Tarbusch (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, mBearbeiten

Singular

Plural

Nominativ der Tarbusch

die Tarbusche

Genitiv des Tarbusch
des Tarbuschs
des Tarbusches

der Tarbusche

Dativ dem Tarbusch
dem Tarbusche

den Tarbuschen

Akkusativ den Tarbusch

die Tarbusche

 
[1] ein Beduine mit einem Tarbusch

Worttrennung:

Tar·busch, Plural: Tar·bu·sche

Aussprache:

IPA: [taʁˈbuːʃ]
Hörbeispiele:
Reime: -uːʃ

Bedeutungen:

[1] kegelstumpfförmige, orientalische rote Filzkappe

Herkunft:

Nach einer Auffassung handelt es sich dabei um ein Lehnwort aus dem Französischen vom Substantiv tarbouch → fr, das seinerseits von arabisch طَربْوش (ṭarbūš) → arFes“ entlehnt wurde; die arabische Bezeichnung wurde aus dem türkischen Substantiv ter → trSchweiß“ und dem persischen pūšBedeckung“ gebildet.[1] Einer anderen Quelle zufolge liegt eine direkte Entlehnung aus dem Arabischen vom Substantiv arbūš „Schweißkappe“ vor, das auf das türkische ter → tr „Schweiß“ und das persische pūš „Bedeckung, Bekleidung“, abgeleitet vom Verb pūšīdanbedecken“, zurückgeht.[2] Die letztgenannte These findet durch die Herkunftsangabe „persisch-arabisch“ Unterstützung.[3] Die direkte Entlehnung aus dem Arabischen postuliert ein Münchner Arabist vom arabischen Substantiv طَربْوش (ṭarbūš) → ar,[4] wobei er sich auf eine frühere Quelle beruft.[5] Möglich ist auch eine vollständige Entlehnung des persischen Substantivs tarpūšKopfbedeckung“ ins Arabische, wobei der im Arabischen nicht existierende Laut „p“ durch „b“ ersetzt wird.[6]

Synonyme:

[1] Fes

Oberbegriffe:

[1] Filzkappe, Kopfbedeckung

Beispiele:

[1] Diese Mütze ist aber, wenn auch aus Wolle oder Filz, eigentlich nur Untermütze, und wer es irgend vermag, trägt über derselben den Tarbusch, die rote Tuchmütze mit blauer oder schwarzer Quaste auf der Mitte des runden Bodens […].[7]
[1] Statt dieser benutzten die spanischen Mauren einen Schal, der als Turban um den Tarbusch gewickelt wurde, so dass sie also immer im Turban und Coffia erschienen, während der heutige Araber gewöhnlich nur eins von beiden, oft sogar auch keins von beiden, trägt.[7]
[1] Der Tarbusch, einst Kopfbedeckung von Türken und Arabern, wird wieder getragen — Sehnsucht nach der alten Zeit im Orient.[8]
[1] Die Kopfbedeckung ist eine weiße Schweißhaube (Arakijjeh) und darüber die rote Mütze Tarbusch, um welche gemeiniglich der Turban gewunden wird.[9]
[1] In dem Roman Le Tarbouche (1992) von Robert Solé wird unter anderem ausführlich die Herstellung, der Vertrieb, die Trageweise und die symbolische Bedeutung des Tarbuschs, der ägyptischen Variante des Fes, beschrieben[10]

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Wikipedia-Artikel „Tarbusch
[1] Duden online „Tarbusch
[1] wissen.de – Wörterbuch „Tarbusch
[1] Wahrig Fremdwörterlexikon „Tarbusch“ auf wissen.de
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Tarbusch

Quellen:

  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 1328, Eintrag „Tarbusch“.
  2. wissen.de – Wörterbuch „Tarbusch
  3. Duden online „Tarbusch
  4. Nabil Osman: Kleines Lexikon deutscher Wörter arabischer Herkunft. C.H.Beck, 2010, ISBN 9783406601552, Seite 122 (zitiert nach Google Books).
  5. Karl Lokotsch: Etymologisches Wörterbuch der europäischen Wörter orientalischen Ursprungs. In: Hermann Wirt, Wilhelm Streitberg † (Herausgeber): Indogermanische Bibliothek. Erste Abteilung: Sammlung indogermanischer Lehr- und Handbücher. II. Reihe: Wörterbücher. 3. Band, Carl Winter’s Universitätsbuchhandlung, Heidelberg 1927, Eintrag 2031.
  6. Jamshid Ibrahim: Kulturgeschichtliche Wortforschung. persisches Lehngut in europäischen Sprachen. Otto Harrassowitz Verlag, 1991, ISBN 9783447031431, Seite 81 (zitiert nach Google Books).
  7. 7,0 7,1 Albert Kretschmer: Die Trachten der Völker. vom Beginn der Geschichte bis zum 19. Jahrhundert. BoD – Books on Demand, 2012, ISBN 9783864447945, Seite 202 (zitiert nach Google Books).
  8. Symbol der Würde. Nahost. In: DER SPIEGEL. Nummer 19/1978, 8. Mai 1978, ISSN 0038-7452 (DER SPIEGEL Archiv-URL, abgerufen am 22. November 2014).
  9. Alfred von Kremer: Ägypten. Nachdruck der Originalausgabe aus dem Jahr 1863. BoD – Books on Demand, 2013, ISBN 9783943850697, Seite 66 (alte Schreibweisen im Zitat: ‚weisse‘‚ Schweisshaube‘, ‚rothe‘;, zitiert nach Google Books).
  10. Wikipedia-Artikel „Fes (Kopfbedeckung)“ (Stabilversion).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Busch, Rotbusch
Anagramme: brauchst, schraubt