Jüdischkeit (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, fBearbeiten

Singular

Plural

Nominativ die Jüdischkeit

Genitiv der Jüdischkeit

Dativ der Jüdischkeit

Akkusativ die Jüdischkeit

Worttrennung:

Jü·disch·keit, kein Plural

Aussprache:

IPA: [ˈjyːdɪʃˌkaɪ̯t]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] Einstellung/Identität als Jude

Herkunft:

Derivation (Ableitung) zum Adjektiv jüdisch mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) -keit

Beispiele:

[1] „Wir müssen von einem Judentum Heines ausgehen, welches nach einer durchgemachten Assimilation nur noch als Gedächtnis an das Judentum, und zwar als ein Körpergedächtnis besteht, als Erinnerungen an die Jüdischkeit.[1]
[1] „Doch selbst der säkularste Israeli sei täglich mehr Jüdischkeit ausgesetzt als es ein Orthodoxer oder Reformer in den USA je sein wird.“[2]
[1] „Im Ausland hatte er sich im Lauf der Jahre von dieser altmodischen Jüdischkeit entfernt, die Juden hier aber dienten Gott noch so, wie damals die Leute in Roszkow.“[3]
[1] „Taucherts Studie selbst leistet hier einen wesentlichen Beitrag, auch ihre Untersuchungen bestätigen, dass jenseits einer religiösen Einbindung über die jüdischen Gemeinden die Jüdischkeit ein notwendiges Bindeglied zwischen privat empfundener Zugehörigkeit zum Judentum und einer Gruppenzugehörigkeit darstellt, innerhalb der die Anlehnung an die jüdische Kultur einen wesentlichen Faktor ausmacht, ohne allerdings genau bestimmt zu sein.“[4]
[1] „Andere begannen, sich ihrer Jüdischkeit wieder zuzuwenden mit einem Bekenntnis zur eigenen jüdischen Nation (Zionismus) oder als Mitglieder des „Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens”, der die jüdische Gleichberechtigung gegen den Antisemitismus verteidigte und gleichzeitig eine säkulare jüdische Volksgemeinschaft oder Schicksalsgemeinschaft vertrat.“[5]

ÜbersetzungenBearbeiten

[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Jüdischkeit

Quellen:

  1. Caspar Battegay: Wie nicht erinnern? – Die Frage nach der Jüdischkeit in Heinrich Heines autobiographischen Texten. In: PaRDeS. Zeitschrift der Vereinigung für Jüdische Studien E.V. Heft 12: Themenheft zum 150. Todestag von Heinrich Heine, Universitätsverlag, Potsdam 2006, ISBN 978-3-939469-19-3, ISSN 1614-6492, Seite 10 (Zitiert nach Google Books).
  2. Klaus D. Eberlein: Jüdische Identität und ihre Entwicklung. Was ist Jüdischkeit? Mit den Ergebnissen einer Meinungsumfrage unter jüdischen Jugendlichen in Israel und in Deutschland. 1. Auflage. Frieling, Berlin 2006, ISBN 3-8280-2304-5, Seite 254 (Zitiert nach Google Books).
  3. Isaac Bashevis Singer: Max, der Schlawiner. Roman. Axel Springer Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-942656-32-0, Seite 73 (Englisches Original 1991).
  4. Andrea Heuser: Vom Anderen zum Gegenüber. »Jüdischkeit« in der deutschen Gegenwartsliteratur. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2011, ISBN 978-3-412-20569-0, Seite 34 (Zitiert nach Google Books).
  5. Von der Aufklärung zur Neugründung der Gemeinde nach dem Nationalsozialismus. Assimilation und Identität. Jüdisches Museum Frankfurt/Main, 25. April 2013, abgerufen am 9. Mai 2015.