Positiv Komparativ Superlativ
asozial asozialer am asozialsten
Alle weiteren Formen: Flexion:asozial

Worttrennung:

aso·zi·al, Komparativ: aso·zi·a·ler, Superlativ: am aso·zi·als·ten

Aussprache:

IPA: [ˈazoˌt͡si̯aːl], [ˌazoˈt͡si̯aːl]
Hörbeispiele:   asozial (Info), —
Reime: -aːl

Bedeutungen:

[1] diskriminierend: nicht fähig oder nicht willig, in einer Gemeinschaft beziehungsweise Gesellschaft zu leben und eines solchen Gutes zu tun
[2] pejorativ: die Gemeinschaft beschädigend
[3] umgangssprachlich: untiefes geistiges, kulturelles Niveau besitzend; unbedarft und ungesittet
[4] pejorativ: in ärmlichen oder verwahrlosten Verhältnissen lebend

Herkunft:

Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem ursprünglich griechischen Präfix a- („un-“, „gegen“) von sozial abgeleitet[1]

Synonyme:

[1] gemeinschaftsfremd, gemeinschaftsunfähig, unsozial, dissozial, gemein, schändlich, böse, frevelhaft, ruchlos
[1, 2] kriminell, verbrecherisch
[2] gemeinschaftsfeindlich, gesellschaftsschädigend, gemeinschaftsschädlich
[3] primitiv, prollig, proletenhaft

Gegenwörter:

[1] prosozial (Altruismus)
[1] sozial

Unterbegriffe:

[1] egoistisch

Beispiele:

[1] „Soziale Fragen löst man, indem man asozialen Fragern den Lebensraum entzieht.“[2]
[1] „Sachlich betrachtet ist das Rauchen ungesund und asozialasozial nicht im Sinne, daß es nicht Menschen auch verbände, sondern in dem der Belästigung.“[3]
[1, 2] „Das war für mich und meine Familie sehr schwer und vom HSV sehr asozial.“[4]
[2] „Man wurde sogar noch deutlicher und verurteilte das Geschehen: ‚Um es ganz deutlich zu sagen: Mit derart asozialen und völlig sinnbefreiten Handlungen werden Grenzen überschritten und man kann sich als Verein für so ein Verhalten nur schämen. […]‘ […]“[5]
[2] „Aus meiner Sicht sind Ratenkredite mit eingebauter Versicherung derzeit das größte Ärgernis am deutschen Finanzmarkt, ein wirklich unanständiges Geschäftsmodell. Das Verhalten vieler Institute kann man nur als asozial bezeichnen.“[6]
[2] Die asoziale Nachbarschaft stiegen unerlaubt aus purer gestörten Neugierde in die Wohnung des menschenscheuen Nachbarn ein, damit zeigte die respektlose Nachbarschaft ihren Charaktermangel auf.
[3] Die junge Landpomeranze verhielt sich als Neue gegenüber dem älteren Mitarbeiter asozial, indem sie ihn ungefragt duzte und später unerlaubt seinen Rucksack durchwühlte.
[4] „Schon fünf Jahre später fand die Wochenzeitschrift „Der Spiegel“ andere Bezeichnungen für den Stadtteil: ein Slum vom Reißbrett, ein Musterbeispiel für asozialen Wohnungsbau.“[7]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] mit Substantiv: asozialer Egoist / Mensch
[1] mit Präposition: am asozialsten (  Audio (Info))

Wortbildungen:

[1] Asozialer (→ Assi), Asozialität

Übersetzungen

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[1,2, 4] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „asozial
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalasozial
[1, 2] The Free Dictionary „asozial
[1–3] Duden online „asozial
[2, 4] PONS – Deutsche Rechtschreibung „asozial
[3, 4] dict.cc Englisch-Deutsch, Stichwort: „asozial
[*] Wahrig Synonymwörterbuch „asozial“ auf wissen.de

Quellen:

  1. Wolfgang Pfeifer [Leitung]: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 2. durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1993, ISBN 3-423-03358-4, Stichwort „sozial“.
  2. nach: Roger Willemsen
  3. Bayerische Akademie der Schönen Künste. Jahrbuch 20, Wallstein Verlag, Göttingen 2007, ISBN 9783835301993, Seite 93 (Zitiert nach Google Books)
  4. Pliquett über seine große HSV-Enttäuschung: „Das war asozial!“. In: mopo.de (Online). 3. Juni 2020, abgerufen am 9. September 2023.
  5. F.C. Hansa Rostock: „dumm und feige“ – „asozial und völlig sinnbefreit“. In: hlsports.de (Online). 21. Februar 2023, abgerufen am 9. September 2023.
  6. Die Bank gewinnt immer: Wie der Finanzmarkt die Gesellschaft vergiftet. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2020, ISBN 9783593512754, Seite 106 (Zitiert nach Google Books)
  7. Ursula Storost: Abwertungsspirale in den Problemstadtteilen. In: Deutschlandradio. 13. September 2012 (URL, abgerufen am 10. September 2023).