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In diesem Artikel werden orthografische und grammatische Aspekte zum Gebrauch von Toponymen in der katalanischen Sprache abgehandelt. Unter katalanischen Toponymen in diesem Sinne werden Toponyme Kataloniens (Barcelona, Girona, Olot) und der katalanischen Länder, d. h. der Balearen und Valencia (Mallorca) sowie der katalanischen Sprache assimilierte, d. h. katalanisierte Toponyme (Londres, Berlín) aus der restlichen Welt verstanden. Darüber hinaus werden in die katalanische Sprache übernommene und integrierte fremdsprachige Toponyme (Los Angeles, Las Vegas, Le Mans, Bremen) mit betrachtet.

Zur Orthografie von katalanischen ToponymenBearbeiten

Der Artikel in katalanischen Toponymen (wenn vorhanden) wird in der Regel klein geschrieben. Das Toponym selbst, sowie auch nähere, zum Toponym gehörige Bestimmungswörter wie „Illes“ (die Inseln) „País“ (das Land), werden groß geschrieben (Beispiele: les Illes Balears – die Balearischen Inseln; les Balears - die Balearen; el País Valencià; la Índia). Lediglich am Satzanfang wird der Artikel eines Toponyms groß geschrieben. Weiterhin werden bestimmte Artikel, die aus Fremdsprachen des Katalanischen stammen und konstitutiv zum Toponym gehören, wie in der jeweiligen Fremdsprache behandelt (Beispiel: der Artikel der spanisch-amerikanischen Toponyme Los Angeles und Las Vegas oder des französischen Le Mans wird immer groß geschrieben.)

Zum GenusBearbeiten

  1. Städte- und Inselnamen sind im Katalanischen in der Regel weiblich. Alle Städte- und Inselnamen, die auf -a enden, sind weiblich (Beispiele: la Bordeus - Bordeaux; la Perpinyà - Perpignan; l'Estrasburg - Straßburg, la Lió - Lyon; la Gotinga - Göttingen)[1]
  2. Namen von Kontinenten, Ländern und Regionen, die auf -a enden sind weiblich (Beispiele: l'antiga Europa - das alte Europa; l'Amèrica Llatina - Lateinamerika; la França republicana - das republikanische Frankreich; Ausnahme el Canadà - Kanada).[2]
  3. Katalanische Flüsse sind in der Regel maskulin. (Beispiele: el Fluvià (kleiner nordkatalanischer Fluss); L'Ebre - der Ebro; el Ter - der Ter; Ausnahme: la Muga (kleiner nordkatalanischer Fluss); Nicht-Katalanische Flüsse tragen häufig das Genus der Herkunftssprache. Dies gilt insbesondere für Flussnamen aus dem benachbarten aranesisch-okzitanischen Sprachgebiet (Beispiel: la Garona - die Garonne, abgeleitetet von dem aranesichen Toponym Garona); la Mosel·la - die Mosel).[3]

Die Verwendung bzw. Nicht-Verwendung des bestimmten Artikels bei katalanischen ToponymenBearbeiten

RegelnBearbeiten

  1. Im Allgemeinen werden katalanische Toponyme, insbesondere Ländernamen, Namen von Regionen und Orten, ohne den bestimmten Artikel verwendet (Beispiele: Alemanya, Anglaterra, Catalunya, Suàbia, Barcelona, Berlín, Moscou, Nova York).
    • Ausnahmen von dieser Artikelregelung bei Ländernamen sind unter anderen: el Canadà, la Xina (China), el Japó (Japan), el Perú (Peru), el Senegal (Senegal), la Índia (Indien). Diese Länder werden immer mit bestimmten Artikel verwendet.
    • Ausnahmen dieser Artikelregelung bei Ortsnamen sind Orte, bei denen der Artikel in der katalanischen Sprache (Fall 1) oder von einer Fremdsprache her (Fall 2) konstitutiv zum Toponym gehört:
    Fall 1: el Caire (Kairo); la Corunya; l'Hospitalet de Llobregat, el Masnou
    Fall 2: Los Angeles, Las Vegas, Le Mans
  2. Der bestimmte Artikel wird bei Toponymen genutzt, wenn dieser in einem qualifizierenden Zusammenhang zu dem Toponym selbst steht. (Beispiel: les muntanyes del Canadà – die Berge von Kanada; la Barcelona d’avui – das Barcelona von heute; el Berlín de l'oest / el Berlín occidental – West-Berlin; el Berlín de l'est / el Berlín oriental - Ost-Berlin; l'Alemanya comunista – das kommunistische Deutschland
  3. Für folgende Typen von Toponymen wird – gegen Regel 1 – der bestimmte Artikel immer benutzt:
    (a) die Namen der katalanischen Comarcas (im Deutschen etwa dem Landkreis entsprechend): la Garrotxa, l'Empordà, la Selva, el Maresme. Lediglich die Comarca Osona wird unqualifiziert immer ohne Artikel verwendet.
    (b) Die Namen von Bergen, Gebirgen und Flüssen: el Pirineu, els Pirineus (die Pyrenäen); el Canigó (Bergmassiv in den östlichen Pyrenäen); l'Ebre (der Ebro); el Fluvià (kleiner Fluss in Nordkatalonien).
  4. In Aufzählungen, Listen, Grafiken, Karten und ähnlichen Kontexten wird auf den bestimmten Artikel verzichtet, soweit er nicht konstitutiv zum Toponym selbst gehört. Beispiel:
Bagdad (Iraq), Lima (Perú), el Masnou (Maresme)

BeispielsätzeBearbeiten

[1] Catalunya és un país / una regió amb una gran diversitat de cultures i paisatges.
Katalonien ist ein landschaftlich und kulturell vielseitiges Land.
[2] Adolfo Suárez[4] va portar l'Espanya de la Transició amb molt bon mà.
Adolfo Suárez hat das Spanien des politischen Übergangs[5] äußerst geglückt geführt.
[3a] El meu avi era de l'Empordà va ser moliner a la Garrotxa.
Mein Opa ist als Müller aus dem Ampurdan in die Garrotxa gegangen.
[3b] Osona limita al Nord amb el Ripollès, a l'est am la Garrotxa i la Selva, al Sur amb el Vallès Oriental i a l'oest amb el Bages i el Berguedà.
Osona grenzt im Norden an el Ripollès, im Osten an la Garrotxa und la Selva, im Süden an el Vallès Oriental und im Westen an el Bages und el Berguedà.
[4] Al nostre seminari hi havía participants de Bagdad (Iraq), Lima (Perú) i el Masnou (Maresme).
In unserem Seminar gab es Teilnehmer aus Bagdad (Irak), Lima (Peru) und el Masnou (Maresme).

LiteraturBearbeiten

  • Jenny Brumme: Praktische Grammatik der katalanischen Sprache, Wilhelmsfeld 1997, ISBN 3-926972-53-X
  • Joan Coromines: Onomasticon Cataloniae – Els Noms de Lloc i Noms de Persona de totes les Terres de Llengua Catalana, 8 Bände, Barcelona 1989–1997, ISBN 84-7256-331-6 (Dieses 8-bändige Werk in katalanischer Sprache bietet eine umfassende Einsicht in die Toponyme Kataloniens und der katalanischen Länder.)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. nach: Brumme, Seite 22
  2. nach: Brumme, Seite 23
  3. nach: Generalitat de Catalunya, Corporació Catalana de Mitjans Audiovisuals: és a dir, L’article davant topònims (Der Artikel vor Toponymen, in katalanischer Sprache)
  4. Adolfo Suárez, der erste demokratisch gewählte Ministerpräsident Spaniens nach dem Tod des Diktators Francisco Franco
  5. gemeint ist der Übergang von der Franco-Diktatur zu dem demokratischen Staat Spanien