eingedenk (Deutsch)Bearbeiten

PräpositionBearbeiten

Worttrennung:

ein·ge·denk

Aussprache:

IPA: [ˈaɪ̯nɡəˌdɛŋk]
Hörbeispiele:   eingedenk (Info)

Bedeutungen:

[1] mit Genitiv: unter Berücksichtigung der Umstände

Herkunft:

vom Verb gedenken, dem Substabtiv Gedanken

Sinnverwandte Wörter:

[1] aufgrund, unter Berücksichtigung, in Anbetracht, in Erinnerung an, wegen

Beispiele:

[1] Eingedenk dessen erwartet ihn ein geringeres Strafmaß.
[1] Eingedenk seiner schlechten Erfahrungen nahm er diesmal die Bahn.
[1] Eingedenk der alten Freundschaft ließ er sich nicht lange bitten.

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] eingedenk der Tatsache, dass

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Duden online „eingedenk (Präposition)
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portaleingedenk

PostpositionBearbeiten

Anmerkung:

Da „eingedenk“ heute in der Regel nur mit einem Komplement im Genitiv verwendet wird, kann es als Postposition aufgefasst werden[1]; es wird in dieser Verwendung aber zum Teil auch noch als Adjektiv (siehe den folgenden Abschnitt) eingeordnet[2].

Worttrennung:

ein·ge·denk

Aussprache:

IPA: [ˈaɪ̯nɡəˌdɛŋk]
Hörbeispiele:   eingedenk (Info)

Bedeutungen:

[1] mit Genitiv: unter Berücksichtigung der Umstände

Herkunft:

vom Verb gedenken, dem Substabtiv Gedanken

Sinnverwandte Wörter:

[1] aufgrund, unter Berücksichtigung, in Anbetracht, in Erinnerung an, wegen

Beispiele:

[1] „Jeden Tag, gar jede Stunde des Todes eingedenk zu sein, wie es mancher Todesprediger wollte — das wäre die Karikatur der Todesphilosophie.“[3]

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „eingedenk
[1] Wahrig Großes Wörterbuch der deutschen Sprache „eingedenk“ auf wissen.de
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „eingedenk

Quellen:

  1. Duden – Die Grammatik. Struktur und Verwendung der deutschen Sprache. Sätze – Wortgruppen – Wörter. Bibliographisches Institut, Berlin 2016 (Zitiert nach Google Books)
  2. Gisela Zifonun: Adjektiv oder Präposition? Das Kategorisierungsproblem in sprachvergleichender Perspektive. 2017, abgerufen am 13. April 2022.
  3. Ludger Lütkehaus: Vom Anfang und vom Ende: zwei Essays. 2009

AdjektivBearbeiten

Positiv Komparativ Superlativ
eingedenk
Alle weiteren Formen: Flexion:eingedenk

Anmerkung:

Das Wort „eingedenk“ wird, wenn es als Adjektiv aufgefasst wird, oft als indeklinabel bezeichnet[1]; es kommt jedoch auch attributiv vor und wird dann gebeugt (siehe Beispiele unten).

Worttrennung:

ein·ge·denk

Aussprache:

IPA: [ˈaɪ̯nɡəˌdɛŋk]
Hörbeispiele:   eingedenk (Info)

Bedeutungen:

[1] veraltet: sich einer Sache bewusst seiend und diese berücksichtigend

Beispiele:

[1] „Er ist das sich selbst ‚eingedenke Vergessen‘, und aufgrund seines ausgeprägten Gedächtnisses spürt er Schichten in sich auf, die aus der Zeit vor dem Sündenfall datieren.“[2]
[1] „Wie gesagt, ein wissenschaftlicher und seiner Würde stets eingedenker Arzt wäre an dieser Aufgabe gestorben oder zu Nichts gekommen, während Hr. Clot Alles erlangt hat.“[3]
[1] „Die wahre, ihrer Grenzen eingedenke Naturwissenschaft begnügt sich damit, den physischen, natürlichen Zusammenhang der Dinge aufzudecken, hütet sich aber wohl, die physische Naturordnung für das Letzte, Höchste und Absolute, für das Ewige und Unveränderliche auszugeben, hinter und über welchem sich nichts Anderes denken lasse und nichts weiter zu suchen sei.“[4]
[1] „Einheit sei entweder ein unklarer Begriff oder, wenn er klar werde, führe er auf ein Gebiet, auf das ein gewissenhafter, seines Schwures eingedenker Minister nicht folgen könne.“[5]
[1] „Denn so ist es der Wahrheit, so der Pflicht geschworner und ihres Eides eingedenker Richter gemäß.“[6]

Redewendungen:

»Begierig, kundig, eingedenk | des Biers und, was es soll, | trinkt jeder sich, soviel er kann, | teilhaftig mächtig voll.« - Merkvers für sechs Adjektive, die den Genitiv regieren

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „eingedenk
[1] Duden online „eingedenk (Adjektiv)
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „eingedenk


Quellen:

  1. Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „eingedenk
  2. Ines Hoffmann: Sinnlichkeit und Abstraktion. Versuch, einen expressionistischen Text zu lesen. Königshausen & Neumann, Würzburg 2001 (Zitiert nach Google Books)
  3. C. W. Hufeland's Journal der practischen Heilkunde. Band 86. Reimer, Berlin 1838 (Zitiert nach Google Books)
  4. Julius Frauenstädt: Die Naturwissenschaft in ihrem Einfluß auf Poesie, Religion, Moral und Philosophie. Brockhaus, Leipzig 1855 (Zitiert nach Google Books)
  5. Th. Flathe: Geschichte des Kurstaates und Königreiches Sachsen. Dritter Band – Neuere Geschichte Sachsens von 1806–1866. Perthes, Gotha 1873 (Zitiert nach Google Books)
  6. Demosthenes: Staatsreden nebst der Rede für die Krone. Dyk, Leipzig 1833 (übersetzt von Friedrich Jacobs) (Zitiert nach Google Books)

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Andenken