anfüttern (Deutsch)Bearbeiten

VerbBearbeiten

Person Wortform
Präsens ich fütter an
füttere an
füttre an
du fütterst an
er, sie, es füttert an
Präteritum ich fütterte an
Konjunktiv II ich fütterte an
Imperativ Singular fütter an!
füttere an!
füttre an!
Plural füttert an!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
angefüttert haben
Alle weiteren Formen: Flexion:anfüttern

Worttrennung:

an·füt·tern, Präteritum: füt·ter·te an, Partizip II: an·ge·füt·tert

Aussprache:

IPA: [ˈanˌfʏtɐn]
Hörbeispiele:   anfüttern (Info)

Bedeutungen:

[1] transitiv, besonders Angelsport: Köder auswerfen, um Tiere vorerst an die Fütterung zu gewöhnen
[2] transitiv, übertragen: jemanden durch kleine vermögenswerte Zuwendungen über längere Zeit hinweg gewogen machen, um später eine (unzulässige) Gegenleistung einzufordern

Herkunft:

Derivation (Ableitung) vom Verb füttern mit dem Präfix an-

Synonyme:

[2] korrumpieren

Oberbegriffe:

[1] anlocken
[2] bestechen

Beispiele:

[1] Wenn Sie nicht anfüttern, werden Sie nur ab und zu einen Fisch fangen, auch wenn ganze Schulen vorbei schwimmen.[1]
[1] In großen Seen mit weit verstreutem Hechtbestand oder in Gewässern, die für die aktive Suche mit Kunstködern zu verkrautet sind, lohnt es sich mit den sogenannten Deadbaits (tote Köderfische) anzufüttern.[2]
[1] Wer vor dem Fischtage anfüttern kann, hat große Vorteile.[3]
[2] Mir hat einmal ein Mandant gesagt, anfüttern darf man niemanden, der für die Öffentliche Hand arbeitet, aber vorm Dehydrieren darf man ihn doch retten.[4]
[2] Unisys würde Leute „anfüttern“ und das heisst so viel wie: „Man hält einem Entscheidungsträger die Hand hin, bis dieser aus der Hand frisst“, schreibt der 'Sonntag' unter Berufung auf einen hohen Chefbeamten.[5]
[2] Wer hier mit »Nein« antwortet, den wird es kaum verwundern, dass heute so mancher amtliche Entscheidungsträger nach attraktiven Lockangeboten und lukrativen Zusatzverdiensten Ausschau hält: Gesetzeshüter »halten die Hand auf«, Parlamentarier lassen sich von der Wirtschaft »anfüttern«, Verwaltungsangestellte werden »geschmiert«.[6]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] Fische anfüttern
[2] Amtsträger, Beamte, Entscheidungsträger, Politiker, Schiedsrichter anfüttern

Wortbildungen:

Konversionen: Anfüttern, anfütternd, angefüttert
Substantive: Anfütterung

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Köder auswerfen, um Tiere vorerst an die Fütterung zu gewöhnen
[2] jemanden durch kleine vermögenswerte Zuwendungen über längere Zeit hinweg gewogen machen, um später eine (unzulässige) Gegenleistung einzufordern
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „anfüttern
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „anfüttern
[1] Duden online „anfüttern

Quellen:

  1. Anfüttern – auf die korrekte, feine Art, wie viel und wie oft ist wichtig. angelstunde.de, 25. Mai 2019, abgerufen am 6. Februar 2021.
  2. Hechte anfüttern mit Deadbaits. simfisch.de, 4. Dezember 2019, abgerufen am 6. Februar 2021.
  3. Titel unbekannt. In: Allgemeine Fischereizeitung. Band 74, 1949, Seite 231 (zitiert nach Google Books, abgerufen am 6. Februar 2021).
  4. Johanna Zugmann im Gespräch mit Georg Prantl: Sinnvolle Compliance-Regeln. In: DiePresse.com. 29. August 2013, ISSN 1563-5449 (URL, abgerufen am 6. Februar 2021).
  5. Hanna Lauer: Insieme: Unisys' Nähe zu den Beamten. inside-it.ch, 16. Juli 2012, abgerufen am 6. Februar 2021.
  6. Arnd Pollmann: Unmoral: ein philosophisches Handbuch. von Ausbeutung bis Zwang. C.H.Beck, 2010, ISBN 9783406601811, Seite 74 (zitiert nach Google Books, abgerufen am 6. Februar 2021).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: abfüttern