Person Wortform
Präsens ich erbarme
du erbarmst
er, sie, es erbarmt
Präteritum ich erbarmte
Konjunktiv II ich erbarmte
Imperativ Singular erbarm!
erbarme!
Plural erbarmt!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
erbarmt haben
Alle weiteren Formen: Flexion:erbarmen

Worttrennung:

er·bar·men, Präteritum: er·barm·te, Partizip II: er·barmt

Aussprache:

IPA: [ɛɐ̯ˈbaʁmən]
Hörbeispiele:   erbarmen (Info)
Reime: -aʁmən

Bedeutungen:

[1] mit Akkusativ, österreichisch mit Dativ[1][2]: jemandes Mitleid erregen
[2] reflexiv: jemandem helfen, da er Mitleid erregt hat

Herkunft:

althochdeutsch: barmôn = pflegen, nähren; mittelhochdeutsch: barm = Schoß; gothisch der barms = Schoß, Busen; altnorddeutsch: der bamr = Schoß. Notker der Deutsche bei der Übersetzung von Büchern des Martianus Cappe ins Althochdeutsche um das Jahr 1000: barmôn = im Schoß pflegen[3]
Derivation (Ableitung) zum Verb barmen mit dem Präfix er-

Synonyme:

[1] dauern, leidtun; regional, veraltet: barmen

Sinnverwandte Wörter:

[1] mitleiden

Oberbegriffe:

[2] helfen

Beispiele:

[1] „Diese Hilflosigkeit konnte einen schon erbarmen, denn wie jeder weiß: Erst kommt das Fressen, dann die Moral.“[4]
[1] Du erbarmst mich. (Akkusativ) / österreichisch: Du erbarmst mir. (Dativ)
[2] „27 Jahre nach dem englischen Erstauftritt hat sich Apple der deutschen Nutzer erbarmt. Nun können auch sie sich Texte am Computer vorlesen lassen.“

Redewendungen:

das kann einen Hund erbarmen/es kann einen Hund erbarmen
das muss einen Hund erbarmen/es muss einen Hund erbarmen
dass es Gott erbarm/dass Gott erbarm
zum Erbarmen

Wortbildungen:

Erbarmen, erbarmenswert, Erbarmer, erbärmlich, Erbarmung

Übersetzungen

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[1, 2] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „erbarmen
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „erbarmen
[1, 2] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalerbarmen
[1, 2] The Free Dictionary „erbarmen

Quellen:

  1. Jakob Ebner: Duden, Wie sagt man in Österreich? Wörterbuch des österreichischen Deutsch. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Wien/Zürich 2009, ISBN 978-3-411-04984-4 „erbarmen“, Seite 112
  2. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7 „erbarmen“, Seite 506
  3. Friedrich Ludwig Karl Weigand: . BoD – Books on Demand, 2016, ISBN 978-3-8460-6116-9
  4. Wortschatz-Lexikon Uni Leipzig, Quelle: archiv.tagesspiegel.de vom 30.05.2005