Person Wortform
Präsens ich schreite
du schreitest
er, sie, es schreitet
Präteritum ich schritt
Konjunktiv II ich schritte
Imperativ Singular schreit!
schreite!
Plural schreitet!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
geschritten sein
Alle weiteren Formen: Flexion:schreiten

Worttrennung:

schrei·ten, Präteritum: schritt, Partizip II: ge·schrit·ten

Aussprache:

IPA: [ˈʃʁaɪ̯tn̩]
Hörbeispiele:   schreiten (Info)
Reime: -aɪ̯tn̩

Bedeutungen:

[1] betonte Ausdrucksweise für gehen; bewusst gehen
[2] besondere Art des Gangs bei einigen Vögeln
[3] zu etwas schreiten: etwas anfangen/beginnen

Herkunft:

mittelhochdeutsch schrīten, althochdeutsch -scrītan (in biscritan), germanisch *skreiþa- „schreiten“, belegt seit dem 9. Jahrhundert, in der genannten Ableitung schon im 8. Jahrhundert[1]

Unterbegriffe:

[1] abschreiten, ausschreiten, beschreiten, durchschreiten, einherschreiten, entlangschreiten, überschreiten, umschreiten, zuschreiten, zurückschreiten
[1, 3] voranschreiten, vorschreiten, weiterschreiten
[3] einschreiten

Beispiele:

[1] Immer wieder sah er Bilder seiner Frau vor seinem inneren Auge, als er durch den langen Korridor schritt.
[1] „Gerne hätte ich mich von Extrembergsteigern der Küstenwache retten lassen, aber dann musste ich mit ansehen, wie ein greises Pärchen an uns vorüber zu Tal schritt, rüstig und flott, mit Kraxelstöcken und völlig schwindelfrei.“[2]
[1] „Da schreiten in feierlichem Gänsemarsch die Richter durch die geöffnete Tür, drei Talare, zwei Uniformen und zwei Bratenröcke.“[3]
[2] Während der Nahrungssuche schreitet der Reiher aufmerksam durch das Flachwasser.
[3] Schreiten wir endlich zur Tat!
[3] „Nun wurde zum Faustkampf geschritten und dem Sieger ein Maultier, dem Besiegten ein Henkelbecher bestimmt.“[4]

Charakteristische Wortkombinationen:

[3] zur Tat schreiten

Wortbildungen:

Schreitvogel, Schritt

Übersetzungen

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[1, 3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „schreiten
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalschreiten
[1–3] The Free Dictionary „schreiten
[1, 3] Duden online „schreiten

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „schreiten“, Seite 826.
  2. Gerhard Henschel: Gomera-Patrouille. Berliner Zeitung, Berlin 17.06.2000
  3. Ernst Toller: Eine Jugend in Deutschland. Reclam, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-15-018688-6, Seite 196. Erstauflage 1933.
  4. Gustav Schwab → WP: Sagen des klassischen Altertums. Zweiter Teil. Erschienen 1838. In: Projekt Gutenberg-DE. (URL).