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wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein

Nuvola apps korganizer.svg Dieser Eintrag war in der 36. Woche
des Jahres 2014 das Wort der Woche.

wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein (Deutsch)Bearbeiten

SprichwortBearbeiten

Worttrennung:

wer an·de·ren eine Gru·be gräbt, fällt selbst hi·n·ein

Aussprache:

IPA: [veːɐ̯ ˈandəʁən ˈaɪ̯nə ˈɡʁuːbə ɡʁɛːpt fɛlt zɛlpst hɪˈnaɪ̯n]
Hörbeispiele:   wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein (Info)   wer anderen einen Grube gräbt (Info)

Bedeutungen:

[1] etwas Übles, das man einem Dritten zufügen will, wendet sich gegen einen selbst

Herkunft:

Das Sprichwort geht auf einen biblischen Vers zurück, der mehrmals auftaucht: In Prediger 10,8 heißt es: „Aber wer eine Grube macht, der wird selbst hineinfallen; und wer den Zaun zerreißt, den wird eine Schlange stechen.“, in Sprüche 26,27 heißt es: „Wer eine Grube macht, der wird hineinfallen; und wer einen Stein wälzt, auf den wird er zurückkommen“.[1]

Synonyme:

[1] ein Schuss geht nach hinten los

Beispiele:

[1] Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.[2]
[1] „Es ist ein altes Sprichwort: Wer andern eine Grube gräbt, fällt selber darein. - Aber der Löwenwirt in einem gewissen Städtlein war schon vorher darin.“[3]
[1] „So belehrte denn der Richter den biederen Schreiber mit dem schönen Spruch: ›Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.‹“[4]
[1] Wer aber andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.[5]
[1] Wer eine Grube gräbt, der kann selbst hineinfallen, und wer eine Mauer einreißt, den kann eine Schlange beißen.[6]
[1] Denn wer eine Grube gräbt, fällt selbst hinein, und wer einen Stein wälzt, trifft sich selbst damit.[7]

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. In: Der Duden in zwölf Bänden. 3., überarbeitete und aktualisierte Auflage. Band 11, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2008, ISBN 978-3-411-04113-8, Seite 302
[1] Redensarten-Index „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein
[1] Georg Büchmann: Geflügelte Worte. Der Citatenschatz des deutschen Volkes. 19. Auflage, Berlin 1898. Seite 41.

Quellen:

  1. Luther-Bibel, revidierte Fassung von 1912
  2. Aesop: Fabeln. „Der Löwe, Wolf und Fuchs.“ Fabel bei Literaturnetz
  3. J. P. Hebel: Das wohlfeile Mittagessen. In: Projekt Gutenberg-DE. (URL).
  4. Mararete von Navarra: Das Heptameron. In: Projekt Gutenberg-DE. Achtundzwanzigste Erzählung: Ein Schreiber glaubt jemanden zu überlisten, wird aber selbst hineingelegt, und daraus entstehen allerlei spaßhafte Folgen (URL).
  5. Brüder Grimm: Kinder- und Haus-Märchen Band 2 (1857). „Die beiden Wanderer.“ Göttingen 1857. Seite 109. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource
  6. Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luther in der revidierten Fassung von 1984. Pred 10,8
  7. Isaak von Ninive: Ausgewählte Abhandlungen des Bischofs Isaak von Ninive (Bibliothek der Kirchenväter, Band 38). Jos. Koese’lsche Buchhandlung, Kempten 1874. Seite 101. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource