Siehe auch:

Zelluloid (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, nBearbeiten

Singular

Plural

Nominativ das Zelluloid

die Zelluloide

Genitiv des Zelluloids
des Zelluloides

der Zelluloide

Dativ dem Zelluloid
dem Zelluloide

den Zelluloiden

Akkusativ das Zelluloid

die Zelluloide

 
[1] Die Struktur der Herstellung von Zelluloid
 
[1] Mit 40 mm-Tischtennisbällen aus Zelluloid wurde bis circa 2017 gespielt (heute spielt man mit Bällen aus anderem Plastik).
 
[2] ein 35 mm-Zelluloidfilm

Anmerkung:

Die Verwendung des Plurals ist selten.

Alternative Schreibweisen:

fachsprachlich: Celluloid

Worttrennung:

Zel·lu·lo·id, Plural: Zel·lu·lo·i·de

Aussprache:

IPA: [t͡sɛluˈlɔɪ̯t], selten: [t͡sɛluloˈiːt][1]
Hörbeispiele:   Zelluloid (Info), —
Reime: -ɔɪ̯t

Bedeutungen:

[1] Chemie: durchsichtiger, elastischer Kunststoff, der, da man ihn einfach schmelzen und formen kann, eine Massenfertigung ermöglichte
[2] Film: Träger aus [1] für die chemischen Substanzen auf einem Film

Herkunft:

von Englisch: celluloid → en[2]

Synonyme:

[1] Zellhorn[3]
[2] Film

Oberbegriffe:

[1] Thermoplast

Beispiele:

[1] „Fritz Klatte untersuchte [Vinylchlorid] genauer und erkannte Vielversprechendes: Es verhielt sich nämlich ganz ähnlich wie Zelluloid. Das war damals der letzte Schrei - Filme wurden aus Zelluloid hergestellt, Knöpfe, Brillen und Spielzeugpuppen. Und das trotz eines fatalen Nachteils: Wird Zelluloid zu trocken, geht es in Flammen auf.“[4]
[1] „[…] zwischen den modernen Plastiksorten führt das Kunstharz aus Milchproteinen [Kasein] nur ein Nischendasein. Dasselbe gilt für die anderen Vorgänger der heutigen Plastikprodukte: das Ebonit und den Schellack, das Zelluloid und die Vulkanfiber.“[5]
[1] „Zelluloid gefährdet die Gesundheit und ist leicht entflammbar. Die in China oder Japan hergestellten [Zelluloid-]Bälle gelten als Gefahrengut. […] Seit 1891 wird im Tischtennis mit Zelluloid gespielt. […] Doch wie in der Filmindustrie hat das Zelluloid auch im Tischtennis ausgedient.“[6]
[1] „Die Gabo-Skulptur war aus Zelluloseazetat, einer der ersten Kunststoffe überhaupt und ähnlich anfällig wie das chemisch verwandte Zelluloid.[7]
[1] „Zwischen Zelluloiden amerikanischer Firmen und solchen europäischen Ursprunges konnte weder nach Zusammensetzung noch Verhalten ein erheblicher Unterschied festgestellt werden.“[8]
[2] „Beim Fernsehen hat die Digitaltechnik schon längst das Zelluloid ins Abseits gedrängt.“[9]
[2] „Die Brüder Diehl, Wegbereiter des Puppentrickfilms, bannten die Geschichte 1936/37 in ihren Gräfelfinger Studios auf Zelluloid.[10]
[2] „Die Ausstellung im "BELvue"-Museum zeigt unter anderem Filmaufnahmen der zwei Kamerateams, die den Einzug des Königs für die Nachwelt auf Zelluloid festhielten.“[11]
[2] „Das […] Zelluloid wurde dann langsam durch den „Sicherheitsfilm“ aus Celluloseacetat ersetzt, der höchstens mal im Projektor durchschmorte, wenn er steckenblieb.“[12]
[2] [Liv Ullmann:] „'Wissen Sie, ich musste so darum kämpfen, diesen Film noch auf Zelluloid drehen zu dürfen. Ich hatte keine Lust auf dieses Digitale, obwohl meine Produzenten versuchten, mich davon zu überzeugen. […]'“[13]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] mit Substantiv: ein Brillengestell, Kamm, eine Puppe aus Zelluloid
[2] mit Verb: etwas aus Zelluloid fertigen, etwas aus Zelluloid herstellen, etwas aus Zelluloid produzieren
[2] mit Verb: etwas auf Zelluloid bannen, etwas auf Zelluloid festhalten

Wortbildungen:

[1] Tischtennis: Zelluloidball
[2] Zelluloidfilm, Zelluloidstreifen

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Wikipedia-Artikel „Zelluloid
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Zelluloid
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalZelluloid
[1, 2] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Zelluloid
[1, 2] The Free Dictionary „Zelluloid
[1, 2] Duden online „Zelluloid
[1] ÖBV im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung (Herausgeber): Österreichisches Wörterbuch. Vollständige Ausgabe mit dem amtlichen Regelwerk. 43. Auflage. ÖBV, Wien 2016, ISBN 978-3-209-08514-6 (Bearbeitung: Magdalena Eybl et al.; Red.: Christiane M. Pabst, Herbert Fussy, Ulrike Steiner)

Quellen:

  1. Duden online „Zelluloid
  2. Wahrig Herkunftswörterbuch „Zelluloid“ auf wissen.de
  3. Deutscher Wikisource-Quellentext „Meyers Blitz-Lexikon – Z
  4. 4. Juli 1913 – Fritz Klatte erhält Patent auf PVC. In: Bayerischer Rundfunk. 4. Juli 2017 (Sender: Bayern 2, URL, abgerufen am 7. Dezember 2018).
  5. Jenny Niederstadt: Kunststoffchemie : Bevor es Plastik gab. In: FAZ.NET. 24. April 2016, ISSN 0174-4909 (URL, abgerufen am 7. Dezember 2018).
  6. Tischtennis: Das Ende des Ping-Pong-Balls. In: Zeit Online. 24. September 2014, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 7. Dezember 2018).
  7. Andrea Hoferichter: Plastik – Kunst mit Verfallsdatum. In: sueddeutsche.de. 22. April 2018, ISSN 0174-4917 (URL, abgerufen am 8. Dezember 2018).
  8. Kunststoffe. Band 11, 1921 (Zitiert nach Google Books).
  9. Oliver Buschek: Abschied vom Zelluloid – Das Kino wird digital. In: Deutschlandradio. 16. Oktober 2008 (Deutschlandfunk Kultur / Berlin, Sendereihe: Elektronische Welten, URL, abgerufen am 7. Dezember 2018).
  10. Carola Zinner: Biedermann mit Stacheln – Mecki und die Zauberer aus Gräfelfing. In: Bayerischer Rundfunk. 18. Dezember 2016 (Sender: Bayern 2, URL, abgerufen am 7. Dezember 2018).
  11. Bernd Riegert: Ende Erster Weltkrieg – Verzögertes Kriegsende in Brüssel vor 100 Jahren. In: Deutsche Welle. 10. November 2018 (URL, abgerufen am 7. Dezember 2018).
  12. Wilfried Hippen: Das Zelluloid-Kino lebt – Von der Rolle. In: taz.de. 3. August 2017, ISSN 1434-2006 (URL, abgerufen am 7. Dezember 2018).
  13. Jörg Taszman: Liv Ullmann über „Fräulein Julie“ – „So harte Arbeit wie eine Geburt“. In: Deutschlandradio. 20. Januar 2015 (Deutschlandfunk / Kultur / Berlin, Sendereihe: Fazit, URL, abgerufen am 8. Dezember 2018).
  14. Cambridge Dictionaries: „celluloid“ (britisch), „celluloid“ (US-amerikanisch)
  15. Collins Wörterbuch: „celluloid“