mit etwas schwanger gehen

mit etwas schwanger gehen (Deutsch)Bearbeiten

RedewendungBearbeiten

Alternative Schreibweisen:

mit etwas schwangergehen

Worttrennung:

mit et·was schwan·ger ge·hen

Aussprache:

IPA: [mɪt ˌʔɛtvas ˈʃvaŋɐ ˌɡeːən]
Hörbeispiele:   mit etwas schwanger gehen (Info)

Bedeutungen:

[1] sich seit einiger Zeit gedanklich mit etwas beschäftigen

Synonyme:

[1] sich mit dem Gedanken tragen, mit dem Gedanken spielen, mit etwas liebäugeln

Sinnverwandte Wörter:

[1] etwas in sich reifen lassen, von etwas schwanger sein, sich etwas vorstellen

Beispiele:

[1] „Inmitten ſeiner terroriſtiſchen Expektorazionen griff er plötzlich zu einem jener Tagesblätter, die in großen Haufen vor ihm ausgeſtreut lagen, und rief lachend:
‚Hier können Sie’s leſen, hier ſteht’s gedruckt: ‚Deutſchland ist mit großen Dingen ſchwanger!‘ Ja, das ist wahr, Deutschland geht schwanger mit großen Dingen; aber das wird eine schwere Entbindung geben. […]‘“[1]
[1] „Das Thema der Gretchentragödie, das Thema von Hebbels ‚Maria Magdalene‘ oder von Kleists ‚Marquise von O.‘ ist deshalb so ergiebig, weil das Geschehen hier im buchstäblichen Sinne mit der Zukunft schwanger geht, weil die Zeugung begründet, was zu bestimmter Zeit ans Tageslicht treten und Wirkungen, die man nicht deutlich voraussehen, aber doch ahnen kann, zeitigen wird.“[2]
[1] „Alle gehen mit Projekten schwanger, aber keiner gibt es zu.“[3]
[1] „Ständig ging er mit Plänen schwanger.[4]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] mit (großen) Plänen, (neuen) Ideen, einem (bestimmten) Gedanken, Projekt schwanger gehen

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „schwanger
[1] The Free Dictionary „schwanger
[1] Duden online „schwanger
[1] wissen.de – Wörterbuch „schwangergehen
[1] Redensarten-Index „mit etwas schwanger gehen
[1] Renate Wahrig-Burfeind: Brockhaus Wahrig Deutsches Wörterbuch. Mit einem Lexikon der Sprachlehre. In: Digitale Bibliothek. 9., vollständig neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. wissenmedia in der inmedia ONE GmbH, Gütersloh/München 2012, ISBN 978-3-577-07595-4 (CD-ROM-Ausgabe), Stichwort »schwangergehen«.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. In: Der Duden in zwölf Bänden. 4., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. Band 11, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04114-5, Stichwort »schwanger: mit etw. schwanger gehen«, Seite 674.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 8., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-05508-1, Stichwort »schwanger«, Seite 1578.

Quellen:

  1. Heinrich Heine: Über Ludwig Börne. Hoffmann und Campe, Hamburg 1840, Seite 156 (Zitiert nach Google Books).
  2. Emil Staiger: Grundbegriffe der Poetik. 7. Auflage. Atlantis-Verlag, Zürich/Freiburg im Breisgau 1966, Seite 170.
  3. Wolf Donner: Spiel mit Grenzen. In: DIE ZEIT. Nummer 20, 10. Mai 1974, ISSN 0044-2070, Seite 17 (DIE ZEIT-Archiv, abgerufen am 18. Oktober 2016).
  4. Joseph Roth: Zipper und sein Vater. Roman. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1986 (KiWi ; 110), ISBN 3-462-01793-4, Seite 24 (Zitiert nach Google Books).