Australopithecine

Australopithecine (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, mBearbeiten

Singular Plural
Nominativ der Australopithecine die Australopithecinen
Genitiv des Australopithecinen der Australopithecinen
Dativ dem Australopithecinen den Australopithecinen
Akkusativ den Australopithecinen die Australopithecinen
 
[1] Australopithecus africanus, Das Kind von Taung (Replikat des Senckenberg Museums, Frankfurt)

Anmerkung:

Die Fachwissenschaft bevorzugt die Schreibweise „Australopithecine/Australopithecinen“. Allgemeinbildende Literatur wie Konversationslexika etc. verwenden in der Regel die stärker eingedeutschte Schreibweise „Australopithezine/Australopithezinen“. Natürlich ist auch die rein fachwissenschaftliche Schreibvariante „Australopithecinae“ im Deutschen möglich.[1]

Alternative Schreibweisen:

Australopithezine

Worttrennung:

Aus·t·ra·lo·pi·the·ci·ne, Plural: Aus·t·ra·lo·pi·the·ci·nen

Aussprache:

IPA: [ˌaʊ̯stʁalopiteˈt͡siːnə]
Hörbeispiele:
Reime: -iːnə

Bedeutungen:

[1] Zoologie, Anthropologie: Gattung ausgestorbener, afrikanischer Vormenschenarten (Australopithecus africanus, A. robustus und weitere Arten) des Pliozäns, die zwar schon den aufrechten Gang entwickelt hatten, sonst aber noch stark an Menschenaffen erinnernde Züge tragen

Herkunft:

zu austral (deutsch, veraltet) bzw. zu lateinisch australis in der Bedeutung Süd- und zu griechisch πίθηκος (pithēkos) → grc (deutsch: der Affe, siehe auch pithec-)[2]
Der Paläoanthropologe Raymond Dart (Universität Witwatersrand, Johannesburg, Südafrika) beschrieb im Jahr 1925 den Schädel des Kindes von Taung als „Australopithecus africanus“ (deutsch: afrikanischer Südaffe) und war somit der Namensgeber der Australopithecinen (Südaffen).

Synonyme:

[1] wissenschaftlich: Australopithecus

Beispiele:

[1] „Bis Ende der 1970er Jahre kamen im Osten des Kontinents[3] als weitere Vormenschen-Arten Australopithecus boisei, A. aethiopicus und A. afarensis hinzu. Von A. afarensis wurde das Skelett von Lucy berühmt. …“[4]
[1] „Einer der bedeutendsten Funde in der GEschichte der Paläoanthropologie war 1998 das vollständigste Skelett – mit Schädel – eines Australopithecinen.[5]
[1] "Wie das Becken weiblicher Australopithecinen aussah, verraten zwei komplett erhaltene weibliche Skelette. … Beide Skelette lassen erahnen, dass die Geburt bei diesen frühen Hominiden vollkommen anders ablief als bei allen heutigen Primaten einschließlich des Menschen. … Der Geburtskanal der Australopithecinen war nämlich ein auffallend flaches Oval, dessen Längsachse nicht - wie sonst bei Primaten - vom Bauch zum Rücken zeigte. … Genausogut wie nach vorn zur Mutter konnte das Gesicht des Kindes am Ende nach hinten schauen. Wegen der anatomischen Verhältnisse war die Richtung der Drehung praktisch beliebig. Zeigte das Gesicht aber zufällig nach hinten, brachte das die Frau womöglich in eine prekäre Lage. Vermutlich war es für sie und ihr Kind dann vorteilhaft, wenn nun andere Frauen geschickt zugriffen. Geburtshilfe könnte schon bei den Australopithecinen vorgekommen sein.[6]

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Wikipedia-Artikel „Australopithecine
[1] Brockhaus-Enzyklopädie in vierundzwanzig Bänden. Neunzehnte, völlig neu bearbeitete Auflage. Erster Band: A–APT, F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 1986, ISBN 3-7653-1101-4, DNB 860813452, Seite 394 "Australopithecinen"
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion unter der Leitung von Günther Drosdowski (Herausgeber): Brockhaus-Enzyklopädie. Neunzehnte, völlig neu bearbeitete Auflage. Band 26: Deutsches Wörterbuch I, A–GLUB, F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 1995, ISBN 3-7653-1126-X, DNB 943161819, Seite 378, Eintrag „Australopithecus“, dazu die Stichworte „Australopithecinen“, „Australopithezinen“, „Australopithecinae“
[1] Michael Schmitt (Herausgeber): Lexikon der Biologie. In 10 Bänden. 1. Auflage. Herder, Freiburg im Breisgau/Basel/Wien 1983–1992, DNB 550880577, Band 1, Seite 317, Artikel „Australopithecinen“
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Eintrag: "Australopithecinen"
[1] Lexikon der Biologie: Australopithecinen

Quellen:

  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion unter der Leitung von Günther Drosdowski (Herausgeber): Brockhaus-Enzyklopädie. Neunzehnte, völlig neu bearbeitete Auflage. Band 26: Deutsches Wörterbuch I, A–GLUB, F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 1995, ISBN 3-7653-1126-X, DNB 943161819, Seite 378, Eintrag „Australopithecus“, dazu die Stichworte „Australopithecinen“, „Australopithezinen“, „Australopithecinae“
  2. nach: Michael Schmitt (Herausgeber): Lexikon der Biologie. In 10 Bänden. 1. Auflage. Herder, Freiburg im Breisgau/Basel/Wien 1983–1992, DNB 550880577, Band 1, Seite 317, Artikel „Australopithecinen“
  3. gemeint ist der Kontinent Afrika
  4. Kate Wong: Wer waren die ersten Hominiden, in: Spektrum der Wissenschaf, Dossier 01/2004, Evolution des Menschen II, Seite 24
  5. Friedemann Schrenk: Die Frühzeit des Menschen. Der Weg zum Homo sapiens. 4., neu bearbeitete Auflage. C. H. Beck, München 2003, ISBN 3-406-48030-6, Seite 35
  6. Karen R. Rosenberg, Wenda Trevathan: Hebammen in der Evolution des Menschen - Hilfe bei der Geburt in: Spektrum der Wissenschaf, Dossier 01/2004, Evolution des Menschen II, Seite 74