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ungleich (Deutsch)Bearbeiten

AdjektivBearbeiten

Positiv Komparativ Superlativ
ungleich
Alle weiteren Formen: Flexion:ungleich

Worttrennung:

un·gleich, keine Steigerung

Aussprache:

IPA: [ˈʊnɡlaɪ̯ç]
Hörbeispiele:   ungleich (Info)

Bedeutungen:

[1] (in bestimmten Eigenschaften) nicht gleich, nicht identisch, nicht übereinstimmend

Abkürzungen:

[1] ungl.

Herkunft:

Ableitung von gleich mit dem Präfix un-

Synonyme:

[1] verschieden, unterschiedlich

Gegenwörter:

[1] gleich

Beispiele:

[1] Maria und Judith sind ungleiche Schwestern.
[1] Der Gini-Koeffizient beschreibt das Ausmaß, wie ungleich Vermögen innerhalb einer Gesellschaft verteilt sind.
[1] „Die Debatte um die ungleiche Bezahlung von Fußballerinnen und Fußballern nimmt Fahrt auf. Lewes FC aus England verpflichtet sich als erster Fußballklub weltweit öffentlich dazu, Männer und Frauen gleich zu entlohnen.“[1]
mit Komparativ/Superlativ:
[1] „Der materielle Wohlstand ist in Deutschland deutlich ungleicher verteilt als in anderen Industrienationen.“[2]
[1] „Deutschland liegt mit einem Wert von 73,3 deutlich über dem Durchschnitt der entwickelten Länder (64,6). Noch ungleicher sind die Vermögen nur in den USA (80,6), Schweden (79,9), Großbritannien (75,7), Österreich und Indonesien (je 73,6) verteilt.“[3]
[1] „Andere entwerfen das Bild von einem Land, in dem die Reichen immer reicher werden, die Zahl der Armen wächst und die Mittelschicht schrumpft - von einem Land also, das immer ungleicher wird.“[4]
[1] „Während [mit den 1980ern] im Westen eine Phase egalitärer Politik seit dem Zweiten Weltkrieg endete, wurden ungleiche Gesellschaften in Südamerika, Afrika oder dem Nahen Osten einfach noch ungleicher.[5]
[1] „Die Höhen könnten künftig noch ungleicher verteilt sein. Denn die westlichen Alpen wachsen in die Höhe, während das Gebirge gegen Osten, etwa ab der Linie Salzburg–Klagenfurt, absinkt.“[6]
[1] „So beschreiben 15 von 36 Personen eine ungleichere Verteilung, bedingt durch den Einkommensverlust der ohnehin schon ärmsten Person.“[7]

Wortbildungen:

Ungleichbehandlung, ungleichgeschlechtig, ungleichgeschlechtlich, Ungleichheit, ungleichnamig, ungleichseitig

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „ungleich
[1] canoonet „ungleich
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalungleich

Quellen:

  1. Matt Pearson (aus Lewes): Projekt Equality FC – Der erste Fußballklub, der Frauen und Männer gleich bezahlt. In: Deutsche Welle. 10. Mai 2019 (URL, abgerufen am 28. Mai 2019).
  2. OECD-Studie: Vermögen in Deutschland besonders ungleich verteilt. In: Zeit Online. 12. Mai 2015, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 28. Mai 2019).
  3. Nicolai Kwasniewski: Vermögensbericht Die Welt wird reicher - und Deutschland ungleicher. In: Spiegel Online. 29. September 2015, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 28. Mai 2019).
  4. Florian Diekmann, Frank Kalinowski: Verteilung des Wohlstands Wer profitiert wirklich vom deutschen Dauerboom?. In: Spiegel Online. 28. September 2018, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 28. Mai 2019).
  5. Alexander Hagelüken: Einkommensverteilung – Deutschland ist so ungleich wie vor 100 Jahren. In: sueddeutsche.de. 14. Dezember 2017, ISSN 0174-4917 (URL, abgerufen am 28. Mai 2019).
  6. Angelika Jung-Hüttl: Geologie: Nach oben offen. In: Zeit Online. 8. Februar 2011, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 28. Mai 2019).
  7. Stefan Humer, Mathias Moser: Messung von Reichtum. In: Nikolaus Dimmel, Martin Schenk, Julia Hofmann, Martin Schürz (Herausgeber): Handbuch Reichtum. Studienverlag, Innsbruck 2017 (Zitiert nach Google Books).

GradpartikelBearbeiten

Worttrennung:

un·gleich

Aussprache:

IPA: [ˈʊnɡlaɪ̯ç]
Hörbeispiele:   ungleich (Info)

Bedeutungen:

[1] vor Komparativen als Verstärkung: weitaus, um vieles

Synonyme:

[1] bedeutend, bei weitem, viel, weitaus

Beispiele:

[1] Meine Frau kann ungleich besser singen als ich.
[1] Herr Huber ist der ungleich Kompetentere von uns beiden.
[1] „»Meine Herren, was für ein Deutsch!« – mit diesen Worten kanzelte der spätere Bundespräsident Theodor Heuss die ursprüngliche Fassung des Artikel 1 ab. Sie lautete: »Der Staat ist um des Menschen Willen da, nicht der Mensch um des Staates willen.« Heuss nannte sie zutreffend »eine banale Staatsphilosophie«. Statt ihrer fand eine Formulierung Eingang in das Grundgesetz, die ungleich kürzer, ästhetischer und deshalb radikaler und präziser war: »Die Würde des Menschen ist unantastbar.«“[1]
[1] „Fakt ist: Training macht nicht immer Spass. Ungleich leichter fällt es, den inneren Schweinehunde zu überwinden, wenn es sich dabei um eine Sportart handelt, die einem auch (zumindest meistens) Spass macht und gut tut.“[2] [Anmerkung: Spass ist Schweizer Rechtschreibung, im Deutschen wäre Spaß korrekt.]

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „ungleich

Quellen:

  1. Dieter Rulff: Nicht mehr in bester Verfassung. Die ursprüngliche Schönheit des Grundgesetzes hat unter dem Zugriff des Parlaments gelitten. In: Deutschlandradio. 25. Februar 2009 (Deutschlandradio Kultur / Berlin, Sendereihe: Politisches Feuilleton, URL, abgerufen am 29. Mai 2019).
  2. Anfängerfehler Nummer 1: Gleich von null auf hundert. In: Schweizer Radio und Fernsehen. 11. März 2014 (Interview mit Andi Grünenfelder, URL, abgerufen am 29. Mai 2019).


PräpositionBearbeiten

Worttrennung:

un·gleich

Aussprache:

IPA: [ˈʊnɡlaɪ̯ç]
Hörbeispiele:   ungleich (Info)

Bedeutungen:

[1] beim Dativ: im Unterschied zu etwas oder jemandem

Synonyme:

[1] anders als, im Gegensatz zu

Beispiele:

[1] Ungleich meinem Bruder mag ich keine Essiggurken.
[1] Marga hat ungleich unserer Nachbarin keine Blumen im Fenster stehen.

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „ungleich