Parteigenosse

Parteigenosse (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, mBearbeiten

Singular Plural
Nominativ der Parteigenosse die Parteigenossen
Genitiv des Parteigenossen der Parteigenossen
Dativ dem Parteigenossen den Parteigenossen
Akkusativ den Parteigenossen die Parteigenossen

Worttrennung:

Par·tei·ge·nos·se, Plural: Par·tei·ge·nos·sen

Aussprache:

IPA: [paʁˈtaɪ̯ɡəˌnɔsə]
Hörbeispiele:   Parteigenosse (Info)

Bedeutungen:

[1] allgemein: Mitglied der politischen Partei, der man selbst angehört
[2] historisch, nationalsozialistisch: Angehöriger der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei)
[3] selten, auch als Anrede: Angehöriger einer Arbeiter- oder anderweitig links stehenden Partei

Herkunft:

Determinativkompositum aus Partei und Genosse

Weibliche Wortformen:

[1] Parteigenossin

Beispiele:

[1] „Der Witz erhält seine Brisanz gar nicht so sehr aufgrund des Umstandes, dass der Parteigenosse schließlich doch die Gesellschaftsordnung der DDR verleugnet, denn auch ihm ist ja das Hemd näher als die Jacke.“[1]
[2] „Denn er sah es bei jeder Gelegenheit, wie sie ständig einen Unterschied zwischen Volksgenossen und Parteigenossen machten.“[2]
[2] „Einmal an Weihnachten, ich war noch nicht drei Jahre alt, brachte mein Vater einen Parteigenossen mit nach Haus.“[3]
[2] „Er war ein fanatischer Parteigenosse, wie es weit und breit keinen zweiten gab, und offenbar hat er noch immer nicht aufgegeben.“[4]
[3] „Lieber Parteigenosse Tietjen! Für ihre Zusage, die künstlerische Leitung über unser Ballett übernehmen zu wollen, danke ich Ihnen von ganzem Herzen.“[5]
[3] Er benutzte seither auch in einigen Fällen die Anrede „lieber Parteigenosse“ und ließ sich auch selbst so anreden.[6]

ÜbersetzungenBearbeiten

[2] Wikipedia-Artikel „Parteigenosse
[1–3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Parteigenosse
[(1, 2)] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalParteigenosse
[2, 3] The Free Dictionary „Parteigenosse
[2, 3] Duden online „Parteigenosse

Quellen:

  1. Andrea Schiewe, Jürgen Schiewe: Witzkultur in der DDR. Ein Beitrag zur Sprachkritik. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2000, ISBN 3-525-34025-7, Seite 41.
  2. Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein. 7. Auflage. Roman. Aufbau, Berlin 2013, ISBN 978-3-7466-2811-0, Seite 23. Ausgabe nach der Originalfassung des Autors von 1947.
  3. Janosch: Gastmahl auf Gomera. Roman. Goldmann Verlag, München 1997, ISBN 3-442-30662-0, Seite 81.
  4. Christian Graf von Krockow: Die Stunde der Frauen. Bericht aus Pommern 1944 bis 1947. Nach einer Erzählung von Libussa Fritz-Krockow. 11. Auflage. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/München 2000, ISBN 3-421-06396-6, Seite 95. Erstauflage 1988.
  5. Biografik, herausgegeben von Nicole Haitzinger. Abgerufen am 10. Januar 2016.
  6. Bürokratie und Verbrechen: Antisemitische Finanzpolitik, Christiane Kuller. Abgerufen am 10. Januar 2016.