ergreifen (Deutsch)Bearbeiten

VerbBearbeiten

Person Wortform
Präsens ich ergreife
du ergreifst
er, sie, es ergreift
Präteritum ich ergriff
Konjunktiv II ich ergriffe
Imperativ Singular ergreife!
Plural ergreift!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
ergriffen haben
Alle weiteren Formen: Flexion:ergreifen

Worttrennung:

er·grei·fen, Präteritum: er·griff, Partizip II: er·grif·fen

Aussprache:

IPA: [ɛɐ̯ˈɡʁaɪ̯fn̩]
Hörbeispiele:   ergreifen (Info)   ergreifen (Österreich) (Info)
Reime: -aɪ̯fn̩

Bedeutungen:

[1] auch übertragen: mit den Händen anfassen, festhalten, nach etwas greifen
[2] jemanden gefangen nehmen, festnehmen
[3] jemanden innerlich erregen, bewegen; von einem bestimmten Gefühl, einer gewissen Empfindung erfüllt werden

Sinnverwandte Wörter:

[1] anfassen, anpacken, berühren, erfassen, greifen, zugreifen, zupacken
[2] fassen, erwischen, kriegen, bekommen
[3] befallen, belasten, erfassen, erfüllen, erschüttern, heimsuchen, überfallen, überkommen, überwältigen

Beispiele:

[1] Plötzlich ergreift er meinen Arm.
[1] Blinde müssen sich die Welt ergreifen.
[1] Er ergriff die Schaufel und fing an, ein Loch zu graben.
[1] „Sie ergriff die Hand, die er lächelnd nach ihr ausstreckte: kalt und feucht, die Finger schwach.“[1]
[1] Was schlagen Sie vor, welche Maßnahmen sollen ergriffen werden?
[1] Das Feuer ergriff auch die Nachbargebäude.
[1] „Zu Tausenden wurden auch die Kinder von der Grippe ergriffen, und elend und matt erscheinen die Genesenen wieder in der Schule.“[2]
[1] „Das Flugzeug, welches bis dahin so ruhig durch die linden Lüfte geschwebt hatte, wurde jetzt so stark vom Sturm ergriffen und geschüttelt, daß es anfing, sich höchst bedenklich bald nach links, bald nach rechts zu neigen, daß wir uns in unserer Kabine nicht mehr im Gleichgewicht halten konnten.“[3]
[1] „Der Prinz, in großer Angst über den muthmaßlichen Zorn seines Vaters, ergriff die Flucht und ging nach Wien zu Raiser Carl VI.“[4]
[1] „Zwei Jahre später stürzte er den konservativen Nachfolger des Präsidenten Ibañez, ergriff die Macht und kämpfte darum, dieses Programm in die Wirklichkeit umzusetzen.“[5]
[1] „Menschen, die sich vor allem von solchen Motiven leiten lassen, müssen einen Beruf ergreifen, in dem sie das tun können, wovon sie träumen.“[6]
[2] Die Polizei ergriff den Dieb am selben Tag.
[2] Nach einigen Tagen wurde der Täter gefunden und ergriffen.
[3] Plötzlich ergriff sie ein Gefühl der Panik.
[3] „Da ich aber von der Schönheit jenes Mädchens hörte, ist mein Herz von Liebe ergriffen worden.“[7]
[3] „Wieder ergriff mich die Furcht, in neue Abenteuer verschleppt zu werden, die ich nicht überstehen konnte.“[8]
[3] „Sie litt noch immer schwer an dem, was ihr damals widerfahren war, und ihr Leiden ergriff mich.“[9]
[3] „Tief von der Schande und Gefahr ergriffen, verbrachte Belisar eine sorgenvolle Nacht auf dem Siegesfelde; […].“[10]
[3] „Diese Geschichte hat mich immer wieder tief ergriffen.“[11]
[3] „Wer kennt nicht die herzzerreißende Story von Puccinis Oper La Bohème, oder das nicht minder ergreifende Schicksal von Vincent van Gogh, der zu Lebzeiten kein Bild verkaufen konnte und nur durch die Unterstützung seines Bruders Theo und am Ende psychisch krank geworden sich das Leben nahm?“[12]
[3] „»Es war wundervoll«, hörte sie ihn mit leiser, ergriffener Stimme sagen. »Das freut mich.«“[13]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] übertragen: die Gelegenheit ergreifen, die Initiative ergreifen, die Macht/Herrschaft ergreifen die Flucht ergreifen, eine Maßnahme ergreifen, von etwas Besitz ergreifen, Partei ergreifen
[2] den Täter, den Dieb ergreifen
[3] von Angst, Furcht, Reue, Schmerz, Schrecken, Unruhe, Wut, Zorn ergriffen, von Begeisterung, Freude, Liebe ergriffen

Wortbildungen:

Ergriffenheit
Ergreifung

ÜbersetzungenBearbeiten

[*] Wikipedia-Suchergebnisse für „ergreifen
[1–3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „ergreifen
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „ergreifen
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalergreifen
[1–3] The Free Dictionary „ergreifen
[1–3] Duden online „ergreifen
[1–3] PONS – Deutsche Rechtschreibung „ergreifen

Quellen:

  1. Katharina Adler: Ida. Roman. 1. Auflage. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2018, ISBN 978-3-498-00093-6, Seite 188.
  2. Max Rubmann: Hunger!. Walter de Gruyter GmbH & Co KG, 2019, ISBN 978-3-11-148139-5, Seite 26 (Zitiert nach Google Books)
  3. Jón Svensson: Nonnis Reise um die Welt. Lindhardt og Ringhof, 2015, Seite 70 (Zitiert nach Google Books)
  4. Russia: Russland, was es war und was es ist. Eine bis auf die neueste Zeit fortgesetzte Geschichte Russlands. Mit besonderer Berücksichtigung des Hoflebens und der Culturzustände Russlands seit Peter I. bis auf Nicolaus I. Vom Verfasser des “Russisch-türkischen Streites,” etc. 1855, Seite 51 (Zitiert nach Google Books)
  5. Kasimir Edschmid: Glanz und Elend Süd-Amerikas. P. Zsolnay, 1957, Seite 281 (Zitiert nach Google Books)
  6. Doris Hartmann: Kurs auf Neues im Beruf. Verlag Herder GmbH, 2013, ISBN 978-3-451-80010-8, Seite 31 (Zitiert nach Google Books)
  7. Else Lüders: Buddhistische Märchen aus dem alten Indien. BoD – Books on Demand, 2016, ISBN 978-3-8460-0193-6, Seite 200 (Zitiert nach Google Books)
  8. Hans Kneifel: Atlan 194: Die Piraten der Mikrowelt. Perry Rhodan digital, 2012, ISBN 978-3-8453-4068-5, Seite 11 (Zitiert nach Google Books)
  9. Nancy Bilyeau: Die Prophezeiung der Nonne. Deutscher Taschenbuch Verlag, 2015, ISBN 978-3-423-42047-1, Seite 70 (Zitiert nach Google Books)
  10. Eduard Gibbon: Geschichte des Verfalls und Untergangs des Römischen Reichs. BoD – Books on Demand, 2012, ISBN 978-3-86382-920-9, Seite 99 (Zitiert nach Google Books)
  11. Peter Maier: Schule – quo vadis?. epubli, 2020, ISBN 978-3-7529-5693-1, Seite 360 (Zitiert nach Google Books)
  12. Monika Berger-Lenz, Christopher Ray: Bedingungsloses Grundeinkommen * Jobs on Demand. BoD – Books on Demand, 2010, ISBN 978-3-8391-6165-4, Seite 77 (Zitiert nach Google Books)
  13. Sibylle Simon, Sandra Heyden, Michaela Hansen: High Society 14 - Sammelband. BASTEI LÜBBE, 2020, ISBN 978-3-7325-9865-6, Seite 271 (Zitiert nach Google Books)

Ähnliche Wörter (Deutsch):

Anagramme: gefrieren