Hauptmenü öffnen
Nuvola apps korganizer.png Dieser Eintrag war in der 20. Woche
des Jahres 2013 das Wort der Woche.

wie vernagelt sein (Deutsch)Bearbeiten

RedewendungBearbeiten

Nebenformen:

vernagelt sein

Worttrennung:

wie ver·na·gelt sein

Aussprache:

IPA: [viː fɛɐ̯ˈnaːɡl̩t zaɪ̯n]
Hörbeispiele:   wie vernagelt sein (Info)

Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich: keinen klaren Gedanken fassen können, begriffsstutzig sein
[2] umgangssprachlich: keine Einsicht zeigen, unbelehrbar sein

Herkunft:

Man kann die Wendung (wie) vernagelt sein einmal bei dem Brett vor dem Kopf ansiedeln, was dann bedeuten würde, dass jemandem der Verstand mit einem Brett zugenagelt worden ist.[1] Als wahrscheinlicher wird aber eine Herkunft aus dem militärischen Bereich angesehen: Wenn früher eine feindliche Stellung erobert wurde, hatten die fliehenden gegnerischen Truppen keine Zeit mehr, die äußerst schweren Kanonen abzutransportieren, wozu teilweise mehrere Pferde benötigt wurden.[1] Jedoch wollten sie ihre Geschütze dem Feind nicht funktionstüchtig überlassen und vernagelten sie deswegen.[1] In das Zündloch wurde ein starker Nagel getrieben, der den Zündkanal zum Hauptrohr versperrte, so dass die Kanone unbrauchbar war.[1]

Synonyme:

[2] dickköpfig/starrsinnig sein

Beispiele:

[1] Bei dem Ratespiel wollte mir keine Antwort einfallen. Ich war wie vernagelt.
[1] Obwohl sich Margarethe gut auf ihre Klausur vorbereitet hatte, war sie während des Schreibens wie vernagelt und hat nicht bestanden.
[2] Peter ist von seinem irrwitzigen Plan nicht abzubringen. Da ist er wie vernagelt.

ÜbersetzungenBearbeiten

[1, 2] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. In: Der Duden in zwölf Bänden. 2., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. Band 11, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2002, ISBN 3-411-04112-9, „wie vernagelt sein“, Seite 815.

Quellen:

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Gerhard Wagner: Schwein gehabt! Redewendungen des Mittelalters. 13. Auflage. Regionalia Verlag GmbH, Rheinbach 2012, ISBN 978-3-939722-31-1, „vernagelt sein“, Seite 25.