einkasteln (Deutsch)Bearbeiten

VerbBearbeiten

Person Wortform
Präsens ich kastele ein
kastle ein
kastel ein
du kastelst ein
er, sie, es kastelt ein
Präteritum ich kastelte ein
Konjunktiv II ich kastelte ein
Imperativ Singular kastele ein!
kastle ein!
kastel ein!
Plural kastelt ein!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
eingekastelt haben
Alle weiteren Formen: Flexion:einkasteln

Worttrennung:

ein·kas·teln, Präteritum: kas·tel·te ein, Partizip II: ein·ge·kas·telt

Aussprache:

IPA: [ˈaɪ̯nˌkastl̩n]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] jemanden ins Gefängnis bringen, gefangen nehmen
[2] auch süddeutsch: einen rechteckigen Rahmen um etwas zeichnen, zum Beispiel um ein Wort oder eine Textpassage zur Hervorhebung
[3] auch süddeutsch: jemanden/etwas mit Gegenständen, Bauwerken allseitig umgeben
[4] jemanden/etwas in eine bestimmte Kategorie einordnen, in eine bestimmte Schublade stecken, in ein Schema zwängen

Herkunft:

Ableitung (Derivation) vom Stamm des Substantivs Kasten mit den Derivatemen ein- und -eln

Synonyme:

[1] einlochen, einsperren, festsetzen, inhaftieren
[2] einkästeln, einrahmen
[3] einschließen, umschließen, umgeben
[4] einsortieren

Sinnverwandte Wörter:

[2] einkreisen

Gegenwörter:

[1] freilassen

Beispiele:

[1] Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr haben sie die Schauspielerin wegen Ladendiebstahls eingekastelt.
[2] Der Pfarrer übergibt dem Brautpaar eine Liste mit Fürbitten und fordert sie auf, diejenigen einzukasteln, die sie als passend für ihre Hochzeitsfeier empfinden.
[3] Der einzige Spielplatz im Problemviertel ist eingekastelt von hässlichen grauen Hochhäusern.
[4] Er macht wunderbare Musik, ein Mischmasch aus Rock, Klassik und Country – dieser Mann lässt sich nicht einkasteln.
[4] „Diese Werkcollage, sagt er, die bin ich. Und wer mich jetzt zu fassen sucht, wer mich einkasteln will, mir den Platz in einer der gängigen Kategorien zwischen Minimalist, Konzeptualist, Moralist oder Post-was-immer-ist anweisen will, der hat sich getäuscht.“[1]

ÜbersetzungenBearbeiten

[1–3] Duden online „einkasteln
[1–4] Ulrich Ammon et al. (Herausgeber): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie in Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol. 1. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2004, ISBN 978-3-11-016574-6, DNB 972128115 „einkasteln“, Seite 205.
[1, 2, 4] Jakob Ebner: Duden, Wie sagt man in Österreich? Wörterbuch des österreichischen Deutsch. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Wien/Zürich 2009, ISBN 978-3-411-04984-4 „einkasteln“, Seite 106.
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „einkasteln
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portaleinkasteln

Quellen:

  1. Musterbefragung – „A Retrospective“. In: Der Standard digital. 27. September 2007 (URL, abgerufen am 2. November 2013).