an der Tagesordnung sein

an der Tagesordnung sein (Deutsch)Bearbeiten

RedewendungBearbeiten

Worttrennung:

an der Ta·ges·ord·nung sein

Aussprache:

IPA: [an deːɐ̯ ˈtaːɡəsˌʔɔʁdnʊŋ ˌzaɪ̯n]
Hörbeispiele:   an der Tagesordnung sein (Info)

Bedeutungen:

[1] vor allem bezüglich etwas, was als negativ empfunden wird: vielfach und immer wieder vorkommen (und daher üblich, stark verbreitet, alltäglich sein)

Sinnverwandte Wörter:

[1] gang und gäbe / landschaftlich: gäng und gäbe

Beispiele:

[1] „Das Flossenbürger Konzentrationslager kann am besten als eine Fabrik beschrieben werden, die mit dem Tode handelt. Boshafte Tötungen von Juden waren an der Tagesordnung, Einspritzungen von Gift und Genickschüsse waren alltägliche Begebenheiten.“[1]
[1] „Mit jedem Tag verschärfte sich der weiße Terror. Verhaftungen, Folter und Erschießung »auf der Flucht« waren an der Tagesordnung.[2]
[1] „Umfangreiche Kontrollen bei sportlichen Großveranstaltungen sind seit vielen Jahren an der Tagesordnung.[3]
[1] „Es beängstigt, dass in einigen Ländern, die während Jahren niemanden mehr hingerichtet haben, Todesurteile wieder an der Tagesordnung sind.[4]
[1] „In den letzten vier Jahren sind viele Jugendliche im Knast gelandet, in einem gigantischen Gefängnissystem, wo Folter an der Tagesordnung ist.[5]
[1] „Auch in der Vergangenheit war es an der Tagesordnung, dass sich lokale Machthaber, sogenannte Coronéis und Bandeirantes, Störenfriede mit Gewalt vom Hals hielten.“[6]
[1] „Seine Arbeit fand häufig in Regionen statt, wo noch kurz zuvor Gewalt und Gräueltaten an der Tagesordnung gewesen waren, kam aber eigentlich nie direkt damit in Berührung.“[7]

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Tagesordnung
[1] Duden online „Tagesordnung
[1] The Free Dictionary „Tagesordnung
[1] wissen.de – Wörterbuch „Tagesordnung
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalan der Tagesordnung
[1] Redensarten-Index „an der Tagesordnung sein
[*] Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon „Tagesordnung

Quellen:

  1. Uwe Johnson: Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl. [Band 1], Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1970, Seite 108.
  2. Hans Magnus Enzensberger: Der kurze Sommer der Anarchie. Buenaventura Durrutis Leben und Tod. Roman. 1. Auflage. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1972, ISBN 3-518-02760-3, Seite 42.
  3. sh, dpa: Sicherheitskonzept ist uneinheitlich. In: Zeit Online. 15. Juni 2009, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 16. Oktober 2013).
  4. Marc Thill: Wenn der Staat tötet. In: Luxemburger Wort Online. 10. Oktober 2013 (URL, abgerufen am 16. Oktober 2013).
  5. Tom Stevenson: Brief aus Kairo. In: Le Monde diplomatique. 9. November 2017 (übersetzt von Niels Kadritzke aus dem Englischen), ISSN 1434-2561, Seite 2 (Deutsche Ausgabe, LMd Archiv-URL, taz Archiv-URL, abgerufen am 9. August 2020)
  6. Anne Vigna: Brasilien: Rückfall in brutale Zeiten. In: Le Monde diplomatique. Nummer 5, 9. Mai 2018 (übersetzt von Richard Siegert aus dem Französischen), ISSN 1434-2561, Seite 1 (Deutsche Ausgabe, LMd Archiv-URL, taz Archiv-URL, abgerufen am 9. August 2020)
  7. Dave Eggers: Die Parade. 1. Auflage. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2020 (Originaltitel: The Parade, übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann aus dem Englischen), ISBN 978-3-462-05357-9, Seite 12–13 (amerikanische Originalausgabe 2019).