cui bono? (Deutsch)Bearbeiten

WortverbindungBearbeiten

Worttrennung:

cui bo·no?

Aussprache:

IPA: [ˈkuːi ˈboːno]
Hörbeispiele:   cui bono? (Info)

Bedeutungen:

[1] bildungssprachlich: wer hat einen Vorteil? wem nützt es? Die Frage wird meist nachgestellt und häufig gebraucht in politischen oder wirtschaftlichen Zusammenhängen; die Frage wird auch als Umkehrschluss gestellt - weil jemandem etwas nützt, hat der Profiteur ein Ereignis ausgelöst -, jedoch ist dieser Umkehrschluss unzulässig und wird dann im Rahmen von Verschwörungstheorien gebraucht

Herkunft:

übernommen von lateinisch cui bono? → la, wörtlich: ‚wem zum Guten?‘[1]
Der Gebrauch ist im Ursprung nachzuweisen in einer Verteidigungsrede des römischen Staatsmann Cicero 80 v. Chr.[2]

Beispiele:

[1] „Die Affäre hat also mehr als einen üblen Bei- und Nachgeschmack. Und bei den ganzen Gerüchten muß man sich fragen: cui bono?[3]
[1] „»Wir fragen uns: Cui bono? Greift das für den Immissionschutz zuständige Ministerium hier in die Taschenspielertrickkiste, nur um die Windkraftbranche Schleswig-Holsteins zu päppeln?«“[4]
[1] „Allein, die Europäische Union und die Republik Irland beharren eisern darauf, dass das Scheidungsabkommen [zum Brexit], in dem der «Backstop» rechtsgültig verankert ist, nicht neu aufgeschnürt werden wird. Punktum. Deshalb stellt sich die ernsthafte Frage: Cui bono? – Wem nützt diese Verschiebung?“[5]
[1] „Informationsfülle ist wunderbar wirksam. Weil wir ja alles im Großen und Ganzen wissen, fällt uns nicht auf, was dennoch fehlt. Nämlich die Einordnung, die Bewertung. Cui bono? Wir wissen, wissen, wissen … folgenlos.“[6]
[1] „Cui Bono? Wem nützt das? Allein die Frage gilt als Beweis für die Richtigkeit jeder noch so abenteuerlichen Theorie.“[7]
[1] „Vier Tage nach dem Anschlag, die Trümmer der Zwillingstürme rauchten noch, da berichtete die syrische Staatszeitung "Al Thawrs", dass am 11. September 4.000 Juden nicht zur Arbeit im World Trade Center erschienen seien. Konnte dies Zufall sein? Und würde nicht der jüdische Inhaber des WTC Larry Silverstein nun eine gewaltige Versicherungssumme kassieren? Cui bono? Wer profitiert?“ Diese Frage steht meistens im Zentrum von Verschwörungstheorien zum 11. September […][8]
[1] „Jongen gab noch an die Hand, dass man immer die Frage »Cui bono?« stellen müsse – Lateinisch für „Wem nützt es?“. Aber ein Fan von Verschwörungstheorien sei er nicht.“[9]
[1] „Jeder Mensch kann sich nämlich zum Glück trotzdem seine eigene Meinung bilden, und das wussten schon die alten Römer: Durch die einfache Frage »Cui bono« - wem nützt es. Niemand ist also dem Framing schutzlos ausgeliefert - man muss einfach kritisch bleiben.“[10]

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Wikipedia-Artikel „cui bono?
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalcui bono?
[*] PONS – Deutsche Rechtschreibung „cui bono?
[1] Duden online „cui bono?
[1] wissen.de – Wörterbuch „cui bono?
[1] wissen.de – Lexikon „cui bono?

Quellen:

  1. Wahrig Fremdwörterlexikon „cui bono?“ auf wissen.de
  2. Marcus Tullius Cicero: M. TVLLI CICERONIS PRO SEX. ROSCIO AMERINO ORATIO. The Latin Library, abgerufen am 20. Mai 2019 (Latein).
  3. Alexander Kudascheff: Politik – Der Fall Verheugen. In: Deutsche Welle. 17. Oktober 2006 (URL, abgerufen am 20. Mai 2019).
  4. Johannes Kulms: Debatte in Norddeutschland – Lärm und Stress durch Windräder. In: Deutschlandradio. 5. Oktober 2018 (Deutschlandfunk / Köln, Sendereihe: Umwelt und Verbraucher, URL, abgerufen am 20. Mai 2019).
  5. Martin Alioth: May vertagt Brexit-Entscheid - Ein Schachzug mit ungewissem Ausgang. In: Schweizer Radio und Fernsehen. 10. Dezember 2018 (URL, abgerufen am 20. Mai 2019).
  6. Sonia Mikich: 40 Jahre Monitor. Informieren – Argumentieren – Einmischen – Die Politmagazine … und die gesunde Dosis Kritik. In: Westdeutscher Rundfunk. (Seite 7, URL, abgerufen am 20. Mai 2019).
  7. Ralph Gerstenberg: Roger Schawinski „Verschwörung!“. In: Deutschlandradio. 25. Juni 2018 (Deutschlandfunk / Köln, Sendereihe: Andruck – Das Magazin für Politische Literatur, URL, abgerufen am 20. Mai 2019).
  8. Christian Schiffer: Jahrestag der 9/11-Anschläge – 15 Jahre Verschwörungstheorien. In: Bayerischer Rundfunk. 11. September 2016 (URL, abgerufen am 20. Mai 2019).
  9. Gareth Joswig: AfD-Podium in der Bremer Bürgerschaft – Rechte Türpolitik. In: taz.de. 26. Oktober 2018, ISSN 1434-2006 (URL, abgerufen am 20. Mai 2019).
  10. Christopher Bodirsky: Framing – Vom schwierigen Umgang mit Sprache. In: sueddeutsche.de. 4. März 2019, ISSN 0174-4917 (URL, abgerufen am 20. Mai 2019).