Teigführung (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, fBearbeiten

Singular

Plural

Nominativ die Teigführung

die Teigführungen

Genitiv der Teigführung

der Teigführungen

Dativ der Teigführung

den Teigführungen

Akkusativ die Teigführung

die Teigführungen

Worttrennung:

Teig·füh·rung, Plural: Teig·füh·run·gen

Aussprache:

IPA: [ˈtaɪ̯kˌfyːʁʊŋ]
Hörbeispiele:   Teigführung (Info)

Bedeutungen:

[1] Bäckerhandwerk, fachsprachlich: Tätigkeit einer Person, die Zutaten von Brotteigen in geeigneten Verhältnissen zu mischen und über einen längeren Zeitraum (Stunden, wenige Tage) so zu ergänzen, dass erwünschte Bakterien und Hefen sich optimal entwickeln, damit das Brot aufgeht und letztlich schmackhaft wird

Herkunft:

Determinativkompositum (Zusammensetzung) aus den Substantiven Teig und Führung

Unterbegriffe:

[1] Sauerteigführung

Beispiele:

[1] „Die Teigführung bezeichnet den kompletten Zeitrahmen vom Mischen der Zutaten, bis das Brot in den Ofen kommt.“[1]
[1] „Bei Stefan Blumes Brot sind die sogenannte Teigführung, also das Mischverhältnis der Zutaten, die Garzeit und die Temperatur besonders wichtig.“[2]
[1] „Eine lange Teigführung sorgt außerdem dafür, dass das Brot nach dem Backen länger frisch bleibt.“[3]
[1] „Durch den hohen Roggenanteil und die Teigführung halten sich die Südtiroler Fladen mehrere Tage frisch.“[4]
[1] „Bisher haben die Forscher die Wirkung der langen Teigführung nur bei Hefeteigen untersucht.“[5]
[1] „Brot aus Urgetreide stellen vor allem kleine, traditionell arbeitende Bäckereien her. Das sind oft auch diejenigen, die sich für die Teigführung mehr Zeit nehmen.“[6]
[1] „Die Qualitätsanforderungen für ein gutes Baguette sind nur durch eine sogenannte "lange Teigführung" zu erreichen, sagt Bäckermeister und Brotsommelier Tim Lessau aus Braak in Schleswig-Holstein.“[7]
[1] „Dieses Rezept braucht für ein wirklich mildes Brötchen eine möglichst warme Teigführung, angefangen beim Sauerteig, fortgeführt beim Hauptteig.“[8]
[1] „Durch einen langwierigen Gärprozess werden zum Beispiel problematische Getreideinhaltsstoffe abgebaut. Wird der Herstellungsprozess dagegen durch Zusatzstoffe beschleunigt, also die traditionelle Teigführung durch Chemie ersetzt, bleiben diese Stoffe im Brot.“[9]
[1] „[…] der größte Teil der Backwaren, den unsere Bäckereien anbieten, wird aus Fertigmischungen zusammengerührt. Mit dem klassischen Backen, mit der traditionellen Teigführung, namentlich mit dem für Deutschland typischen Sauerteig, hat das herzlich wenig zu tun. […] Da unsere Bäcker die früher üblichen Teigführungen offenbar nicht mehr beherrschen oder diese ihnen piepegal sind, wird das Brot schnell altbacken und schmeckt nicht mehr.“[10]
[1] „Der Ökobäcker muss ein größeres handwerkliches Geschick mitbringen, so Meinolf Landhauer. Er muss sich mit der Teigführung bei Brötchen, Kräckern oder Brot besser auskennen als sein Kollege in der herkömmlichen Backstube.“[11]
[1] „»[…] Ich würde deshalb zu meinem Bäcker des Vertrauens gehen, würde ihn fragen, wie er denn die Brote herstellt, und wenn er mir bestätigt, dass er eine mittelfristige bis lange Teigführung vornimmt, dann hätte ich die Gewissheit, dass diese Fodmaps, wie diese Zucker genannt werden, abgebaut worden sind während der Teigruhe. […]«“[12]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] mit Adjektiv: direkte / indirekte / kurze / lange / längere / warme Teigführung

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Wikipedia-Artikel „Teigführung
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Teigführung
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalTeigführung

Quellen:

  1. Warum nicht einfach selber machen? Brotbackmischungen - eine gute Alternative?. In: Südwestrundfunk. 4. Februar 2019 (URL, abgerufen am 3. August 2020).
  2. Manuel Steiger: Brot, Ernährung – Grundnahrungsmittel Brot: Wie gesund ist es?. In: Bayerischer Rundfunk. 17. November 2019 (URL, abgerufen am 3. August 2020).
  3. Welches Brot kaufen – Warum Brot aus der Handwerksbäckerei gut für uns ist. In: Bayerischer Rundfunk. 13. November 2019 (URL, abgerufen am 3. August 2020).
  4. Rezept: Vinschgauer. In: Südwestrundfunk. 26. Juni 2020 (URL, abgerufen am 3. August 2020).
  5. 12-mal fit durch Ernährung. Studienergebnisse auf dem Prüfstand. In: Hessischer Rundfunk. 15. Januar 2018 (URL, abgerufen am 3. August 2020).
  6. Stefanie Peyk, U. Barwanietz, R. Kölbel: Reizdarm-Beschwerden – Alte Brotbacktechniken helfen. In: Südwestrundfunk. 24. August 2016 (URL, abgerufen am 3. August 2020).
  7. Annette Niemeyer: Kräuterbaguette: Kaufen oder selbst machen?. In: Norddeutscher Rundfunk. 16. August 2019 (URL, abgerufen am 3. August 2020).
  8. Lutz Geißler, Björn Hollensteiner: Brotbackbuch Nr. 2. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2018, ISBN 978-8186-0118-8, Seite 122 (Kapitel: Dinkelbrötchen)
  9. Oda Lambrecht: Mythos deutsches Brot. In: Norddeutscher Rundfunk. 12. März 2012 (URL, abgerufen am 3. August 2020).
  10. Udo Pollmer: Es könnte so viel leckerer sein!. Die Wahrheit über das deutsche Brot. In: Deutschlandradio. 17. Juli 2011 (Deutschlandfunk Kultur / Berlin, Sendreihe: Mahlzeit, URL, abgerufen am 3. August 2020).
  11. Carolin Hoffrogge: Auswirkung von Düngung auf die Qualität von Lebensmitteln. In: Deutschlandradio. 3. September 2004 (eutschlandfunk / Köln, Sendereihe: Umwelt und Verbraucher, URL, abgerufen am 3. August 2020).
  12. Susanne Kuhlmann: Hilfe für Reizdarm-Patienten – Den Brotteig länger ruhen lassen. In: Deutschlandradio. 6. September 2016 (Deutschlandfunk / Köln, Sendereihe: Umwelt und Verbraucher, Interview mit Professor Reinhold Carle von der Universität Hohenheim, URL, abgerufen am 3. August 2020).