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antexten

Nuvola apps korganizer.png Dieser Eintrag war in der 20. Woche
des Jahres 2017 das Wort der Woche.

antexten (Deutsch)Bearbeiten

VerbBearbeiten

Person Wortform
Präsens ich texte an
du textest an
er, sie, es textet an
Präteritum ich textete an
Konjunktiv II ich textete an
Imperativ Singular texte an!
Plural textet an!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
angetextet haben
Alle weiteren Formen: Flexion:antexten

Worttrennung:

an·tex·ten, Präteritum: tex·te·te an, Partizip II: an·ge·tex·tet

Aussprache:

IPA: [ˈanˌtɛkstn̩]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] intransitiv: durch das Verfassen von Texten (etwas/einer Sache) entgegenwirken; textend gegen etwas angehen
[2] transitiv: sich mittels Textnachricht an jemanden wenden
[3] transitiv: jemanden (zumeist penetrant) anreden, ansprechen

Herkunft:

Ableitung eines Partikelverbs zu texten mit der Partikel (Ableitungsmorphem, Präfix) an-

Oberbegriffe:

[1–3] texten

Beispiele:

[1] „‚Die Juden sind an allem schuld‘ – am Regen und am Schnee, textete Friedrich Hollaender 1931 ironisch gegen Vorurteile an.[1]
[1] „Und wir können dagegen anreden, anblitzen, antexten wie wir wollen – es wird immer stärker sein.“[2]
[1] „Der Mann hat die Weimarer Republik vollgeschrieben, hat sich für alles zuständig gefühlt und gegen alles angetextet, was auch nur entfernt nach Missstand aussah.“[3]
[1] „Metrophobie. […] Der Begriff bezeichnet nicht etwa Furcht vor U-Bahnen, sondern die Angst vor Poesie. Ab heute wird in der neu gegründeten Lesebühne ‚Metrophobia‘ gegen sie angetextet und angesungen.“[4]
[1] „Wie gegen die Macht der Bilder, aber auch gegen die Urteile und Vorurteile der Zuschauer in Deutschland antexten?[5]
[2] „Sie hat Twitter-Updates alle paar Minuten geschrieben, sie hat Kollegen angetextet.[6]
[2] „Plötzlich verharrte der Film in einem Standbild des Protagonisten, in jeder Ecke der Leinwand erschien eine Handynummer, die man anrufen oder antexten konnte, worauf eine Computer-Software eine Variante für den Fortgang der Handlung bestimmte.“[7]
[2] „Edathy wehrt sich: ‚Ich muss doch nicht davon ausgehen, dass jeder Nerd, der mich auf Facebook uneingeladen antextet, Gegenstand bundesweiter Berichterstattung wird.‘“[8]
[2] „Insgesamt wurden 58.800 Personen angetextet.[9]
[2] „Schnell den Kumpel über WhatsApp antexten, etwas auf Facebook posten oder einen Schnappschuss machen: Handys sind ungemein praktisch.“[10]
[3] „Launig textet er die Stargäste an: […].“[11]
[3] „Manchmal wurden sie angetextet da draußen: Ob das politisch wäre, oder so.“[12]
[3] „Darin zieht dieser mit seinen Kumpanen Waldi und Delle regelmäßig saufend und grölend um die Häuser, ‚textet Bunnys an‘ und ‚verschwindet für Mütze-Glatze auf der Doppelnull‘.“[13]
[3] „‚Hey! Heute Abend gibt es Freigetränke in der neuen Bar! Und anschließend freien Eintritt für Mädels in unserem Lieblingsclub. Bist du dabei?‘ So textet mich meine Freundin Lisa fast jeden Freitag- oder Samstagabend an.[14]
[3] „Da sitzt Anja Kling in der American Bar und wird von einer Femme fatale mit Pelzstola (Christiane Paul) irgendwie zickig angetextet.[15]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] gegen etwas/eine Sache antexten
[3] von jemandem angetextet werden

ÜbersetzungenBearbeiten

Referenzen und weiterführende Informationen:

Quellen:

  1. A sheynes, gor faynes Konzert. In: Rhein-Zeitung. 10. September 1998. Siehe auch: Die Juden sind an allem schuld Friedrich Hollaender
  2. Augen richtig auf! In: Süddeutsche Zeitung. 24. August 2002, ISSN 0174-4917, Seite ROM1.
  3. Tucholskys Eltern ehren. In: taz.die tageszeitung. Nummer 8615, Jahrgang 29, 26. Juni 2008, ISSN 0931-9085, Seite 22 (taz Print-Archiv, abgerufen am 7. Dezember 2014).
  4. …wird gegen Angst gelesen. In: taz.die tageszeitung. Nummer 9364, Jahrgang 31, 8. Dezember 2010, ISSN 0931-9085, Seite 22 (taz Print-Archiv, abgerufen am 7. Dezember 2014).
  5. Richard C. Schneider: Über Gaza berichten: Gegen die Bilder ist unser Text machtlos. In: FAZ.NET. 3. August 2014, ISSN 0174-4909 (URL, abgerufen am 7. Dezember 2014).
  6. Gregor Peter Schmitz: Abschied von Michael Jackson: Tränen, Trauer und Tamtam. In: Spiegel Online. 8. Juli 2009, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 7. Dezember 2014).
  7. Ursula Kähler: Invention und Konfusion. In: Neue Zürcher Zeitung. 5. November 2008, ISSN 0376-6829, Seite 45 (NZZ-Archiv, abgerufen am 26. Mai 2015).
  8. Ärger bei Facebook. In: Hamburger Morgenpost. 11. September 2011, Seite 13.
  9. Jochen Buchsteiner: Immigrationspolitik: London fordert Illegale per SMS zum Gehen auf. In: FAZ.NET. 18. Oktober 2013, ISSN 0174-4909 (URL, abgerufen am 7. Dezember 2014).
  10. Wenn WhatsApp einen Lauschangriff startet. Handys bieten einige Einfallstüren für Hacker — Experte gibt Tipps, wie man sich vor einem Angriff schützt. In: Nürnberger Nachrichten. 18. Dezember 2013, Seite 18.
  11. Der Abend der Claqueure: Stars allein brachten das Publikum der Wettshow nicht in Schwung – das ZDF half nach. In: Der Tagesspiegel. 24. Februar 2003.
  12. Christin Grünfeld: Demokratische Affenbilder. In: taz.die tageszeitung. Jahrgang 25, 23. Juli 2003, ISSN 0931-9085, Seite 24 (taz Print-Archiv, abgerufen am 7. Dezember 2014).
  13. Der Fußball-Rebell. In: Süddeutsche Zeitung. 13. Dezember 2004, ISSN 0174-4917, Seite 20.
  14. Immer wieder freitags ruft Lisa zum Feiern. Jedes Wochenende blüht ihre Freundschaft auf: Jenni (20) und ihre Partyfreundin. In: Nürnberger Nachrichten. 15. August 2012, Seite 8.
  15. Moritz von Uslar: Oliver Berben: „Ich weine halt auch mal gerne“. In: Zeit Online. Nummer 41/2012, 12. Oktober 2012, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 7. Dezember 2014).