Lanze (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, fBearbeiten

Singular

Plural

Nominativ die Lanze

die Lanzen

Genitiv der Lanze

der Lanzen

Dativ der Lanze

den Lanzen

Akkusativ die Lanze

die Lanzen

 
[1] Ritter mit Lanzen

Worttrennung:

Lan·ze, Plural: Lan·zen

Aussprache:

IPA: [ˈlant͡sə]
Hörbeispiele:   Lanze (Info)
Reime: -ant͡sə

Bedeutungen:

[1] Waffe für den Nahkampf (als Stoßwaffe), aber auch im Fernkampf (als Wurfwaffe) wie ein Speer einsetzbar; lange Stange (mehrere Meter) mit einer Spitze aus besonders hartem Material
[2] länglicher Hohlkörper, den man in etwas stecken kann und durch den etwas strömen kann

Herkunft:

von mittelhochdeutsch lanze → gmh, das im 12. Jahrhundert aus altfranzösisch lance → fr entlehnt wurde und auf lateinisch lancea → la zurückgeht;[1][2] verwandt mit lancieren[3][4]

Verkleinerungsformen:

Lanzette[5]

Oberbegriffe:

[1] Waffe
[2] (technisches) Gerät, Vorrichtung

Unterbegriffe:

[1] Feuerlanze, Pechlanze, Wurflanze

Beispiele:

[1] „Aber Mohammed ergriff die Lanze eines Begleiters und stieß sie durch den Hals des Götzendieners, welcher todt vom Pferde fiel.“[6]
[1] „Agamemnon, seinem Vorsatze treu, rollte unter den Ersten daher und schleuderte furchtbar treffende Lanzen auf die Trojanerfürsten.“[7]
[1] „Speere, Lanzen und Schilde stammten aus dem gesamten skandinavischen Raum.“[8]
[1] „Von den bis zu 2,50 m langen Lanzen und mannshohen Speeren der Kelten haben sich vor allem die eisernen Spitzen und Lanzenschuhe erhalten.“[9]

Redewendungen:

[1] für jemanden eine Lanze brechen (annähernd:   Audio (Info)) – sich für eine Person einsetzen

Wortbildungen:

[1] Lanzener, Lanzenfest, Lanzengefecht, Lanzenheer, Lanzenhieb, Lanzenkampf, Lanzenmacher, Lanzenreiter, Lanzenschaft, Lanzenschwinger, Lanzenspiel, Lanzenspitze, Lanzensplitter, Lanzenstich, Lanzenstiel, Lanzenstoß, Lanzentanz, Lanzenwurf, Lanzknecht
[2] Dampflanze, Luftlanze, Lüftungslanze, Wasserlanze
Substantive: Lancier, Lanzenblatt, Lanzenfarn, Lanzenfisch, Lanzenkiel, Lanzenknecht, Lanzennacht, Lanzennadel, Lanzenvogel
Adjektiv: lanzenartig, lanzenberühmt, lanzenbewaffnet, lanzenförmig, lanzengeübt, lanzengewaltig

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Wikipedia-Artikel „Lanze
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Lanze
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Lanze
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalLanze
[1] Duden online „Lanze
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Lanze
[1] Wahrig Herkunftswörterbuch „Lanze“ auf wissen.de
[1] wissen.de – Wörterbuch „Lanze

Quellen:

  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1049, Eintrag „Lanze“.
  2. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „Lanze“, Seite 557.
  3. Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „lancieren“, dort unter „Etymologie“
  4. Wahrig Herkunftswörterbuch „Lanze“ auf wissen.de
  5. Wahrig Fremdwörterlexikon „Lanzette“ auf wissen.de
  6. Washington Irving → WP: Das Leben Mohammeds, des arabischen Propheten. In: Projekt Gutenberg-DE. (übersetzt von Ernst August Neumeister) Zwanzigstes Capitel (URL).
  7. Karl Friedrich Becker → WP: Erzählungen aus der alten Welt. In: Projekt Gutenberg-DE. Achilleus, Neunter Abend: Wechselndes Schlachtenglück (URL).
  8. Angelika Franz: Reicher Bauer, großer Stall. In: Norbert F. Pötzl, Johannes Saltzwedel (Herausgeber): Die Germanen. Geschichte und Mythos. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2013, ISBN 978-3-421-04616-1, Seite 41-52, Zitat Seite 43.
  9. Peter Kolb: Wer waren die Kelten?. Juniorkatalog. 2. Auflage. Museums-Pädagogisches Zentrum, München 1994, ISBN 3-9298-6200-X, Seite 37.