siege und Skandale: Dirk Husemann erzählt vom antiken Olympia. Campus Verlag, 2007, ISBN 9783593403120, Seite 75 (Zitiert nach Google Books).
  8. Lissy Kaufmann: Truppen in Brandenburg – Nach dem letzten Zapfenstreich: Wenn die Bundeswehr abzieht. In: Der Tagesspiegel Online. 30. August 2016 (Bildunterschrift, URL, abgerufen am 25. Juli 2019).