Mümmelgreis (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, mBearbeiten

Singular Plural
Nominativ der Mümmelgreis die Mümmelgreise
Genitiv des Mümmelgreises der Mümmelgreise
Dativ dem Mümmelgreis den Mümmelgreisen
Akkusativ den Mümmelgreis die Mümmelgreise

Worttrennung:

Müm·mel·greis, Plural: Müm·mel·grei·se

Aussprache:

IPA: [ˈmʏml̩ˌɡʁaɪ̯s]
Hörbeispiele:   Mümmelgreis (Info)

Bedeutungen:

[1] veraltend, abwertend oder scherzhaft: zahnloser alter Mensch (Greis)

Herkunft:

Determinativkompositum aus dem Verb mümmeln und dem Substantiv Greis, von Wilhelm Busch in den 1870ern zum ersten Mal gebildet.

Weibliche Wortformen:

[1] Mümmelgreisin

Oberbegriffe:

[1] Greis

Beispiele:

[1] „Der schöne junge Schweinehirt kriegt die Prinzessin und der Mümmelgreis, der mit der Goldtruhe kommt, hat das Nachsehen.“[1]
[1] „Das Wort Mümmelgreis wurde vor etwa dreißig Jahren von mir gebildet nach dem plattdeutschen Zeitwort mümmeln, was käuen mit zahnlosem Munde bedeutet.“[2]
[1] „Das Wort "Mümmelgreis" ist allerdings von mir zuerst gebraucht; ein Gedicht mit diesem Titel ist aber von irgend einem Proleten unter Mißbrauch meines Namens in Umlauf gesetzt, um solche Leute zu täuschen, von denen man zu sagen pflegt, daß sie nicht alle werden.“[3]
[1] „Ob es das Verschwinden des Pfirsichgeschmacks bei den gleichnamigen Früchten ist, das Aussterben der Klavierlehrerinnen oder die Stillegung der letzten Dampflokomotive – man hat sich notgedrungen daran gewöhnt, daß die gute alte Zeit bald nur noch in den Erinnerungen von uns Mümmelgreisen existieren wird.“[4]

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Mümmelgreis
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalMümmelgreis

Quellen:

  1. Bölsche, Wilhelm: Das Liebesleben in der Natur: Eine Entwickelungsgeschichte der Liebe. Bd. 3, S. 262. Leipzig, 1903.
  2. Brief von Wilhelm Busch an Carl Muth vom 02.07.1902. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1902], S. 5473
  3. Brief von Wilhelm Busch an Artur Berent vom 00.07.1904. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1904], S. 5602
  4. Ohne Schwefelzusatz, in: Die Zeit, 29.09.1972, Nr. 39