ephemerisch (Deutsch)Bearbeiten

AdjektivBearbeiten

Positiv Komparativ Superlativ
ephemerisch ephemerischer am ephemerischsten
Alle weiteren Formen: Flexion:ephemerisch

Worttrennung:

eph·e·me·risch, Komparativ: eph·e·me·ri·scher, Superlativ: am eph·e·me·rischs·ten

Aussprache:

IPA: [efeˈmeːʁɪʃ]
Hörbeispiele:   ephemerisch (Info)
Reime: -eːʁɪʃ

Bedeutungen:

[1] gehoben: nur einen Tag dauernd, nur kurze Zeit bestehend, rasch vorübergehend

Herkunft:

Entlehnung aus dem Altgriechischen vom Adjektiv ἐφήμερος (ephḗmeros) → grc „für einen Tag“;[1] das Adjektiv wird erstmals im 16. Jahrhundert verwendet und im 19. Jahrhundert wieder aufgegeben.[2]

Synonyme:

[1] ephemer, flüchtig, momentan, temporär, vergänglich

Gegenwörter:

[1] dauernd, ewig, permanent, unvergänglich

Oberbegriffe:

[1] kurzzeitig

Beispiele:

[1] Dann aber war es um die Freiheit der deutschen Fürsten gethan; ein befestigter Erbthron widerstand den Angriffen, wodurch es dem Unruhigen Lehengeist so leicht ward, das ephemerische Gerüste eines Wahlthrons zu erschüttern.[3]
[1] Unser Landsmann, der Bürger Gramer, hat diese Schrift bereits ins Deutsche übersetzt, und ich hoffe, daß unser denkendes Publikum sie mehrerer Aufmerksamkeit würdigen werde als gewöhnliche ephemerische Schriften, zu denen sie keineswegs gehört.[4]
[1] Immanuel Kant nannte ihn ein „frühkluges Wunderkind von ephemerischer Existenz“ und eine der „Abschweifungen der Natur von ihrer Regel“.[5]
[1] Die monumentalste, obwohl gleichzeitig ephemerischste Form der Erinnerung an den Verstorbenen war die Errichtung eines ausgebauten castrum doloris für ihn.[6]
[1] „Die blaue Blume“ der Träume und des Erkennens, erweckt das geistige Verlangen und entfacht wie ein Feuer die Vorstellungskraft, indem sie zu träumen und das Streben nach der Erfüllung der ephemerischsten Visionen, das Herz immer noch ungebändigt nach Farben und Eindrücken, unendlichen Möglichkeiten, dem Magnetismus des Augenblickes, freiem Raum für den schöpferischen und ungezügelten Geist verlangend, befiehlt.[7]

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „ephemerisch
[1] Duden online „ephemerisch

Quellen:

  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 405, Eintrag „ephemerisch“.
  2. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 6. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2003, ISBN 3-423-32511-9, Seite 290, Eintrag „ephemer“.
  3. Friedrich Schiller: Schillers Sämmtliche Werke. In: Projekt Gutenberg-DE. vierter Band, J. G. Cotta'sche Buchhandlung, Stuttgart 1879, Universalhistorische Uebersicht der merkwürdigsten Staatsbegebenheiten (alte Schreibweise im Zitat: ‚gethan‘, URL, abgerufen am 12. Dezember 2020).
  4. Georg Friedrich Rebmann: Politische Publizistik. In: Projekt Gutenberg-DE. Kapitel 14: Einige Ideen über Revolutionen in Deutschland (alte Schreibweise im Zitat: ‚daß‘, URL, abgerufen am 12. Dezember 2020).
  5. Wikipedia-Artikel „Christian Henrich Heineken“ (Stabilversion).
  6. Glaube wie ein Herz aus Erz. docplayer.org, abgerufen am 12. Dezember 2020.
  7. Jadwiga Sebesta, Karin Wawrzynek: Seelische Unbefangenheit. Studia Europaea Gnesnensia. Nummer 9/2014, ISSN 2082!5951 (Online).