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Wettspiel (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, nBearbeiten

Singular

Plural

Nominativ das Wettspiel

die Wettspiele

Genitiv des Wettspieles
des Wettspiels

der Wettspiele

Dativ dem Wettspiel
dem Wettspiele

den Wettspielen

Akkusativ das Wettspiel

die Wettspiele

 
[1] Wettspiel Fingerhakeln (Gemälde von Georg Schildknecht)
 
[2] Wettspiel Black Jack

Worttrennung:

Wett·spiel, Plural: Wett·spie·le

Aussprache:

IPA: [ˈvɛtˌʃpiːl]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] Spiel, bei dem es um Konkurrenz und den Sieg über einen Gegner geht
[2] Glücksspiel, bei dem mit einem Einsatz auf eine Gewinnchance gesetzt wird
[3] übertragen: Konkurrenzkampf um einen Vorteil gegenüber einem Gegenspieler

Herkunft:

Determinativkompositum aus dem Stamm des Substantivs Wette und dem Substantiv Spiel

Sinnverwandte Wörter:

[1] Wettbewerb, Wettkampf, Wettstreit

Oberbegriffe:

[1] Kampf

Beispiele:

[1] „Dies war ein Spiel, bei dem es darauf ankam, unter den Stößen der Gegner unbeweglich zu bleiben; Pollux spricht nicht von Stößen, sondern nur von einem Wettspiel, bei dem man unbeweglich stehenbleiben muß.“ [1]
[1] „Nun bleibt aber noch ein sehr ausgebreitetes Gebiet übrig, das in unserer modern-europäischen Terminologie in die Sphäre des Spiels fällt, […] nämlich das der Kampf- und Wettspiele.“[2]
[1] „Der Schwache begibt sich nicht freiwillig in den Wettbewerb, bei dem er keinen Ehrgewinn erhoffen kann: Wettspiele umfassen jegliche spielerisch-kämpferische Konfrontation mit anderen Leistungen.“[3]
[1] „An den Stränden der Ostsee musste man es wieder wochenlang mit erleiden, wie wehrlose Kinder in sogenannten Ferienfreizeiten von sogenannten Betreuern zu demütigenden Wettspielen gezwungen wurden.“[4]
[1] „Der Kaiser war so beeindruckt, dass er Weihnachten 1781 ein Wettspiel Mozarts mit Muzio Clementi arrangierte und ihn dafür fürstlich entlohnte.“[5]
[2] „Sagt Nein zu Prostitution, Wettspielen und Drogen!“[6]
[2] „Doch das Wettspiel gegen den Euro an den Finanzmärkten geht weiter.“[7]
[2] „Wer sich an einer Stelle nicht legal verhält, wird auch an anderer Stelle keine Wettspiele machen können - also insoweit ein ziemlich scharfes Schwert, sagte Beck.“[8]
[2] „Er besteht darauf, dass es bei dem Konzept um mehr geht als um ein profanes Wettspiel.“[9]
[2] „Deshalb werden an der Börse immer riskantere Wettspiele organisiert, bei denen nur noch die Illusion von Wertschöpfung besteht und keine realen Werte geschaffen werden.“[10]
[3] „Für uns aber nimmt die französische Gefangenen-Marter die Form eines Wettspiels an.“[11]
[3] „Während sich reale Politiker heute in undeutlicher Höflichkeit üben und Adlige nur mehr in Klatschmagazinen eine entscheidende Rolle spielen, dürsten Leser und Fernsehzuschauer offenbar nach alternativen Austragungsorten fürs Wettspiel ums große Ganze.“[12]
[3] „Was einmal für seriöse Kursabsicherung erfunden wurde, hat sich zu einem gigantischen Wettspiel verselbständigt, bei dem mit relativ geringem Einsatz gewaltige Gewinne oder ebenso gewaltige Verluste zu machen sind.“[13]
[3] „Geht das Wettspiel zugunsten der mystifizierenden Partei aus, die aus Autor und Verlag besteht – das heißt: bleibt das Geheimnis geheim –, so wahrt und erhöht sich der Reiz desselben; gewinnt die Gegenpartei die Partie und macht den Verfasser ausfindig, so verlangen die Spielregeln, daß der Schleier fallengelassen wird und sich die verlierende Partei mit Würde dareinschickt.“[14]
[3] „Das Musikkorps wiederholt unablässig den Präsentiermarsch und macht Wettspielen mit sich selbst, denn die Klänge aus dem nahen Lautsprecher sind eher, je nach dem, wie der Wind steht, zur Stelle als der Originalton.“[15]

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Wikipedia-Artikel „Wettspiel
[1] Duden online „Wettspiel
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Wettspiel
[*] Wikipedia-Suchergebnisse für „Wettspiel
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „Wettspiel
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalWettspiel
[*] canoonet „Wettspiel
[*] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Wettspiel

Quellen:

  1. Marco Fitta: Spiele und Spielzeug in der Antike. Theiss, Stuttgart 1998, ISBN 3-8062-1370-4, Seite 26.
  2. Johan Huizinga: Homo Ludens. Rowohlt, Hamburg 1956, Seite 36.
  3. Siegbert A. Warwitz, Anita Rudolf: Vom Sinn des Spielens. Reflexionen und Spielideen. Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1664-5, Seite 15.
  4. Evelyn Finger: Freiheit, theoretisch. In: Zeit Online. 8. August 2013, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 24. Januar 2019).
  5. Volkmar Braunbehrens: Ein Kaiserreich für das Genie. In: Zeit Online. 7. Dezember 2005, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 24. Januar 2019).
  6. Justin Jin: Der große Stadtplan. In: Zeit Online. 26. Dezember 2017, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 24. Januar 2019).
  7. Zacharias Zacharakis: Schäuble, der wahre Europäer. In: Zeit Online. 16. September 2013, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 24. Januar 2019).
  8. dpa: 15 Länder für Glücksspiel-Liberalisierung. In: Zeit Online. 27. Oktober 2011, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 24. Januar 2019).
  9. Alina Schadwinkel: US-Studenten wetten auf ihre Noten. In: Zeit Online. 3. September 2010, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 24. Januar 2019).
  10. Fritz Vorholz: Dann macht es schnipp, schnapp!. In: Zeit Online. 11. Juli 2002, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 24. Januar 2019).
  11. Erwin Strittmatter: Der Laden. Aufbau, Berlin 1983, Seite 255.
  12. Nina May: Sympathie für den Tyrannen. In: Zeit Online. 13. November 2014, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 24. Januar 2019).
  13. Wilfried Herz: Milliarden und Vertrauen verloren. In: Zeit Online. 22. April 1994, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 24. Januar 2019).
  14. Zeit Online: Mit Schleiertrick?. In: Zeit Online. 27. März 1958, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 24. Januar 2019).
  15. Jan Molitor: Gelöbnis und Großer Zapfenstreich. In: Zeit Online. 30. Mai 1957, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 24. Januar 2019).