brassen (Deutsch)Bearbeiten

VerbBearbeiten

Person Wortform
Präsens ich brasse
du brasst
er, sie, es brasst
Präteritum ich brasste
Konjunktiv II ich brasste
Imperativ Singular brass!
brasse!
Plural brasst!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
gebrasst haben
Alle weiteren Formen: Flexion:brassen

Worttrennung:

bras·sen, Präteritum: brass·te, Partizip II: ge·brasst

Aussprache:

IPA: [ˈbʁasn̩]
Hörbeispiele:   brassen (Info)
Reime: -asn̩

Bedeutungen:

[1] transitiv, Seemannssprache: die Stellung von Segeln mit Hilfe der Brassen ändern

Herkunft:

etymologisch: Entlehnung aus dem Niederländischen vom Verb brassen → nl, das auf französisch brasser → fr zurückgeht[1]

Oberbegriffe:

[1] segeln

Beispiele:

[1] Einmal „brassen“ (die Segel in den Wind stellen) genügt – und an Deck verknäulen sich Hunderte Meter Taue.[2]
[1] Es ist auch im Grunde ganz einfach; eigentlich muß ich nur brassen, also mit anfassen, wenn alle an einem Tau ziehen, immer schön mit „Ihhh-Rosch“.[3]
[1] Gleich auf der ersten Seite ihrer neuen Piratengeschichte vom „Seeräubermoses“ zischen die Piraten von der „Wüsten Walli“ die „Trossen“ hoch, „reffen“ die Segel und „brassen“ die „Rahen“.[4]
[1] Manchmal muss der diskussionsverliebte Abiturient eben auch die Segel brassen (die Stellung der Windrichtung anpassen), ohne dass er vorher in epischer Breite erklärt bekommt, weshalb das ausgerechnet jetzt und durch ihn zu erfolgen hat.[5]
[1] Gleichzeitig brassen wir die Rahen der Groß- und Besantoppsegel.[6]
[1] Es werden die Vor- und Gaffelsegel mitschiffs geholt und die Rahen in einem rechten Winkel zum Schiff gebrasst (vierkant).[7]

Wortbildungen:

Konversionen: Brassen, brassend, gebrasst
Verben: anbrassen, aufbrassen, backbrassen, gegenbrassen

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „brassen
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „brassen
[1] The Free Dictionary „brassen
[1] Duden online „brassen

Quellen:

  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 221, Eintrag „brassen“.
  2. Burkhard Kieker: Frischer Wind im weißen Tuch. In: DIE ZEIT. Nummer 17/1989, 21. April 1989, ISSN 0044-2070 (DIE ZEIT Archiv-URL, abgerufen am 14. Dezember 2019).
  3. Bernhard Lassahn: Zitternd in die Takelage. In: DIE ZEIT. Nummer 17/1993, 23. April 1993, ISSN 0044-2070 (alte Screibweise im Zitat: ‚daß‘, DIE ZEIT Archiv-URL, abgerufen am 14. Dezember 2019).
  4. Wieland Freund: Kinderbuch: Kirsten Boie hisst die Piratenflagge. In: Welt Online. 3. September 2009, ISSN 0173-8437 (URL, abgerufen am 14. Dezember 2019).
  5. Simone Meyer: "Man liebt das Schiff, oder man hasst es". In: Welt Online. 31. Januar 2011, ISSN 0173-8437 (URL, abgerufen am 14. Dezember 2019).
  6. Sean Thomas Russell: Unter feindlicher Flagge. Bastei Lübbe, 2011 (übersetzt von Holger Hanowell), ISBN 9783838704593 (zitiert nach Google Books).
  7. Benno: Klassenzimmer unter Segeln: Der zweite Tag der Schiffsübergabe und die Halse. kus-projekt.de, 14. Dezember 2017, abgerufen am 14. Dezember 2019.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: blassen, prassen