auteln (Deutsch)Bearbeiten

VerbBearbeiten

Person Wortform
Präsens ich autele
autle
du autelst
er, sie, es autelt
Präteritum ich autelte
Konjunktiv II ich autelte
Imperativ Singular autele!
autle!
Plural autelt!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
geautelt haben
Alle weiteren Formen: Flexion:auteln

Nebenformen:

auten

Worttrennung:

au·teln, Präteritum: au·tel·te, Partizip II: ge·au·telt

Aussprache:

IPA: [ˈaʊ̯tl̩n]
Hörbeispiele:   auteln (Info)

Bedeutungen:

[1] intransitiv; umgangssprachlich veraltet, sonst noch schweizerisch: mit einem Auto fahren (als Liebhaberei)

Herkunft:

Bei dem Wort handelt es sich um eine ab 1900[1] bezeugte Ableitung zu Auto.[2][3]

Beispiele:

[1] „Raſch vorwärts kommen, das iſt heute die Loſung. […] Bloß des Rekords wegen, um eher den Hals zu brechen als alle andern. Bricht man ihn nicht, ſo radelt, autelt oder ſpekuliert man zurück, iſt auf demſelben Fleck wie vorher und ſieht ſich nach einer Gelegenheit zu einem neuen Rekord um.“[4]
[1] „Heutzutage mag der Dichter radeln, reiten, auteln, fechten, mag was immer fuͤr Paſſionen haben, wie ſie nicht engherzige Leute billigen koͤnnen — muß er deshalb notwendigerweiſe das Literaturgigerl, der flache, vergnuͤgungsſuͤchtige, die ‚Standesintereſſen‘ ſchaͤdigende Menſch ſein, fuͤr welchen ihn die große Allgemeinheit leidergottes noch immer anſieht?“[5]
[1] „Nach der Geschichte mit dem Norweger auteln wir alle hinaus auf sein Jagdgut.“[6]
[1] „Ich erinnere mich noch mit Freuden daran, daß ich in der Zeit vorm zweiten Weltkrieg allwöchentlich einmal quer durch das riesige London autelte, um mich, abseits von City, Soho und Mayfair, in dem sonst etwas anrüchigen Nordwestlondoner Bezirk von Camden Town mit anderen Verehrern edler deutscher Weine in einer versteckten Spirituosenhandlung einer Gruppe gleichgesinnter Genießer anzuschließen.“[7]
[1] „Er beschrieb die Ereignisse der Übung in einem Brief vom 12. Juni 1912: »Es wurde gefunkt und geblitzt, ferngesprochen und gedrahtet, geautelt und motorgeradelt und ich weiß nicht was sonst noch Alles getan. […]«“[8]

Wortbildungen:

Autler

ÜbersetzungenBearbeiten

[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „auteln
[1] Duden online „auteln
[1] Heinz Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. In: Digitale Bibliothek. 1. Auflage. 36, Directmedia Publishing, Berlin 2006, ISBN 3-89853-436-7, Stichwort »auteln (auten)«.
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 163.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Fremdwörterbuch. In: Der Duden in zwölf Bänden. 10., aktualisierte Auflage. Band 5, Dudenverlag, Mannheim/Zürich 2010, ISBN 978-3-411-04060-5, DNB 1007274220, Seite 128.
[1] Renate Wahrig-Burfeind: Brockhaus Wahrig Deutsches Wörterbuch. Mit einem Lexikon der Sprachlehre. In: Digitale Bibliothek. 9., vollständig neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. wissenmedia in der inmedia ONE GmbH, Gütersloh/München 2012, ISBN 978-3-577-07595-4 (CD-ROM-Ausgabe), Stichwort »auteln«.

Quellen:

  1. Heinz Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. In: Digitale Bibliothek. 1. Auflage. 36, Directmedia Publishing, Berlin 2006, ISBN 3-89853-436-7, Stichwort »auteln (auten)«.
  2. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 163.
  3. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Fremdwörterbuch. In: Der Duden in zwölf Bänden. 10., aktualisierte Auflage. Band 5, Dudenverlag, Mannheim/Zürich 2010, ISBN 978-3-411-04060-5, DNB 1007274220, Seite 128.
  4. Maßgebliches und Unmaßgebliches. In: Die Grenzboten. Zeitſchrift für Politik, Literatur und Kunſt. 62. Jahrgang, Viertes Vierteljahr, Verlag von Fr. Wilh. Grunow, Leipzig 1903, Seite 327 (Zitiert nach Digitalisat der SuUB).
  5. Eugen Schick: Otto Julius Bierbaum. Schuster & Loeffler, Berlin/Leipzig 1903, Seite 13 (Zitiert nach Google Books).
  6. Rudolph Stratz: Lill. Der Roman eines Sportmädchens. A. Scherl, Berlin 1929, Seite 140.
  7. Egon Jameson: Deutscher Wein im englischen Nebel. Hier tut Hilfe not – und manches könnte getan werden. In: DIE ZEIT. Nummer 7, 13. Februar 1958, ISSN 0044-2070, Seite 8 (DIE ZEIT-Archiv, abgerufen am 10. Juli 2016).
  8. Holger Afflerbach: Falkenhayn. Politisches Denken und Handeln im Kaiserreich. 2. Auflage. R. Oldenbourg Verlag, München 1996 (Beiträge zur Militärgeschichte ; Band 42, ISSN 2192-2322), ISBN 3-486-56184-7, Seite 82 (Zitiert nach Google Books).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

Anagramme: lauten, Lauten